Montag, 18. August 2014

Der 9. Wachstumsschub (59. - 65. LW) oder auch: Muddi ist die Beste!

Ich bin ein großer Fan des Buches "Oje, ich wachse". Nicht umsonst steht es bei uns im Bücherregal ganz weit vorne, denn alle paar Wochen holen wir es raus und blättern es durch auf der Suche nach Ursachen für die Übellaunigkeit unseres Sohnemannes. Und bisher wurden wir selten enttäuscht. Bei uns passt das Buch wie die Faust aufs Auge, immer wieder erkennen wir Verhaltensweisen des kleinen Gurkenhalses wieder und können daraus den entsprechenden Wachstumsschub ableiten. Natürlich sind die kleinen Mäuse keine Maschinen und entwickeln sich nach Schema F. Viele Fähigkeiten, die die Kinder nach einem bestimmten Schub können sollen, konnte ich bis heute nicht bei Theo entdecken. Und auch die Kommentare und Zitate der Eltern finde ich teils doch sehr merkwürdig. Auch fangen bei uns die Schübe grundsätzlich ein bis zwei Woche vorher an, obwohl Theo pünktlich zum Termin auf die Welt kam. Aber im Großen und Ganzen passt es einfach.

Tja und jetzt sind wir wieder mittendrin im, wie wir es gerne nennen, Kasperle-Theater. Die Welt unseres Prinzen steht Kopf und das bringt er lautstark zum Ausdruck. Alles begann genau einen Tag nach unserem Urlaub. Der Gurkenhals war plötzlich mega schlecht gelaunt, ningelte vor sich hin und weinte bei jedem "Nein" sofort bitterlich los. Erst dachte ich, er vermisst die frische Ostsee-Luft und langweilt sich einfach zu Hause. Also versuchten wir viel zu unternehmen, fuhren in den Tierpark und auf den Spielplatz. Doch auch dort wurde die Laune nicht besser. Theo wollte laufen, dann wollte er wieder getragen werden, dann war das plötzlich wieder doof aber laufen genauso und Kinderwagen erst recht. So wirklich wusste er nicht, wohin mit sich. Man merkte ihm richtig an, dass er total verwirrt war. Hinzu kam, dass er bereits eine Stunde nach dem Aufstehen wieder gähnte und sich die hübschen Äuglein rieb. Nachdem wir es nach wochenlangem Kampf endlich geschafft hatten, dass Theo nur noch Mittagsschlaf hielt, wollte er plötzlich wieder 3!!! mal am Tag schlafen. 

Also schnell die Oje, ich wachse - App herunter geladen und das genaue Alter des Gurkenhalses gecheckt. 58 Wochen. Wie immer also eine Woche zu früh aber eindeutig der 9. und somit vorletzte (juhuuuu) Wachstumsschub. Der Beweis:

Dort, wo das Logo ist, befinden wir uns gerade.

Wie kündigt sich der Schub denn aber nun an? Ich zitiere an dieser Stelle mal die App:

"In diesen Wochen durchläuft ihr Kind den neunten Sprung seiner mentalen Entwicklung. In der Welt der Prinzipien merken sie, dass es allerlei Programme flüssiger, natürlicher und deutlicher durchführt. Es hat sie gewissermaßen im Griff."

Oh ja. Und wie er uns im Griff hat. Der Herr möchte sein Essen nicht im Hochstuhl bzw. am Tisch einnehmen, sondern sich lieber beim durch die Gegend Toben immer mal wieder einen haps abholen? Dann wird eben so lange im Stuhl gebrüllt, bis wir seinen Wünschen nachkommen. Der Herr möchte etwas bestimmtes gereicht bekommen und zeigt mit dem Finger darauf. Und wehe, wir deuten seinen Fingerzeig nicht richtig und reichen den falschen Gegenstand an. Dann kann sich schon einmal das Tor zur Hölle öffnen. Generell hat er diese neue Marotte, unsere Hand zu nehmen und wir sollen dann etwas für ihn erledigen. Einen Knopf drücken oder einen Schub öffnen. Obwohl er das locker alleine kann. Aber so ist's ja viel cooler. Mama und Papa springen ja, sobald dem Prinzen auf der Erbse ein Pups quer hängt.

Ein richtiger Sturrkopf ist er, der sich durch nichts von seinem Ziel abbringen lässt. Ein "Nein" scheint gleichbedeutend mit einer Ohrfeige, anders kann ich mir die vielen vielen Tränen nicht erklären, die ein Verbot mit sich ziehen. Ablenken hilft auch so gar nicht, das macht ihn nur noch wütender. So nach dem Motto: Seid ihr bekloppt?? Ich wollte die Schere haben und ihr kommt mir mit einem popeligen Spielzeug? Ich glaube es hackt!!! Die App sagt, jetzt ist es an der Zeit Grenzen aufzuzeigen und Regeln einzuführen. Ich finde das schwierig. Oftmals habe ich das Gefühl, dass er es sowieso noch nicht versteht. Generell bin ich kein riesiger Fan der autoritären Erziehung. Aber natürlich möchte ich kein verzogenes Balg heranziehen, dass Mama und Papa nur noch auf der Nase herumtanzt. Ich gebe es zu, nicht selten sind wir auch einfach überfordert und geben, dem lieben Frieden willen, nach. Wir müssen hier für uns noch den optimalen Mittelweg finden aber es sind noch keine perfekten Eltern vom Himmel gefallen.

Letzte Woche kam der Schub dann übrigens zu seinem Höhepunkt. Ich zitiere noch einmal die App:

"Sie [die Kinder] wollen nur von Mama auf den Arm genommen werden. Selbst Papa ist nicht mehr gut genug. Sie laufen ihnen ständig hinterher, wo sie auch hingehen. Sie sind Eifersüchtig, besonders wenn sie ihre Aufmerksamkeit anderen Kindern schenken."

Jup, haben wir genau so alles durch. Wo wir wieder bei der Überschrift wären. Muddi ist die Beste. Und zwar nur Muddi. Papa darf gar nichts mehr, GAR NICHTS. Nicht füttern, nicht wickeln, nicht einmal die Trinkflasche reichen. Auch nicht auf den Arm nehmen. Und wenn Papa in den Raum kommt wird auch mal gerne grundlos losgeheult. Blöd für den Papa und genauso blöd für mich. Den ganzen Tag hängt Theo mir am Bein, ich darf den Raum nicht mehr verlassen und muss ihn überall mit hinschleppen. Und wehe ich widme meine Aufmerksamkeit etwas oder jemand anderem. Eifersucht wird hier ganz groß geschrieben.

Puh, anstengend ist das also aber wir wissen ja, wofür es gut ist. Denn am Ende des Schubes stehen neue Fähigkeiten, mit denen uns unsere Kleinen große Freude bereiten. Dazu gehören wohl u.a. das Vorausdenken, Pläne machen und der Unterschied zwischen mein und dein. Na dann bin ich mal gespannt, was Theo alles aus diesem Schub mitnehmen wird.

Wie ist das bei euch? Merkt ihr die Wachstumsschübe auch so heftig oder bleibt ihr gänzlich davon verschont?

Kommentare:

  1. Oh je... das kennen wir. Zum Glück weiß man, dass jeder Schub irgendwann zuende geht :-)

    Was ich super super super finde: "das glücklichste Kleinkind der Welt".
    Tolle Tipps ohne autoritäre Erziehung. ..

    Lg und starke Nerven,
    Manuela

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  2. Super, wie Sie das beschreiben... Genau so gehts uns auch!!
    Schön zu wissen, dass ich nicht alleine bin in dem Sprungchaos.
    Ja, gut, dass das vorbeigeht. Die beiden Bücher sind spitze und eine große Hilfe. Man lernt die Zwerge besser verstehen und damit besser umzugehen, wenns mal wieder rumst zuhause .

    Lg und alles Liebe und Gute,
    Mel

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