Dienstag, 1. Dezember 2015

Frau Gurkenhals erzieht! Und zwar ganz anders als geplant

Wir kennen das doch alle. Aus unser kinderlosen Zeit (Was? Die gab es mal? Muss eeeewig her sein...). Typische Situation. Man sitzt mit seinem Lebensabschnittsgefährtem (vielleicht auch ohne Abschnitt) in einem schicken Restaurant (nein, nicht Mc Doof), bei Kerzenschein (Messer, Gabel, Schere, Licht...), der Kellner serviert die dritte Vorspeise (ja, damals hatte man noch Zeit für Dekadenz), man schaut sich verliebt in die Augen (und sucht nicht panisch nach seinen Kindern), führt interessante Gespräche (ohne Babysprache)...hach, es könnte so schön sein. Wenn, ja wenn da nicht dieses Balg am Nachbartisch wäre. Das die ganze Zeit brüllt "Mamaaaaa, KETSCHUP", mit der Gabel den neusten Beat erfindet, den Finger permanent in der Nase vergraben, Pommes quer durchs Restaurant schießt und zwischendurch immer mal wieder seinen Platz verlässt um ein Wettrennen mit sich selbst vorbei an sämtlichen Tischen des Gasthauses zu veranstalten. Dann entwischte einem nicht selten der Satz: "Also bei mir gäbe es das nicht!" Nein, da würde das Kind brav am Tisch sitzen bleiben, die Hände zum Gebet gefaltet, fein mit Messer und Gabel essend und natürlich stille, herrliche Stille...

*krach*

Huch, bin eben lachend vom Stuhl gefallen. Moment, ich muss mich kurz fangen. Wie sagt man so schön? Arglos ist man nur einmal, dann beginnt die Erfahrung. Ach ja, wie naiv wir doch waren. Wie anmaßend zu denken, wir könnten es besser. Und doch meinte man es ja nie böse. Jeder hat seine Wünsche und Vorstellung, wie man später mal seine Kinder erziehen möchte. Was aus ihnen werden soll. Auch ich hatte ganz bestimmte Ziele für die Erziehung von Theo. Irgendwie ein Mix aus liberal und konsequent sollte es werden. Ich wollte auf keinen Fall alles durchgehen lassen aber ihm auch viele Entscheidungen selbst überlassen. Auf keinen Fall wollte ich eine Mutter werden, die ihrem Kind alles vorschreibt und eine kleine Marionette heranzieht.

Doch dass dieser Grad schmal ist, musste ich in 2,5 Jahren Mama sein immer wieder feststellen. Denn ganz so super finde ich es nicht, wenn Theo meint seine Mahlzeiten im 5 Minutentakt unterbrechen zu müssen, um dieses oder jene Spielzeug zu holen. Dann sitzen zwei kleine Stimmen in meinem Ohr. Die eine sagt: Mensch, lass ihn doch. Er ist noch so klein. Und er hat Hummeln im Hintern. Hauptsache er isst überhaupt etwas, egal wie. Die andere Stimme hingegen sagt: Eigentlich möchte ich schon in Ruhe essen. Und was denkt denn die Schwiegermutter, wenn er nicht mal die halbe Stunde hier sitzen kann. Und außerdem klappt es in der Kita doch auch. Basta! Meistens entscheide ich dann aus dem Bauch heraus. Wenn ich merke er hat eigentlich keinen Hunger, dann soll er eben spielen gehen. Wenn ich aber extra sein Lieblingsessen gekocht habe und der Herr nach 2 Bissen einen Nachtisch verlangt, dann bleibe ich hart. Nicht selten endet das in Tränen aber damit kann ich ganz gut umgehen.

Anderes Beispiel. Erpressung. Nie nie nie!!! wollte ich eine Mutter sein, die ihr Kind erpresst. Auf welchem Wege auch immer. Tja..."Theo, wenn du jetzt schnell mit nach Hause kommst, bekommst du auch ein Überraschung-Ei". Gott, ich fühle mich schon schrecklich dabei das nur aufzuschreiben. Aber manchmal geht es einfach nicht anders. Besonders wenn man noch ein Baby dabei hat, welches vor Hunger oder Langeweile brüllt. Dann habe ich einfach keinen Bock auf einen Machtkampf. Und es funktioniert ja. Also warum nicht ab und zu benutzen, um schneller ans Ziel zu gelangen.

Entscheidungen treffen lassen, ja auch das ist so eine Sache für sich. Kinder wollen Ernst genommen werden, das ist mir klar aber auch ich habe Bedürfnisse und auch eine ganze Menge mehr Erfahrung als mein kleiner 2,5 Jährigem Knirps. Ich weiß zum Beispiel, dass Nudeln zwar irre lecker sind aber nicht so wirklich geeignet, um sich monatelang täglich davon zu ernähren. Ich weiß außerdem, dass Schokolade und sämtliche andere Süßigkeiten keine unerschöpfliche Quelle sind und dass stundenlanges Feuerwehrmann Sam gucken keine sinnvolle Freizeitbeschäftigung ist.

Natürlich würde ich mein Kind also gerne fragen " Was möchtest du heute essen?" aber wenn ich immer wieder die gleiche Antwort erhalte, muss ich auch mal einschreiten und selbst die Entscheidung treffen. Genauso geht es mir im Alltag. Draußen regnet es in Strömen, ich stelle die Gummistiefel bereit und plötzlich bekommt Theo einen riesigen Wutanfall, weil er lieber die grünen Sandalen anziehen möchte. Da gibt es jetzt die eine Fraktion Eltern die sagen, na gut, er wird schon merken wenn die Füße nass sind und dann gibt es die, die hart bleiben und erst das Haus verlassen, wenn das richtige Schuhwerk im Einsatz ist. Ich sag es euch gleich, ich gehöre zur zweiten Gruppe, denn gewisse Dinge entscheide einfach ich. Das überrascht mich selbst ein wenig, denn es passt so gar nicht in meinen "Erziehungsplan", den ich mal als Kinderlose im Kopf hatte, liberale Erziehung sieht wohl anders aus. Aber auch hier hat sich mein Weg geändert, genauso wie ich im Gegenzug keinen Anfall bekomme, wenn Theo beim Essen herumrennt.

Eigentlich will ich damit nur sagen, dass man sich noch so viel vornehmen kann, am Ende kommt es immer anders. Jeder muss seinen Weg finden, wie man erziehen möchte, ob man überhaupt erziehen möchte, denn alleine das Wort Erziehung stößt vielen Eltern bereits negativ auf. Was mir wirklich wirklich wichtig ist, versuche ich durchzusetzen und ansonsten wäge ich ab, wo muss ich eingreifen, wo kann ich ihn machen lassen. Alles ohne Druck und vor allem ohne Strafen wenn es mal nicht so klappt. Dafür mit ganz viel Liebe, denn jede Mama will nur das beste für ihr Kind!

So und nun noch mal zurück zum Anfang. Nämlich der Situation im Restaurant. Wie löst Familie Gurkenhals das heute, um 2 Kinder und viele Erfahrungen reicher als damals? Ganz einfach...gar nicht. Ich finde einfach ein 2,5 Jähriges Kind sollte nicht gezwungen werden still im Restaurant zu sitzen also meiden wir solche Locations einfach. Entweder wir suchen uns ein Café mit Spielecke oder wir bleiben einfach zu Hause, kochen gemeinsam und brauchen so keine Angst vor vorwurfsvollen Blicken vom Nachbartisch haben!

Amen!


Montag, 30. November 2015

Frau Gurkenhals zum Diktat bitte, Frau Gurkenhals!

*puuust*

*hust hust*

*Staub abwisch*

*Hallooooo, ist da jemand?"

Oh man, mich plagt das schlechte Gewissen. Ja, ich war wirklich ewig nicht mehr hier. Mein letzter Eintrag ist von Ende Mai und jetzt haben wir fast Weihnachten und das Jahr 2015 ist schon wieder Geschichte. Wie kommt das? Also nicht die Tatsache, dass das Jahr schon wieder rum ist (die Erde dreht sich um die eigene Achse usw, ihr wisst schon;)), sondern dass es so lange still um uns war. Wo bloggen und schreiben doch eines meiner liebsten Hobbys ist.

Fangen wir mal mit dem Offensichtlichstem an. Die Familie. Oder eher die Zeit, die zwei Kinder eben so fressen. Ich will mich gar nicht beschweren, ich liebe meine Familie und ich liebe meine zwei wundervollen Nervensägen (hups, hat sie das gerade wirklich gesagt?). Aber es ist eben ein 24h Job. Oder eher 48 Stunden. Dazu diese furchtbare Müdigkeit. Jeden morgen nach dem Aufstehen bin ich mir zu 1000 Prozent sicher, heute am Schlafmangel zu verenden. Aber irgendwie schleift man sich trotzdem so durch den Tag, und um wenigstens 1-2 kinderfreie Stunden am Tag über zu habe, gehe ich auch selten vor 23 Uhr ins Bett. Um es am nächsten Morgen zu bereuen. Teufelskreis.

Noch mal zurück zum 48h-Tag. Den bräuchte ich wirklich. Denn neben meiner Familie habe ich mir noch so ein paar andere Verpflichtungen aufgehalst. Eins davon nennt sich Hochschulabschluss. Ich gebe zu, echt blöde Idee. Mehr als einmal war ich in den letzten Wochen kurz davor das Studium einfach hinzuschmeißen und sah Hausfrau und Mutter plötzlich gar nicht mehr als so üblen Job an. Aber das bin einfach nicht ich. Ich verbringe wirklich gerne Zeit mit meinen Kids, aber eben nicht nur. Um genau zu sein bin ich eine ziemlich miese Mutter, ich bin einfallslos wenn es um Unternehmungen geht, ich kann weder basteln noch malen, mehr als Nudeln mit Soße bringe ich auch nicht auf den Teller. Irgendwann wird hier mal das Jugendamt vor der Tür stehen: Frau Gurkenhals zum Bastelexamen bitte, sonst müssen wir ihre Kinder leider mitnehmen. Naja und wenn ich ihnen schon keine gemeinsamen Bastel-und Singstunden bieten kann, dann möchte ich wenigstens ein gutes Vorbild sein. So als coole Working Mum und so.

Man könnte meinen die Gurkenhals ist genug ausgelastet aber neeeein, natürlich kriege ich den Hals nicht voll und habe mich im Herbst spontan dazu entschlossen eine Ausbildung zur Trageberaterin zu absolvieren. Wer uns bei Instagram folgt, kennt meine Leidenschaft für das Tragen und weiß auch, dass ich nur zu gerne Ratschläge verteile. Jetzt darf ich das auch ganz offiziell machen, muhahahaha. Klugscheißen mit Lizenz nennt sich das. Neben den Beratungen gehören jetzt auch Marketingmaßnahmen, Recherche und Netzwerken zu meinem 48h Tag.

Das ich zwischendurch auch noch Klamotten für meine und befreundete Kinder nähe muss ich nicht  erwähnen oder?

Ich hoffe das sind genug Entschuldigungen, warum es hier so ruhig ist oder war. Ich plane fest ein, dass zu ändern aber versprechen mag ich auch nichts. Dafür bin ich umso aktiver auf Instagram. Das geht immer so schön schnell mal zwischendurch, zack Foto geschossen, sinnloser Kommentar dazu, ein paar lustige Hashtags und ab dafür. Und man bekommt sofort Reaktionen in Form von vielen vielen Herzchen. Das ist so eine Sache, die mich am bloggen stört. Man nimmt sich irre viel Zeit dafür, überlegt was die Leser interessieren könnte, bearbeitet Fotos und gestaltet die Seite hübsch und trotzdem bekommt man mit Glück ein Feedback. Woran liegt das? Ich glaube ja, dass bloggen in Deutschland nie so wirklich seinen Durchbruch hatte. Es gibt ein paar wenige bekannte Blogs doch selbst für diese ist es schwer durchzuhalten. Mittlerweile hat sich das ganze ja doch stark auf youtube und andere Social Media Kanäle verlagert. Aber genug gefachsimpelt.

Euch interessiert doch bestimmt viel mehr wie sich die Kids so machen. Also erst mal zu meinem großen Buben. Ja er ist groß geworden, anders kann man es nicht sagen. Fast schon 30 Monate ist er nun alt. Er spricht wie ein Weltmeister, die Worte sprudeln quasi wie ein Wasserfall aus ihm raus. Er tobt und rennt und hat eine unerschöpfliche Energiequelle. Mittagsschlaf? Laaaaangweilig. Er ist ein fantastischer großer Bruder. Ok die ersten Monate war Clara ihm ein Dorn im Auge, aber jetzt, wo sie endlich auch mal reagiert und hintergekrabbelt kommt, ist sie der Hit. "Meine Clara" sagt er immer liebevoll oder auch "meine Clara soll auch spielen kommen". Da geht mir das Herz auf, echt. Die zwei können schon locker eine Stunde alleine gemeinsam spielen, natürlich streiten sie sich auch oft um Spielsachen aber Clara lässt sich da nicht beeindrucken. Generell ist sie hart im nehmen wenn Theo mal wieder seine Kräfte nicht einschätzen kann. Da zuckt das Mädel nicht mal mit der Wimper. Außerdem haben wir im Sommer endlich die Kita gewechselt. Vielleicht erinnern sich noch einige an die Story. Von heute auf morgen bekamen wir einen freien Platz und seitdem ist alles anders. Mein Kind geht gerne in die Kita, unfassbar. Frühs bringt ihn Papa, er verabschiedet sich fröhlich von mir und am Nachmittag schließe ich ein glückliches Kind in die Arme. Keine Tränen mehr, kein schlechtes Gewissen. Sondern einfach ein gutes Gefühl.

Hach und meine Puppe. Dieses kleine verrückte Mädchen. Mit 5 Monaten hinsetzen, mit 6 Monaten krabbeln und mit 7 Monaten stehen und an den Möbeln entlang laufen. Alles genauso wie ihr großer Bruder damals. Mit ihren riesigen blauen Kulleraugen saugt sie alles auf was irgendwie geht. Sie liebt ihren Bruder abgöttisch, er bringt sie immer zum Lachen und ihm wird immer gefolgt. Zähne hat sie noch keinen einzigen, dafür mampft sie aber fleißig ihren Brei, noch viel lieber aber festes Essen. Sie kann sich schon richtig lange alleine beschäftigen, am liebsten spielt sie mit Theos Küche. Ihr Lieblingsspiel momentan ist aber "ich schmeiße alles runter und ihr hebt es mir dann auf"...Leider ist sie sehr oft krank. Eigentlich mindestens aller zwei Wochen. Sie ist eben jeden Tag den Kindergartenkeimen ausgesetzt und auch Theo schleppt ja so einiges mit an, und auch wenn sein Immunsystem stark genug ist, Claras ist es noch nicht. Husten und Schnupfen sind hier also Dauergast. Aber auch das bekommen wir hin.

So ihr Lieben, das war es erst einmal aus dem Hause Gurkenhals. Ich hoffe wirklich, ich finde bald wieder mehr Zeit für dieses Projekt! Ansonsten folgt mir bitte unbedingt auf Instagram und den Link zu meiner Trageberatungs-Homepage bekommt ihr auch ganz bald vor die Nase gesetzt. Versprochen;)

Samstag, 30. Mai 2015

Wie ist das eigentlich so mit zwei Kindern?

Diese Frage bekommen wir in letzter Zeit sehr oft gestellt, also dachte ich mir, ich beantworte sie einfach mal auf dem Blog. Besonders neugierig sind natürlich die Eltern, die schon ein Kind haben und damit auch beide Hände voll zu tun, ein zweites aber nicht ausschließen. Aber auch kinderlose Paare fragen häufig, wie wir das denn gebacken bekommen, besonders bei dem geringen Altersabstand von gerade einmal 21 Monaten.

Die letzten Tage habe ich also mal darüber nachgedacht wie das so ist, mit 2 Kindern unter 2 Jahren. Und ich muss sagen, es ist nicht viel anders als vorher. Enttäuschend was? Ich nehme an, die meisten hätten jetzt ein Jammerkonzert erwartet, wie anstrengend, stressig, nervenaufreibend und zum Haare raufen das Ganze ist. Diese Momente gibt es durchaus. Zum Beispiel wenn beide Kinder gleichzeitig Hunger haben, das eine Kind ist motorisch noch nicht in der Lage alleine Nahrung zu sich zu nehmen, das andere hat ganz plötzlich vergessen, wie man Gabel und Löffel benutzt und schreit nach Mama. Oder wenn das eine Kind ins Bett soll, das andere aber gerade brüllt wie kurz vor der Schlachtung. Dann bekomme ich gerne mal Schweißausbrüche, besonders wenn ich alleine mit der Situation bin. Dann hilft nur noch tief einatmen und los.

Strahlemaus

Aber diese Momente sind wirklich selten. Denn das Positive ist, wie haben zwei Kinder und vier Hände. Niemand von uns ist alleine. Füttere ich Clara, spielt der Mann mit Theo Verstecken und ich höre sie nur leise am anderen Ende der Wohnung kichern. Gehe ich mit dem Gurkenhals auf den Spielplatz, wiegt der Mann das kleine Mäuschen in den Schlaf. Und so funktioniert das einfach super. Natürlich hatte ich mir die ganze Schwangerschaft über Gedanken gemacht, wie das alles klappen wird, ob ich einen Nervenzusammenbruch erleiden werde oder eines Tages von der Decke baumel. Aber diese Sorgen waren unbegründet. Man wächst mit seinen Aufgaben, sagt man so schön, und so ist es tatsächlich. Wir haben hier alles ziemlich gut im Griff, trotz Bauchweh und Trotzphase.

2 Monate Baby sein

Wir sind als Familie noch viel enger zusammen gewachsen, jeder weiß was er zu tun hat und wo er am dringendsten gebraucht wird. Ich habe sogar das Gefühl, Theo versteht ganz genau, wie der Hase läuft. Seit Clara auf der Welt ist, nämlich genau seit der Nacht ihrer Geburt, schläft er durch. Das hat er vorher nur sporadisch getan. Er ist jetzt ein richtiges Papa-Kind, vorher nur Mama Mama Mama und nun sind die zwei unzertrennlich. Er geht wieder ohne Probleme in die Kita, keine einzige Träne wird vergossen, wenn er zu Hause mit Papa losmacht, winkt er mir, wirft mir einen Luftkuss zu und weg ist er. Wenn ich ihn abhole, strahlt er über beide Ohren und läuft ohne Umwege zum Auto, denn Clara friert sonst, so habe ich es ihm erklärt. Auch mittags reicht es aus, ihn in sein Bett zu legen und nach einer dicken Umarmung und vielen Küssen kann ich aus dem Zimmer gehen und er schläft. Einfach so. Das erleichtert mir den Alltag ungemein.

Überhaupt hat der Gurkenhals seine Schwester sofort akzeptiert. Weint sie, heißt es "Clara weint" und er bringt ihr einen Schnuller. Er ordnet Dinge zu, die ihr gehören, schleppt Socken, Spielzeug und eben alles, was "dem Baby" gehört, an. Wird er gewickelt, möchte er, dass wir sie neben ihn legen und dann hält er ihre Hand. Natürlich ist er auch eifersüchtig, das bleibt nicht aus. Wenn sie an seinem angestammten Platz liegt zum Beispiel oder wenn sein Fuchs auch nur in ihrer Nähe liegt. Dann heißt es "nein nein" und "meine!". Recht hat er, teilen ist zwar wichtig aber er soll immer noch seinen eigenen Bereich und seine eigenen Spielsachen haben, damit das Baby eben nicht seine komplette Welt auf den Kopf stellt.

Geschwisterplüsch

Eine große Erleichterung im Alltag mit zwei Kindern ist das Tragetuch. Ohne diese praktischen Tücher wäre ich oftmals verloren. Kinderwagen schieben und gleichzeitig dem Kleinkind hinterher sprinten, wenn es mal wieder meint auf die Straße rennen zu müssen? Für mich undenkbar. Zu Hause nehme ich Clara auch ins Tuch und hab so beide Hände frei, um für Theo zu kochen oder mit ihm zu malen. Auch als Theo vor zwei Wochen eine schlimme Magen-Darm-Grippe hatte, war ich so dankbar über diese Erfindung. Denn da brauchte er ganz viel Liebe und Kuscheleinheiten, aber die braucht Clara mit ihren zwei Monaten eben auch.

Unterwegs mit Gurkenhals und Tragetuch

Ihr seht also, es läuft ganz gut. Klar sind auch wir nur Menschen und die ein oder andere Träne habe auch ich schon vergossen, besonders wenn ich nicht so viel Zeit mit Theo verbringen kann, wie ich gerne möchte. Und auch die Partnerschaft bleibt momentan ein wenig auf der Strecke, wie sind gerade eben hauptsächlich Eltern und das fordert uns genug. Abends fallen wir todmüde ins Bett, wenig Zeit für Gespräche oder Zärtlichkeiten. Aber es kommen ja wieder andere Zeiten und spätestens wenn die Mäuse miteinander spielen und lachen können, ernten wir die Früchte der harten Anfangszeit. Bereut haben wir unsere Entscheidung bisher jedenfalls keineswegs. Unser Glück ist einfach noch viel größer geworden.

Übrigens...momentan habe ich nicht so viel Zeit, um regelmäßig zu bloggen. Wer trotzdem wissen will, was wir so treiben, sollte uns unbedingt bei Instagram folgen! Dort findet ihr uns unter "familiegurkenhals"!



Dienstag, 28. April 2015

Wir backen eine kleine Schwester - Lässt sich das Geschlecht beeinflussen?

Erstmal vorneweg, bevor hier wieder ein kleiner Shitstorm auf mich einbricht: Hauptsache gesund! Das war für uns das Wichtigste bei der Entstehung der kleinen Erbse und ist es auch immer noch! Vom ersten Moment an waren wir verliebt in das kleine Wesen, vollkommen egal ob mit Schnippie oder ohne.

Dennoch kann ich nicht leugnen (und werde ich auch nicht, ist schließlich mein Blog), dass ich mir schon sehr ein Mädchen gewünscht habe. Ein Pärchen, großer Bruder, kleiner Schwester. Da kriegt Mama Herzchen in den Augen. Alleine die Vorstellung, wie er sie später vor den bösen Typen in der Disco beschützt, wie er ihren ersten festen Freund auf Herz und Nieren prüft...hach. Ich habe selbst einen großen Bruder und kenne diese Situationen. Außerdem bin ich einfach eine Mädchenmama. Ich möchte Haare flechten, shoppen gehen, bunte Glitzerkleider kaufen... Natürlich wäre ein zweiter Bub genauso toll. Aber, nur mal rein theoretisch, man könnte das Geschlecht irgendwie beeinflussen, würde ich es tun? Definitiv! Und nein, ich meine nicht das Reagenzglas, Gentechnik oder Selektierung im allgemeinen. Solche Methoden lehne ich strikt ab (und bin froh, dass sowas in Deutschland verboten ist). Aber es soll ja so kleine Kniffe geben, mit denen man die Natur austricksen kann. Und da mich so viele Mamas, sei es aus der Familie, Freunde oder auch Internetbekanntschaften gefragt haben, ob wir so etwas in die Richtung versucht haben, dachte ich mir, ich schreibe es einfach mal hier auf.

Denn ja, wir haben tatsächlich das Internet durchforstet und einige der dort genannten Tipps ausprobiert. Ob das alles nun am Ende zum Erfolg geführt hat, weiß nur der liebe Gott aber es hat Spaß gemacht, tat niemanden weh und ein anderes Ergebnis wäre genauso willkommen gewesen. Also hier unsere ultimativen (und erprobten) Tipps, ohne Gewähr natürlich;)

1. Der wohl bekannteste Tipp: Da den männlichen Samenzellen wohl keine allzu lange Lebenszeit vergönnt ist, die weiblichen dafür aber umso länger (und langsamer) umherziehen, sollte man möglichst 2-3 Tage vor dem Eisprung Sex haben, um die Wahrscheinlichkeit auf ein Mädchen zu erhöhen. Dafür wäre es natürlich sinnvoll zu wissen, wann der Eisprung genau stattfindet. Ich habe das Glück, dass meine Zyklen sehr regelmäßig sind und ich den Eisprung in der Regel auch spüre. So konnte ich den Zeitpunkt ganz gut bestimmen. Wer nicht genau weiß, wann das Eichen hüpft, dem empfehle ich Ovulationstests in Kombination mit Temperaturmessungen. Sex am Tag des Eisprunges lässt hingegen die Jungs zum Zuge kommen und die weiblichen Spermien haben wenig Chancen das Rennen zu gewinnen.

2. Heiß baden vor dem Sex! Das mögen die männlichen Spermien angeblich gar nicht und das Verhältnis der männlichen und weiblichen Samenzellen verändert sich zu Gunsten der weiblichen. Wir lieben unsere Badewanne, von daher war es jetzt kein großes Opfer diesen Tipp auszuprobieren. Wer also lieber einen Bub möchte, unbedingt das heiße Baden reduzieren! Vorteil an diesem Tipp: Man ist direkt nackig und sauber;)

3. Angeblich kann auch die Position beim Sex das Zünglein an der Waage sein. Jetzt müssen alle ganz stark sein, die eher auf Doggy Style und andere Kamasutra-Weisheiten stehen. Denn ausgerechnet die langweilige Missionarsstellung (Blümchensex und so), begünstigt ein Mädchen. Die langsameren weiblichen Spermien haben nur eine Chance, wenn der Penis nicht zu tief eindringt, denn sonst sind die schnelleren männlichen Samenzellen ja quasi schon am Ziel ihrer Träume und verderben den weiblichen sämtlichen Spaß. Tja, muss man sich überlegen, ob es einem das Wert ist.

4. Das ist jetzt ein heikles Thema. Der Orgasmus. Eigentlich ja Sinn der Sache und ohne ein völliger Reinfall. Aber tatsächlich behaupten Experten, der Orgasmus wäre von Vorteil für die männlichen Spermien. Denn bei einem Orgasmus verändert sich der PH-Wert der Scheidenflora, mal wieder zu Gunsten der Männlein. Fies eigentlich, oder? Wer nun also ein Mädchen haben möchte, sollte besser auf den Höhepunkt verzichten oder ihn einfach auf später verschieben;)

5. Die Ernährung. Auch hier spielt der Säuregehalt des Körpers eine wichtige Rolle. Soll der Nachwuchs ein Junge werden, wird geraten, sich von alkalischer Kost (basisch) zu ernähren, dazu gehören z.B. Bananen, Kartoffeln, Pilze usw. Für ein Mädchen hingegen sollten Frauen häufiger zu Milchprodukten greifen und viel Calcium aufnehmen (Brokkoli, Haferflocken, Spinat usw). Ich bin ehrlich, ich esse worauf ich Bock habe und ob ich wirklich besonders viel Calcium im Zeitraum der Zeugung aufgenommen habe, kann ich beim besten Willen nicht sagen. Wer es aber ausprobieren möchte, darf mir auf jeden Fall Rückmeldung geben, ob es denn geklappt hat:)

Das sind also die mir bekannten Tipps und Tricks, wie man das Geschlecht des zukünftigen Nachwuchses ANGEBLICH beeinflussen kann. Wichtig ist zu wissen, dass sich die Wahrscheinlichkeit von 50:50 auch durch die Anwendung nicht verändert:) Laut verschiedenen Studien kann sogar das Wetter eine wesentliche Rolle spielen, aber mal ehrlich..."Ne Schatz, heute gibt es keinen Sex, es ist zu warm für ein Mädchen" kommt doch echt blöd und verdirbt sämtlichen Spaß! Von solchen Geschichten wie Mondkalender oder auch der Chinesische Empfängniskalender halte ich persönlich nichts, das ist aber Geschmackssache.

Jetzt interessiert mich aber auf jeden Fall: Kennt ihr noch mehr Tipps und habt ihr irgendwas davon ausprobiert, mit oder ohne Erfolg?



Und noch mal ganz wichtig, für alle anonymen Kommentare: Ich weiß, dass es Frauen gibt, die ewig auf ihr Wunder warten müssen oder gar nicht schwanger werden können und denen das Geschlecht des Babys vollkommen egal ist! Deshalb bitte nicht alles so Ernst nehmen, ich bin lediglich dem Wunsch meiner Leser nachgekommen, die genau diese Frage gestellt haben. Sollten Kommentare in diese Richtung kommen, werde ich sie nicht erst frei schalten, denn der Hinweis auf einen ironischen Beitrag fiel oft genug!

Freitag, 24. April 2015

Oberfeldwebel Gurkenhals

Im Hause Gurkenhals herrscht neuerdings ein strenger Ton! Theo der Erste hat das Regiment übernommen und stellt mit deutlichen Befehlen klar, wer hier das sagen hat. So kann es schon mal folgender Maßen ablaufen, wenn wir das Haus verlassen wollen:

Ich: "Komm Theo, anziehen. Wir gehen auf den Spielplatz."
Theo rennt begeistert in den Flur und stellt sich vor den Schuhschrank: "AUF"!
Ich öffne den Schrank.

Theo: "SCHUHE!"
Ich: "Ja Theo, wir ziehen Schuhe an."
Theo: "SCHUUUUUUHE!"

Ich: "Jahaaa. Wollen wir die grünen Schuhe anziehen?"
Theo: "NEIN!"
Ich: "Ok. Welche willst du dann anziehen?"

Theo (jammernd, mit dicken Kullertränen):  "SCHUHEEEE!"
Ich: "Theo, wieso weinst du denn jetzt? Welche Schuhe willst du anziehen?"
Theo zeigt auf die schwarzen Schuhe und ruft "DAS!"

Ok, nachdem das Drama Schuhe überstanden ist, stiefelt Theo durch die Wohnung und gibt den nächsten Befehl.

Theo: "JACKE!"
Dummerweise sind draußen 25 Grad und es ist viel zu warm für eine Jacke.

Ich: "Theo, wir brauchen heute keine Jacke. Die Sonne scheint."
Theo (bereits wieder leicht gereizt): "JAAAACKE!"

Ich ziehe ihm die Jacke an, lasse sie aber offen aufgrund der Hitze draußen.
Theo (jetzt wirklich sauer): "ZUUU!"

Na gut, ich schließe die Jacke und bekomme prompt die nächste Anweisung.
Theo: "MÜTZE!!"
Wir setzen die Mütze auf, ich bin mittlerweile völlig durchgeschwitzt, da ich das Baby vor den Bauch gebunden habe und will endlich los.

Theo: "DURST!"
Ich renne in die Küche und hole ihm ein Glas mit Wasser.

Theo (entrüstet): "BECHER!"
Damit ist seine Fuchstasse gemeint. Also wieder zurück in die Küche, Fuchstasse holen und Wasser umfüllen, Kind kurzzeitig zufrieden gestellt.

Ich will mich nun Richtung Tür begeben, da schallt es: "FUUUUFF!"
Ah ja, der Fuchs muss mit. Fuchs unter den Arm geklemmt, Tür ran gezogen.

Theo (kein Zweifel, dies ist ein Befehl): "SCHLÜSSEL!"
Ich überreiche dem Gurkenhals feierlich den Schlüssel und er versucht gefühlte drei Stunden ihn ins Schloss zu stecken, um zuzuschließen.

Wir haben es endlich an die frische Luft geschafft, da verkündet der Gurkenhals stolz: "KACKA!"
Oh man...

Ich könnte die Story noch Ewigkeiten weiter erzählen, aber das erspare ich euch an dieser Stelle mal. Manche mögen jetzt denken, Mensch, die lassen sich aber auf der Nase herum tanzen. Ich finde es aber wichtig, dass Theo merkt, dass wir ihn verstehen und auf seine Bedürfnisse eingehen. Das soll ihn motivieren, weiter fleißig das Sprechen zu üben.

Bis vor kurzem dachte ich noch mein Kind wird wohl nie sprechen lernen, immer wieder wurde nur auf Dinge gezeigt, begleitet von einem nervigen Fiep-Ton und dann mussten Mama und Papa erraten, welches der 100 Dinge auf der Küchentheke denn jetzt gewünscht ist. Nicht selten gefolgt von einem Heulanfall, weil wir bösen Eltern den falschen Gegenstand anreichten. Nun haben wir hier eben einen kleinen Feldwebel und den ganzen Tag tönt es durch die Wohnung "ESSEN!", "DURST!", "MESSER!", "BUTTER!", "BUCH!", "SITZEN!", "RUTSCHEN!", "ZU!", "AUF!", "AB!" und so weiter,

Besonders beliebt ist seit Neustem auch der Befehl "HABEN!". Da wird auf das Objekt der Begierde gezeigt und es heißt "TASSE HABEN!" oder auch "DURST TASSE HABEN!". Ich verbuche das mal unter Dreiwortsatz:). Generell finde ich es Wahnsinn, welche sprachliche Entwicklung Theo in den letzten Wochen gemacht hat. Monatelang sprach er nur fünf Wörter und plötzlich, quasi über Nacht, platzte der Knoten. Ich komme gar nicht mehr hinterher mit dem Aufschreiben seiner Kreationen und jeden Tag kommen mindestens zwei neue dazu. Endlich kann man sich richtig mit ihm unterhalten.

Ach ja, der Befehl schlechthin ist hier natürlich auch sehr beliebt: "NOCHMAAAAL!". Sei es beim Eis essen oder beim Quatsch machen mit Papa. Und wehe irgendwann ist Schluss mit "NOCHMAAAAL". Dann rollen sie wieder, die dicken Kullertränen. Denn niemand widerspricht Oberfeldwebel Gurkenhals;)



Dienstag, 14. April 2015

Familie Gurkenhals im neuen Design

Na, wer von euch hat es schon entdeckt? Familie Gurkenhals erstrahlt in neuem Glanz! Und Frau Gurkenhals strahlt gleich mit, so happy ist sie darüber!

Um ehrlich zu sein, ging mir das Blogdesign schon lange auf den Keks. So wirklich passte es nicht zu uns, der Banner war unprofessionell und überhaupt harmonisierte hier nichts miteinander. Deshalb stand die Überarbeitung des Blogs ganz oben auf meiner To-Do Liste. Problem nur: Ich bin ein absoluter Technik-Nerd. Schon beim Erstellen des Blogs vor über einem Jahr war ich genervt von den tausenden Funktionen, mit jedem Klick wurde es eher schlimmer als besser und um mich in die Materie einzulesen fehlte mir einfach Zeit und Lust. Mein Hauptaugenmerk liegt eben auf den Texten und Bildern, dennoch sollte man das optische nicht ganz vernachlässigen.

Umso glücklicher bin ich, dass die talentierte Ka von Kaonka Design sich nun meines Blogs angenommen hat. Und die Frau hat es echt drauf oder? Wir brainstormten ein wenig über WhatsApp, ich betonte, dass ich es gerne schlicht und einfach mag, ohne viel Schnick Schnack, und "irgendwas mit Flieder" warf ich noch in den Raum und herausgekommen ist das dabei! Besonders verliebt bin ich in das neue Logo, denn es passt einfach so toll zu uns und man erkennt, dass wir nun zu viert sind.

Jetzt habe ich auch endlich wieder mehr Motivation häufiger und regelmäßiger zu Bloggen. Insofern mich dass Motzebaby denn lässt. Die Themenliste ist auf jeden Fall lang genug, um einige Seiten zu füllen.

Wenn ihr euch auch so ein schönes Blogdesign wünscht, dann schaut doch mal bei Ka rein! Sie macht auch wunderschöne Geburtsdatenbilder und andere zuckersüße Dinge, die den manchmal grauen Alltag erhellen. Ihren Dawanda-Shop findet ihr hier und natürlich bloggt die zweifache Mami auch auf ihrem Blog Ich und Du. Und Du. Absolut lesenswert!

Und jetzt bin ich gespannt, wie euch das neue Design gefällt. Hinterlasst mir doch bitte einen Kommentar, Kritik ist willkommen und auch wenn euch noch etwas fehlt, dürft ihr das gerne kundtun!

Herzlichst,

Frau Gurkenhals

Dienstag, 7. April 2015

Schon wieder kein Anfängerbaby

Puff. Da ist sie zerplatzt, meine Seifenblase. Meine kleine große Traumwelt, die ich mir während 40 Wochen Schwangerschaft aufgebaut und ausgemalt habe. 10 lange Monate, in denen mir immer wieder bestätigt wurde "Die zweiten Kinder sind ganz anders. Viel ruhiger. Viel einfacher. Viel gelassener. Denn auch die Eltern sind entspannter. Niemand bekommt zwei Schreikinder". Na gut, Clara ist (bisher) kein Schreibaby, aber ein Anfängerbaby ist sie definitiv auch nicht. Ein Anfängerbaby, was ist das überhaupt? Ich habe da so meine eigenen Vorstellungen:

...ein Baby, dass sich auch mal ablegen lässt (und dabei zufrieden ist)
...ein Baby, dass wenig weint
...ein Baby, dass viel schläft, nachts gerne 4 Stunden am Stück oder länger
...ein Baby, dass ohne Probleme an die Brust geht (quasi ein Vollstillprofi)
...ein Baby, dass wenig bis keine Bauchschmerzen hat
...ein Baby, dass friedlich im Kinderwagen vor sich hin schlummert
...ein Baby, dass im Auto einschläft (und nicht an jeder Ampel wieder aufwacht)
...ein Baby, dass auch mal zufrieden ist

Das sind nur ein paar Sachen, die meinem Fusselhirn gerade einfallen. Und nun mal Theo im Vergleich. Theo war ein Arschloch-Baby. Ein bisschen gemein der Ausdruck, aber irgendwie passt er. Theo fand immer alles doof. 

...Stillen doof
...Verdauung doof
...Ablegen doof
...Schlafen doof (aber richtig!)
...Kinderwagen doof
...Ausflüge doof
...Babyschwimmen doof (überhaupt sämtliche Babykurse)
...Auto fahren doof  usw.

Er schrie eigentlich fast rund um die Uhr, wie schlimm das eigentlich war, weiß ich dank Verdrängungshormonen zwar nicht mehr, aber ich erinnere mich durchaus an durchwachte Nächte und viele Tränen (vor Erschöpfung).

Clara ist jetzt genau 14 Tage alt und möchte ihrem großen Bruder wohl gerne nacheifern. Sie schreit zwar nicht und weinen kann man es auch nicht wirklich nennen, aber sie motzt ganz gerne. Und zwar bei genau den gleichen Dingen wie ihr Bruder. Den Kinderwagen findet sie eher so semi, Auto fahren ist auch nicht so der Hit. Sie hat leider schlimme Bauchschmerzen (wer hat behauptet Mädchen hätten weniger Koliken??) und auch sie ist kein Vollstillprofi. Am liebsten liegt sie den ganzen Tag auf meinem Arm, ablegen klappt mal so 2 Minuten. Und schlafen...naja sie schläft wenigstens. Aber spätestens alle 2 Stunden, eher jede Stunde, meldet sie sich zur Mahlzeit. Außerdem spuckt sie wie ein Weltmeister. Selbst baden findet sie kacke, dabei hat das sogar ihr Bruder geliebt.

Ich weiß, dass das alles normal ist (die Kinderärztin nannte es liebevoll Regulationsstörungen). Und ich will mich auch wirklich nicht beschweren. Aber hätte ich nicht ein mal Glück haben können? Wenigstens in einer Sache...beim Schlafen zum Beispiel. Mal wieder haben alle Mütter um mich herum Durchschlafbabys. Gibts dafür ein Geheimrezept, dass ich noch nicht entdeckt habe? Oder beim Stillen. Und die blöden Bauchschmerzen hätten auch gerne wegbleiben können.

Nun müssen wir aber damit leben. Und das ist das tolle beim zweiten Kind. Man kommt damit klar. Während ich bei Theo noch nach Ursachen gesucht habe und in Selbstmitleid zerflossen bin, nehme ich es dieses mal so hin. Dann wird das Klebebaby eben 24 Stunden getragen (Gott sei dank konnte ich dem teuren Bugaboo widerstehen), dann wird eben der Bauch massiert was das Zeug hält und ja, auch dieses mal habe ich wieder ein Flaschenkind. Aber auch die werden groß. Das sehe ich an meinem Theo, dem tollsten Kleinkind der Welt, einst Arschloch-Baby, jetzt Sonnenschein und mein Ein und Alles. Auch dieses mal hatten wir kein Glück mit dem Anfängerbaby, dafür halten wir das größte Glück der Welt in den Händen. Unsere kleine Motzkönigin.