Mittwoch, 5. März 2014

Die Sache mit dem Nähen

Dazu muss ich erstmal etwas weiter ausholen:

Ich habe zwei linke Hände. Schon immer. Alles was ich anfasse, wird eben nicht zu Gold sondern eher zu Mist. Ich bekomme die simpelsten Sachen nicht hin, beispielsweise einen geraden Rand auszuschneiden oder einen Knopf anzunähen. Ob Ihr es glaubt oder nicht, solche Dinge erledigt bei uns der Mann. Mein Mann ist nämlich genau das Gegenteil von mir. Der kann alles und alles, was er anfasst, klappt auch garantiert. Er kann kochen, zeichnen, putzen, handwerkeln, er näht Knöpfe an und stopft Socken. Echt, ich schwöre! Kein Wunder, dass ich mich als Hausfrau immer manchmal total überflüssig fühle. 

Also musste etwas hausfrauenmäßiges her. Etwas, wofür ich in der Familie verantwortlich bin. Etwas, das ich besser kann als mein Mann, hähä. 

Gut, vielleicht war es nicht die cleverste Idee aller Zeiten, sich ausgerechnet das Nähen an der Maschine auszusuchen, wenn man wie ich kein Talent für nichts hat. Aber schon monatelang schmachtete ich diese wunderschönen, selbstgenähten Klamotten auf diversen Mama-Blogs an, bestellte für ein kleines Vermögen bei Dawanda, um wenigstens ein paar Einzelstücke im Kleiderschrank zu haben und beneidete alle Freundinnen um ihr Nähtalent. Ich wollte das unbedingt auch können! 

Also nutzte ich meinen besten Freund Google und machte mich auf die Suche nach einem Nähkurs in meiner Stadt. Nähen liegt ja voll im Trend, dachte ich, da wird das Angebot groß sein. Naja, das Angebot war dann doch nicht so groß, aber die Nachfrage umso mehr. Das einzige Nähcafé in unserer Stadt war gefühlt über Jahre hinweg ausgebucht. Aber ohne Nähkurs traute ich mich nicht wirklich an die Sache ran. Wie gesagt, zwei linke Hände lassen grüßen. Wahrscheinlich hätte ich mir daheim beim ersten Versuch direkt den Ärmel an mein Handgelenk genäht oder schlimmeres. Im Internet fand ich dann auch Frau Nett, die zufällig ebenfalls in meiner Stadt lebt, nähbegeistert ist und und mir liebenswerter Weise alle Fragen rund ums Thema nähen beantwortete. 

So zogen dann nach und nach die wichtigsten Nähuntensilien bei mir ein, an Weihnachten schließlich auch meine erste Nähmaschine (eine W6). Und endlich hatte ich auch mal Glück und fand doch noch einen Nähkurs. Bei der lieben Panajota lernte ich in nur fünf Stunden die Handhabung der Maschine, nähte ein kleines Kosmetiktäschchen und sogar einen Rock. Und was soll ich sagen? So doof stellte ich mich gar nicht an, ich bekam sogar Lob zugesprochen! Das motivierte mich dazu, daheim fleißig weiter zu üben.

Als erstes traute ich mich an ein paar Stulpen. Kann ja nicht so schwer sein oder?;) Naja, die ersten zwei Versuche vergessen wir mal. Aber es wurde immer besser und mit dem Erfolg stieg auch der Spaßfaktor.



Danach wollte ich eine Hose für Theo nähen. Ich entschied mich für die Wilma Wendehose von Dino Van Saurier, nicht die beste Entscheidung für einen Nähanfänger, wie sich dann herausstellte. Viel Fummelei und einige Schimpfwörter später war sie aber fertig und sogar durchaus tragbar.



Es folgten drei weitere Hosen aus diesem Schnittmuster, allerdings einlagig, also nicht zum Wenden. Diese habt Ihr mit Sicherheit schon auf dem Blog gesehen.



Das Schnittmuster der Frida Pumphose vom Milchmonster durfte dann ebenfalls hier einziehen. Daraus entstand diese süße Hose, zwei weitere sind gerade in Arbeit.



Nachdem Theo ausreichend mit Hosen versorgt war, sollte dann auch einmal was für Obenrum her. Daher entstanden in der letzten Woche zwei Bodys. Der Schnitt ist von FeeFee und ich muss sagen, ich bin ein klein wenig Stolz auf mich. Sie sind beide nicht perfekt aber tragbar und das ist das Wichtigste.



Damit der Gurkenhals nicht friert, mussten auch noch ein paar Mützen sowie eine Halssocke von der Nadel hüpfen. Dafür erstand ich das ebook für die Minutenmützen von Klimperklein. Und obwohl ich mir Mützen nähen recht einfach vorgestellt hatte, gelingen sie mir von allen genähten Sachen bisher am schlechtesten. Entweder sind die Beanies nicht weit genug geschnitten oder sie rutschen Theo immer wieder über die Augen. Aber ich bleibe dran;) Für die Halssocke habe ich übrigens diese kostenlose Anleitung verwendet.



Ihr seht also, ein Profi bin ich noch lange nicht. Aber ich habe Spaß an der Sache und das Nähen ist mittlerweile eine richtige Sucht geworden. Die Nähtanten unter Euch kennen das Gefühl bestimmt, wenn man durch den Stoffladen streicht und vor dem inneren Auge sieht man schon, was man mit den Stöffchen alles tolles zaubern könnte. Daher ist meine Stoffsammlung auch schon beachtlich gewachsen.



Die nächsten Nähprojekte sind bereits in Planung. Es sollen viel viele Schlupfshirts für Theo entstehen, ebenso möchte ich mich an einer Yellow Sky Jacke versuchen *angst* und ich möchte auch endlich mal etwas für mich nähen. Nämlich eine tolle Tasche nach diesem Schnittmuster. Die Ergebnisse zeige ich Euch dann natürlich auf dem Blog.

Und jetzt habe ich noch ein paar Fragen an Euch: Sind denn Nähtanten unter meinen Lesern? Wie habt Ihr das Nähen gelernt und warum seid Ihr süchtig danach? Näht Ihr nur für Eure Kleinen oder auch mal für Euch?

Liebste Grüße!

Kommentare:

  1. Hach... du machst mir Mut! Ich möchte nämlich jetzt auch endlich starten und sehe mir den lieben langen Tag YouTube Tutorials zu dem Thema an. Du schreibst du hast eine W6 Nähmaschine... eine Overlook? Nähst Du nur Baumwolle oder auch Jersey? Ich bin nämlich gerade am Überlegen welche Nähmaschine denn die richtige für mich ist! :)

    Und ach ja, ich mag den Blog sehr gern!

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    1. Hallöchen!
      Erstmal freue ich mich, dass dir mein Blog gefällt:)
      Nun zu deinen Fragen: Also ich habe die W6 N1615. Also eine ganz normale, eher preiswerte Nähmaschine. Sie ist ok, sicherlich gibt es besseres aber ich wollte für den Anfang kein Vermögen ausgeben. Hätte ja sein können, ich bekomme gar nichts auf die Reihe:D
      Bisher habe ich nur mit Jersey genäht und einmal mit Cord. Jersey ist ein bisschen schwieriger als Baumwolle oder Cord, aber für Babyklamotten eignet sich Jersey einfach am besten. Mit ein bisschen Übung geht das!

      Also trau dich:) Wenn ich das hinbekomme, kriegt das jeder hin :D
      Liebe Grüße!

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    2. Ich dachte immer für Jersey wäre eine Overlook am besten?! Die finde ich nämlich ziemlich teuer...:/

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    3. Mit einer Overlock lässt es sich mit Sicherheit schneller und sauberer arbeiten aber mit einer Nähmaschine geht das genauso gut;)

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  2. Super, ich freu mich, dass du meinen Blog erwähnst. Und auch, dass du andere motivierst, zu diesem tollen Zeitvertreib. Es ist wirklich ein herausragendes Gefühl, etwas selbst genähtes in der Hand zu halten und bestimmt noch besser, sein Kind darin einzuhüllen. Ich freu mich schon jetzt darauf, den Kleiderschrank meines Kindes irgendwann voll zu nähen!
    P.S.: Es war sehr schön, dein Theo ist wirklich ein süßer Schatz. Vielleicht sehen wir uns in der Messe. Und rann an die Yellow Sky, es lohnt sich!
    LG Frau Nett

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