Montag, 24. März 2014

Jetzt haben wir den Salat - Kita oder Tagesmutter?

Zunächst einmal: Ich möchte jetzt keine Diskussion über Fremdbetreuung beginnen. Fakt ist, dass ich meinen kleinen Gurkenhals nur schweren Herzens abgebe. Er ist doch noch so klein und hilflos und überhaupt möchte ich über gewisse Erziehungsfragen, wie zum Beispiel ab wann geht mein Kind aufs Töpfchen, selbst entscheiden können. Fakt ist aber auch, dass wir mit nur einem Gehalt nicht lange um die Fichte kommen. Ich muss arbeiten gehen und mehr als ein Jahr Auszeit ist einfach nicht drin. Also muss der Sohnemann gut untergebracht sein. Und zwar so, dass ich ihn morgens ohne schlechtes Gewissen in die Betreuung gebe und nachmittags einen strahlenden Theo wieder abhole. Das ist zumindest meine Wunschvorstellung.

Als der Gurkenhals ein paar Monate alt war, liebäugelte ich zunächst mit einer Tagesmutter. Auch wenn ich niemanden kenne, der diese Betreuungsform gewählt hat, habe ich doch viel Positives gelesen und stellte mir das alles sehr persönlich und irgendwie kuschelig vor. Mein Mann hingegen tendierte eher zu einer Kita, ihm waren vor allem die längeren Betreuungszeiten und die größeren Gruppen (Das Kind muss lernen sich durchzusetzen!) wichtig. So ganz einig wurden wir uns nicht.

Vor zwei Wochen dann konnte ich mich dazu durchringen, den Kita-Antrag auszufüllen und abzuschicken. Natürlich mal wieder viel zu spät, wie immer eigentlich. Doch bis dahin hatte ich keinen richtigen Plan, wann genau ich mein Studium wieder aufnehmen möchte und ob es uns überhaupt möglich ist, mit vorerst nur einem Gehalt, die Kita zu finanzieren. Außerdem waren wir noch auf Wohnungssuche und natürlich sollte die zukünftige Kita strategisch möglichst günstig gelegen sein. Als dann feststand, dass ich ab September endlich meine Abschlussarbeit beenden möchte, gab ich den Antrag im zuständigen Amt ab. 

Tja, die (reizende) Dame dort hatte nicht viel mehr als ein müdes Lächeln für mich übrig. Ach ne, ich wusste ja, dass wir ziemlich spät dran sind aber genau die selbe Dame hatte mich vor gut einem Jahr noch ausgelacht, als ich im 8. Monat schwanger anfragte, ob ich denn nicht jetzt schon den Antrag stellen könnte. Sie konnte mir nicht viel Hoffnung machen, erzählte irgendetwas von Ende 2015. Also musste Plan B her. Ich machte mich auf die Suche nach einer Tagesmutter und fand eine sehr nette Frau, mein Baujahr, direkt neben der Arbeitsstätte meines Mannes. Perfekt eigentlich. Wir trafen uns und ich fühlte mich auf Anhieb wohl. Es gab ein Spielzimmer, ein Tobezimmer, einen Schlafraum und einen großen Hof für kleine Rabauken, wie mein Gurkenhals einer ist. Es gab Tiere, für die die Kleinen verantwortlich sind, jeden Tag wurde frisch gekocht und gemeinsam gebastelt. Ich war wirklich sehr angetan. Das Problem: Die Tagesmutti ist schwanger und ab April erst einmal für ein Jahr in Elternzeit. Und ihre Vertretung möchte alles anders machen. Keine Tiere mehr, keine Bastelnachmittage, kein frisch gekochtes Essen. Das war schon wieder weniger perfekt. Ich tröstete mich aber damit, dass es sich für den Gurkenhals lediglich um 7 Monate handeln würde, denn dann kehrt ja die alte Tagesmutter zurück. Also sagte ich den Platz zu. Lieber den Spatz in der Hand als die Taube auf dem Dach.

Heute dann der Anruf. Wir könnten den letzten Platz im Betriebskindergarten meines Mannes haben. Ab September. Ich war erstmal total überfordert, hatte ich damit doch gar nicht gerechnet. Jetzt haben wir also den Salat und müssen eine Entscheidung treffen. 

Für die Tagesmutter sprechen vor allem die kleine Gruppe aus fünf Kindern, die persönlichere Betreuung und die familiäre Umgebung. Dagegen spricht leider, dass ich bei der Vertretung etwas Bauschmerzen habe und Theo nach knapp sieben Monaten seine Bezugsperson verliert. Außerdem betreut die Tagesmutter nur Kinder bis 3 Jahre, danach steht der Wechsel in die Kita an. Für die Kita sprechen die besseren Betreuungszeiten, die frische Küche, das vielfältigere Angebot (Basteln, Sport, Töpfern, Englisch usw) sowie die Beständigkeit bis zum Schuleintritt. Gegen die Kita sprechen die häufigen Krankheitsfälle, die großen Gruppen und die unpersönlichere Betreuung. Der Standort ist der gleiche, genauso die Kosten.

Momentan tendiere ich doch eher zu dem Kitaplatz. Mich würde aber mal interessieren, wo Eure Mäuse denn betreut werden (wenn sie denn betreut werden) und warum Ihr Euch für diese oder jene Variante entschieden habt!

Kommentare:

  1. Hier in München ist es leider so, dass man sich direkt in der Kita anmelden muss, sobald man weiß, dass man Schwanger ist. (finde ich total stressig) Und ob man dann zum gewünschten Zeitpunkt einen Platz bekommt ist dennoch fraglich.
    Also zunächst einmal Gratulation dazu, dass du mehrere Möglichkeiten hast. :-)
    Dem Konzept Tagesmutti gegenüber bin ich persönlich eher skeptisch. Was passiert z.B. wenn die Tagesmutti wegen Krankheit ausfällt? Wenn es einem der Kinder einmal nicht gut geht und die Tagesmutti für dieses Kind besonders viel Aufmerksamkeit benötigt, was ist in der Zeit mit den anderen Kindern? etc.

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    1. Haha, ja du hast Recht, wir haben wohl in der Hinsicht ein Luxusproblem. Wobei wir wahrscheinlich einfach riesiges Glück hatten, dass genau noch ein Platz frei geworden ist und Theo vom Alter her in die Gruppe passt.
      Mit dem krank sein hast du natürlich recht, das lösen die Tagesmamas auf unterschiedliche Art und Weise. Unsere Vertretung schickt die Kinder beispielsweise in der Zeit in eine kooperierende Einrichtung. Ob die Kinder da so gut aufgenommen werden, wenn sie niemanden kennen, ist natürlich eine andere Sache.

      Vielen Dank für deine Einschätzung!

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  2. Also, ich finde eigentlich, dass alles für die Kita spricht. Du sagst selbst, dass du Bauchschmerzen hast, was die Vertretung angeht und ich kann dich verstehen. Wieso sie zB kein frisches Essen anbietet, verstehe ich nicht. Das ist für mich schon ein Punkt, bei dem ich keine Abstriche machen wollen würde. Und du sagst ja auch, dass du dir nicht sicher warst, wann du wieder in dein Studium einsteigen kannst. Evtl. wird es bei der Tagesmutter ähnlich sein und es sind nicht nur 7 Monate, in denen du die Notlösung nutzen musst.

    Klar sind die Krankheitsfälle in der Kita blöd, andererseits sind sie ein super Training für das Immunsystem. Ist im Kiga-Alter vielleicht besser als in der Schule, da verpassen die Kids deutlich mehr. In der größeren Gruppe ist es für den kleinen Gurkenhals vielleicht auch leichter, einen Freund zu finden. Wenn er sich in der kleinen Gruppe mit keinem Kind versteht (was ja durchaus sein kann), ist er ziemlich arm dran.

    Naja, so richtig helfen konnte ich dir bei der Entscheidung wahrscheinlich auch nicht :( Viel Erfolg euch und halte uns doch auf dem Laufenden :)

    alles Liebe

    Nadja

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    1. Hallo Nadja,

      doch natürlich hast du mir geholfen! Deine Argumente sind auf jeden Fall logisch und kommen mit auf die Pro und Contra Liste! Vielen Dank:)

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  3. Huhu!
    Wir werden unser kleines Fräulein ab August zu Hause betreuen - mein Mann wird Stunden reduzieren und ich dann arbeiten wenn er zu Hause ist. Das ist natürlich nur möglich weil wir nicht zwingend auf das volle Gehalt angewiesen sind... aber Abstriche sind natürlich auch bei uns dann zu machen!
    Wir werden allerdings auch nur ein Jahr vorerst diese Lösung übernehmen - danach steht dann auch eigentlich ein Kindergarten an...

    Ich selber kenn die Situation mit der Tagesmutter aus einer ganz anderen Sicht! Meine Mutter hat früher als solche gearbeitet und ich selber fand es immer herrlich mit den vielen kleinen Kindern :-)

    Liebe Grüße Anny

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    1. Das ist natürlich auch eine klasse Lösung, wenn man es sich denn leisten kann. Mir geht es auch gar nicht so sehr ums Geld, da findet sich ja immer ein Weg, aber ich möchte endlich das Studium beenden und das schaffe ich nur, wenn ich Theo mal ein paar Stunden irgendwo abgeben kann. Leider haben wir hier keine Verwandten, die das übernehmen könnten.

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