Montag, 29. September 2014

Dem Herbst gehört mein Herz!

Zumindest den weniger schmuddeligen Tagen. Korrekt müsste es also heißen: Dem goldenden Herbst gehört mein Herz. Und von dem haben wir ja gerade jede Menge. Was wirklich praktisch ist. Denn der kleine Gurkenhals ist ein typisches Draußen-Kind. In der Wohnung langweilt er sich trotz tonnenweise Spielzeug zu Tode und ist einfach nicht ausgelastet. Er rennt dann wie wild den Flur auf und ab und macht eigentlich nur Quatsch. Aber wenn es raus geht...da kann der Herr noch so müde oder knatschig sein, zieht Mama ihm seine kleinen Schühchen an, sprintet er zur Tür und kann es kaum abwarten bis diese sich öffnet. Und wehe Mama wagt es, sich selbst noch Schuhe anzuziehen oder gar noch mal das Örtchen aufzusuchen. Dann wird getobt. Sobald wir aber die Straße betreten ist alles vergessen. Sogar Mama. Denn wer braucht schon eine lenkende Hand, wenn man selbst durch die Gegend rennen und springen kann. Das kann manchmal ziemlich gefährlich sein, denn dass auf der Straße Autos fahren und auf dem Gehweg gerne mal Radfahrer entgegen kommen, hat er irgendwie noch nicht ganz verstanden. Also schnappe ich ihn mir am liebsten direkt, packe ihn ins Auto und fahre an einen kindersicheren Ort, also in den Park oder auf den Spielplatz (beides leider nicht in unserer Nähe). 

Am Wochenende haben wir beides gemacht und dabei sind ein paar super schöne Fotos entstanden (sowohl mit meiner Kamera als auch mit dem Handy), die ich euch einfach mal zeige. Denn schließlich gab es lange keine Bilder auf dem Blog. Schade nur, dass ich euch die mit Gesicht nicht zeigen kann, denn sein Grinsen von Ohr zur Ohr ist einfach goldig. Unser Fazit nach zwei Tagen wunderbarem Herbstwetter und einer tollen Zeit als Familie: Wir brauchen dringend ein Haus mit Garten...ja ja, träumen wird man ja wohl noch dürfen.

Spielplatz:

Sand ist eh immer das Größte...

Kleiner Entdecker

Dieses Auto auf dem Spielplatz liebt Theo

Und steigt auch nicht mehr freiwillig aus!

Park:

Andere Kinder beim Kastanien sammeln beobachten

Guck Guck, Papa!

Schau mal Mama, da sind Enten!

Eine besonders schöne Kastanie für den Papa

Meine beiden Männer im Partnerlook

Versteck spielen fetzt!

Donnerstag, 25. September 2014

Erbsen-Update: 13./14./15. SSW

Ihr Lieben,

es tut mir leid aber wir stecken immer noch mitten in der Kita-Eingewöhnung. Es läuft mehr schlecht als recht (darüber gibt es bald einen extra Post), und seit letzter Nacht ist Theo auch noch krank. Ich komme also irgendwie gerade zu gar nichts. Dennoch war gestern wieder FA-Termin und ich fasse einfach mal die letzten drei vergangenen Schwangerschaftswochen zusammen. Die Zeit verfliegt irgendwie nur so und es ist gar nicht mehr so lange hin bis zur Halbzeit. Total krass.

Wie weit bin ich: 15+1
VET: 18.03.2015
Baby wiegt: circa 100g
Größe: circa 11,6 cm (SSL)

Der beste Moment dieser Woche: Eigentlich sollte das der FA-Termin werden. Aber so richtig spannend war es dann doch nicht. Es gab nur einen kurzen Ultraschall, bei dem nach der Herzaktivität geschaut wurde. Dann die üblichen Kontrollen (Blutdruck, Gewicht, Urin) und noch mal kurz Blut abnehmen, und schon war ich wieder draußen. Waren vielleicht 10min. Dabei hatte ich so gehofft, er schaut vielleicht mal nach dem Geschlecht. Aber nö, wieder 4 Wochen warten...Foto gab es übrigens auch keins.

Der beste Moment der letzten 3 Wochen: Endlich der ganzen Familie und all unseren Freunden von der Schwangerschaft berichten. Ich finde es toll, dass sich alle mit uns freuen und obwohl ich dachte, die zweite Schwangerschaft nicken alle nur ab, fiebern doch eine Menge Freunde mit uns mit (Danke dafür!).

Das ist diesmal anders: Meine Haut sieht ganz schlimm aus, so arg hatte ich das bei Theo nicht.

Schreckmoment: /

Ich vermisse: Essen zu können, worauf ich Lust habe.

Heißhunger auf: Puh...so vieles. Hauptsächlich Schokolade, aber auch Rohkostsalat, Hackfleisch, Kiwis...

Wehwehchen: Ab und zu leichter Anflug von Sodbrennen...

Ich freue mich: dass mit der kleinen Erbse alles in Ordnung ist. Denn das ist natürlich das Wichtigste!!

Gekauft: Eine elektrische Wippe (gebraucht) - sowas wollte ich schon bei Theo haben und diesmal erhoffe ich mir, so wenigstens mal 5 Minuten duschen in Ruhe duschen zu können (ja ja ich weiß, schlecht für den Rücken und so, die Erbse soll da drin ja nicht leben sondern nur mal 5 Minuten gespaßt werden). Außerdem ein Stillkissen als Seitenschläferkissen.

Erledigt: Laufgitter abgebaut. Eigentlich wollten wir das direkt für Nummer 2 stehen lassen aber ich habe mich jetzt dagegen entschieden. Irgendwie hat mir das zu sehr was von Knast. Wird also verkauft.

Bauchumfang: Nüscht. Echt jetzt. Gegen Abend wird es mehr aber könnte auch einfach zu viel gefuttert sein. Naja, früher oder später kommt der Bauch schon...

 Nächster Termin: ist am 22. Oktober und am 30.10. zur Feindiagnostik (mit Outing!!!)


Auch gekugelt wird bei Frau Heute und bei der lieben Ka.

Dienstag, 9. September 2014

Mein kleines großes Kita-Kind

Seit Montag ist Theo nun schon ein Kita-Kind. Oh man, was habe ich mir für Gedanken im Vorfeld gemacht. Wird er mit den Erzieherinnen zurecht kommen? Hat er Angst vor den anderen Kindern? Bekommen sie ihn dort zum Schlafen? Was gibt es zu essen? Schmeckt ihm das? Wird er überhaupt alleine da bleiben? Diese Liste lässt sich beliebig lange fortführen. Samstag gingen wir dann alle gemeinsam Theos Hausschuhe für die Kita kaufen, denn von den Erzieherinnen werden feste Schuhe gewünscht, keine Puschen oder Schlappen. Stolz erzählte ich der netten Verkäuferin, dass mein kleiner Gurkenhals ein großer Junge ist und in die Kita geht. Und verdrückte dabei glatt mal ein Tränchen. Ich meine, viel folgt ja dann nicht mehr...Einschulung, Jugendweihe und schwupps...sind sie 18 und wollen ausziehen. Zumindest fast.

Montag um 9:30 Uhr ging es dann los. Die 15 Kinder in Theos Gruppe wurden für die ersten 2 Wochen der Eingewöhnung erst einmal auf je 3 Gruppen à 5 Kinder aufgeteilt. Somit war es nicht allzu wuselig und wir konnten uns in Ruhe alles ansehen. Theo lief sofort begeistert durch die Räumlichkeiten und schaute sich alles neugierig an. Sogar sein eigenes Handtuch hängt schon im Badezimmer und in seinem Bettchen liegt die Decke bereit. Schnell musste ich feststellen, dass Theo von dem ganzen Spielzeug in der Kita total überfordert ist. Meine Güte, das Zimmer könnte aber auch glatt im Toys "R" Us oder Spiele Max stehen. Hunderte von Bausteinen, Lego, Autos, eine Million Puppen und Kuscheltiere, Holzspielzeug ohne Ende, tausende Bücher...wie soll ein Kind sich da entscheiden? Theo flitzte nur so umher, bespielte dort mal was für eine Minute, dann sah er aber schon das nächste Teil und ließ das Andere achtlos stehen. 

Und wie lief es sonst so? Also zumindest gab es keine Tränen. Theo spielte schön, vergewisserte sich aber immer wieder, dass ich auch noch da bin. Zwischendrin kam er an und setzte sich auf meinen Schoss, wir kuschelten kurz und er beobachtete die Situation aus der Distanz. Dann stiefelte er wieder los. Die anderen Kinder waren ihm aber nicht so ganz Geheuer. Ein Junge wollte ihm gerne einen Ball reichen, doch Theo drehte sich nur empört um und haute ab. Ein anderes Mädchen kam freudig auf ihn zu gerannt, das fand er allerdings gar nicht witzig und verkroch sich schnell zu Mama. Ich hoffe er verliert bald seine Scheu und sieht die anderen Kinder als Spielkameraden und nicht als potentielle Angreifer. 

Die Erzieherinnen ignorierte Theo gestern noch komplett, heute nahm er dann doch mal Kontakt zu einer Dame auf, indem er ihr verschiedene Bücher zum Anschauen brachte. Einmal lehnte er sich dabei sogar an sie an. Ich denke das ist ein gutes Zeichen. Die Erzieherinnen in unserer Kita sind fast alle Ü60. Am Anfang hatte ich so meine Probleme damit aber mittlerweile finde ich das gar nicht mehr so schlecht. Sie strahlen viel Ruhe aus und lassen die Kinder auch mal machen. Leider schafft es eine der Damen kaum Theo hoch zunehmen, dabei wiegt er gerade mal 10kg. Und er wird ja nicht leichter. Ich bin mal gespannt, wie das das dann mit dem Wickeln, Anziehen usw. klappt. 

Morgen geht es also in den dritten Tag und soweit ich das verstanden habe, wird diese Woche auch noch nicht getrennt. Erst nächste Woche, wenn die Kinder sich wohler fühlen und eine gewisse Routine entstanden ist. Insgesamt läuft die Eingewöhnung 4 Wochen und ich bin froh, dass sie den Kindern die Zeit geben. Ich denke auch, mein kleiner Gurkenhals braucht diese Zeit. Denn er ist wirklich ein Mama-Söhnchen, durch und durch. Nicht mal auf Toilette gehen kann ich, ohne dass meine kleine Klette hinter mir her läuft. Verschwinde ich mal für ein Stündchen auf einen Shoppingbummel, berichtet der Papa mir jedes mal von vielen Tränen und einem Söhnchen, das immer wieder suchend zur Tür läuft und nach Mama ruft:( Sowas bricht mir echt das Herz und ich kann nur hoffen, dass die Erzieher und nicht zuletzt die vielen Kinder ihn von seinem Kummer ablenken werden.

Ich werde auf jeden Fall berichten wie es weiter geht! 
Mit meinem kleinen großen Kita-Kind.

Donnerstag, 4. September 2014

Erbsen-Update: 12. SSW

Wie weit bin ich: 12+1
VET: 18.03.2015
Baby wiegt: circa 23g
Größe: circa 7,4cm (SSL)

(Die Daten übernehme ich übrigens immer, insofern ich keinen Termin beim FA hatte, aus der App "SSW-Rechner" - die ist echt klasse, um den Überblick zu behalten)

Der beste Moment dieser Woche: Eindeutig die vielen lieben Kommentare unter meinem Stillbeitrag zu lesen. Ihr habt mir wirklich Mut gemacht mit euren Geschichten und jetzt bin ich guter Dinge, dass es diesmal klappt.

Das ist diesmal anders: Ich kann mich erinnern, dass ich bei Theo oft von Unterleibsziehen geplagt war. Dieses mal spüre ich kaum etwas, nur ganz selten zieht und zwackt es mal. Ich nehme an das liegt daran, dass die erste SS noch nicht so lange her ist und noch alles "vorgedehnt" ist.

Schreckmoment: Diesen Schreckmoment gibt es eigentlich fast täglich, nämlich wenn Theo auf meinem Bauch rumturnt. Ich weiß nicht, ob das übertrieben ängstlich ist aber irgendwie möchte ich nicht, dass er zu doll auf mir rumhüpft.

Ich vermisse: Spazieren gehen ohne 5 Verschnaufpausen...jaaa, jetzt schon!

Heißhunger auf: Das ging diese Woche eigentlich. Auf Schokomandeln war ich ziemlich scharf.

Wehwehchen: Müüüüüüde...

Ich freue mich: auf den Kita-Start vom Gurkenhals am Montag. Dann habe ich endlich wieder mehr Zeit für mich und vor allem für das Studium. Denn damit geht es gerade wieder voll los.

Gekauft: Ich war mal ganz optimistisch und habe meinen erste Mädchenstoff gekauft. In knalle pink. Notfalls beglücke ich jemanden mit einem schönen selbst genähten Teilchen.

Erledigt: Beistellbett innerhalb der Familie organisiert 

Bauchumfang: Es geht ja das Gerücht herum, dass der Bauch mit jeder weiteren Schwangerschaft schneller wächst. Bei mir scheint das nicht zu zutreffen. In der Schwangerschaft mit Theo bekam ich sehr spät erst einen sichtbaren Bauch (um die 20. SSW) und auch diesmal sieht man bisher nichts. Ab und zu mal der berühmte Blähbauch am Abend. Aber sonst...flach. Eine Messung des Umfangs lohnt sich also noch nicht.

 Nächster Termin: ist am 24. September


Weitere Kugelbäuche findet ihr übrigens bei Frau Heute und bei der lieben Ka.

Und wie gesagt, schreibt mich unbedingt an, wenn ihr auf eurem Blog auch über eure Schwangerschaft schreibt. Ich möchte das gerne lesen!

Montag, 1. September 2014

Unsere ganz persönliche Stillgeschichte

In letzter Zeit denke ich oft und intensiv über das Stillen nach. Das liegt zum Einem daran, dass eine liebe Freundin von mir gerade ihr Baby bekommen hat und gerade zu Beginn auch Probleme hatte (Huhu Süße, bin stolz auf dich:*), zum Anderen natürlich daran, dass ich selbst schwanger bin und Baby Nummer 2 natürlich versuchen möchte zu Stillen. Warum versuchen? Weil bei Theo leider gar nichts so lief, wie es sollte. Die ganze "Stillerei" war eine einzige Katastrophe und bis heute vermisse ich diese Intimität zwischen Mama und Baby sehr. Ursachenforschung habe ich oft genug betrieben und so weiß ich mittlerweile, was ich bei der Erbse alles anders machen möchte, damit es diesmal klappt. Und um mit der ganzen Sache endgültig abzuschließen, erzähle ich euch heute also mal unsere ganz persönliche Stillgeschichte. Achtung, es wird lang!!

Alles fing eigentlich schon im Kreißsaal an. Die Geburt war sehr anstrengend, sowohl für mich als auch für Theo (nachlesen könnt ihr das hier noch mal) und wurde dann auch recht abrupt beendet. Nach dem Nähen, Vermessen und der ganzen Prozedur, legte meine Hebamme Theo bei mir an. So wirklich Bock hatte der darauf aber nicht und verzog nur leicht angewidert das Gesicht. Nun gut, also ließen wir ihn erst einmal in Ruhe und es ging aufs Zimmer. Da war es schon kurz nach 22.00 Uhr. Ich wollte aber gerne sofort mit dem Stillen beginnen, denn natürlich hatte ich vorher viel gelesen und wusste, dass häufiges und zeitnahes Anlegen enorm wichtig ist für eine intakte Stillbeziehung. Ich klingelte nach der Nachtschwester, die mir eher widerwillig das Kind an die Brust "klemmte" (anders kann man das echt nicht nennen) und wieder verschwand. Es war einfach nur mega unbequem, ich traute mich kaum, mich zu bewegen und fühlte mich unfähig. Theo nuckelte, saugen eher Fehlanzeige. Dass seine Saugunlust hauptsächlich durch die Gelbsucht bedingt war, wussten wir in diesem Moment noch nicht.

Letztendlich legte ich Theo leicht gefrustet wieder in die Arme meines Mannes und die Nachtschwester kündigte bei ihrem nächsten Zimmerbesuch an, morgen einen neuen Versuch zu starten. Wir sollten uns doch erst einmal ausruhen. Der kleine Gurkenhals schrie die ganze Nacht durch das Krankenhaus zusammen, mein Mann lief mit ihm auf und ab, um ihn irgendwie zu beruhigen aber auf die Idee, mir ihn noch einmal an die Brust zu legen, kam niemand. Am nächsten Tag starteten dann erneute Versuche, ihn irgendwie an die Brust zu bekommen, aber mehr als Nuckeln kam dabei nicht raus. Eine etwas engagiertere Schwester zeigte mir verschiedene Stillpositionen aber so wirklich half uns niemand. So langsam wurden auch die Brustwarzen wund und ich immer deprimierter. Irgendwie hatte ich mir das leichter vorgestellt. Theo nahm von Tag zu Tag mehr ab, doch ich wusste ja, dass dies in den ersten Tagen normal ist und machte mir keine großartigen Gedanken darüber. Noch war ich optimistisch, bald reichlich Milch für ihn zu haben. Als am Ende des 3. Abends im Krankenhaus immer noch nichts in Sicht war und von den Schwestern auch weiterhin keine Hilfe zu erwarten war, rief ich bei meiner Hebamme. Sie redete mir gut zu, machte mir Mut und riet mir dazu, bei den Schwestern eine Milchpumpe anzufordern, da Theo einfach nicht kräftig genug saugte. Diese wurde mir dann auch freundlicherweise gebracht, ebenso orderte ich Stillhütchen (im Nachhinein ein großer Fehler), da ich die Schmerzen nicht mehr aushielt (heute weiß ich, dass Theo einfach nicht richtig anlag). 

Ich war also wieder recht guter Dinge, doch dann stürmte gegen 20.00 Uhr die Schwester ins Zimmer und eröffnete mir, dass wir ab jetzt zufüttern MÜSSEN. Theo wäre kurz davor unter die 10% Grenze zu rutschen. Es folgte erst einmal ein Heulkrampf meinerseits, denn wie oft hatte ich gehört "Zufüttern ist der Anfang vom Ende des Stillens". Ich fragte was passiert, wenn ich das Zufüttern ablehne. Dann wird mein Kind auf die Kinderstation verlegt, ohne mich, hieß es. Ich brach in Tränen aus, erbat Bedenkzeit und rief wieder bei meiner Hebamme an. Sie riet mir dann dazu, nachzugeben, um zu verhindern, dass Theo verlegt wird und mich am nächsten morgen mit ihm selbst zu entlassen. Außerdem sollten wir statt der Flasche eine Spritze nutzen, um Theo zu füttern. Wir orderten also eine Spritze, die Schwester hatte mittlerweile viel Verständnis und während der Mann Theo mit der Spritze fütterte, pumpte ich ab. Und oh Wunder, ich konnte es gar nicht glauben, die Milch kam! Ich werde mich wohl nie wieder in meinem Leben so sehr über ein paar Tropfen Milch freuen, die in eine Plastikflasche fließen.

Am nächsten morgen beim Wiegen dann der große Moment. Theo hatte NICHT weiter abgenommen. Wir waren so erleichtert! Eine Stillprobe ergab ebenfalls eine Zunahme von 30g, nicht ideal aber ausreichend. In Gedanken packten wir schon unsere Sachen und marschierten mit Theo zur U2. Und dann kam der nächste Tiefpunkt. Neugeborenen-Gelbsucht. Und zwar so stark, dass wir nicht entlassen werden können. Der Bili-Wert war eindeutig zu hoch. Theo musste zur Lichttherapie. Das hieß, 4 Stunden Bestrahlung von oben und 4 Stunden Bestrahlung von unten, immer im Wechsel. Für die Bestrahlung von oben musste er im Schwesternzimmer bleiben. 4 Stunden von meinem Baby getrennt, für eine frischgebackene Mama die Hölle. Ich fragte, wie ich das nun mit dem Stillen machen sollte. Die Antwort war, es wird doch sowieso nur alle 4 Stunden angelegt. Ich fiel aus allen Wolken! Nur alle 4 Stunden? Wann haben die bitte ihre Ausbildung gemacht? Jeder weiß doch heute, dass Stillen nach Bedarf der richtige Weg ist. Es nützte alles nichts. Ich bekam mein Kind nur alle 4 Stunden zum Stillen gebracht. Während der Bestrahlung von unten lag er in einem extra dafür vorgesehenem Bettchen, wir durften ihn allerdings nicht selbst herausnehmen. Als Theo anfing zu brüllen wie am Spieß, gab es für mich nur eine Erklärung: Der hat Hunger. Also klingelte ich nach der Schwester. Diese erklärte mir dann, dass ich doch erst (erst...vor über 2h) gestillt habe und er sicher keinen Hunger sondern Durst hat. Durst? Aha...und nun? Wir geben ihm Tee. Tee? Seit wann bekommt so ein kleines Baby denn Tee? Und dann kam wieder die altbekannte Drohung: Ich hätte jetzt zwei Möglichkeiten. Entweder wir geben ihm Tee oder er vertrocknet und muss auf die Kinderstation verlegt werden. Ähm, hallo? Letztendlich knickte ich als Neumama auch hier ein und Theo bekam Tee...aus einer Flasche. Bloß gut, dass wir uns die ganze Nacht über die Mühe mit der Spritze gemacht hatten...

Am nächsten Tag durften wir dann endlich nach Hause gehen. Aber es war Hopfen und Malz verloren. Um es kurz zu machen: Theo war an die Flasche gewohnt, aus ihr kam die Milch einfach schneller und leichter raus. An der Brust wurde nur gebrüllt. Ich kämpfte aber trotzdem, hatte keine einzige Flasche im Haus sondern legte immer wieder an. Meine Hebamme kam jeden Tag zum Wiegen vorbei, denn Theo nahm einfach nicht genug zu. Sie blieb dennoch gelassen, wofür ich ihr heute sehr dankbar bin und wir blieben dran. Keine Flasche und kein Zufüttern. Die Stillhütchen waren extrem lästig, doch ich bekam sie einfach nicht los. Ohne sie ging Theo gar nicht an die Brust. Hinzu kamen die schlimmen Koliken. Besonders beim Stillen quälten in die Schmerzen. Er drückte und schrie, ich weinte vor Verzweiflung. Außerdem schlief er dank Gelbsucht immer wieder während des Stillens ein. Wir probierten sämtliche Tricks, hielten ihm am Ende sogar einen kalten Waschlappen in den Nacken, damit er nicht einschlief. Das war wirklich alles andere als schön. Ich suchte mir eine Stillberaterin in der Stadt, die sich leider als Esoterik-Tante entpuppte und nur über die Geburt sprechen wollte. Tipps bekam ich von ihr keine. Dann fuhr meine Hebamme in den Urlaub. Und ich bekam eine Brustentzündung nach der anderen. War die eine weg, ging es an der anderen Seite wieder von vorn los. Es war einfach zum Kotzen. Als ob es uns nicht vergönnt war. Circa 8 Wochen nach Geburt verweigerte Theo die Brust völlig. Ganz plötzlich wollte er nicht mehr ran, wir probierten es die ganze Nacht und noch einen halben Tag. Es war nichts zu machen.

Schlussendlich fuhren wir in die Stadt und kauften Flaschen. Wir hatten bis dato immer noch keine einzige im Haus. Heute weiß ich, dass es vielleicht einfach eine Phase (Stichwort Brustschimpfphase) war, aber nach dem was wir alles durchgemacht hatten, konnte und wollte ich einfach nicht mehr. Gegen Pulvermilch wehrte ich mich aber weiterhin und pumpte ab. Somit war ich jetzt den ganzen Tag damit beschäftigt, Theo entweder zu füttern oder abzupumpen. Ich verließ das Haus gar nicht mehr, denn hätte er unterwegs Hunger bekommen, hätte ich nicht gewusst was zu tun. Dann begann der Rückbildungskurs und ich besorgte doch Pulvermilch, um wenigstens dort Theo füttern zu können. Er trank diese auch ohne Probleme. Ich pumpte und pumpte, doch die Milch wurde immer weniger. Bekam ich Anfangs noch locker 200ml raus, waren es am Ende noch 20ml. Den Rest musste ich zufüttern. Ich gab auf. Ich hatte einfach genug gekämpft. Ich hörte auf zu pumpen und von einem Tag auf den andere war die Milch weg. Ich musste gar nichts dafür tun.

Tja, das ist sie also, unsere Stillgeschichte. Ich gebe dem Krankenhaus eine große Schuld an der Misere. Natürlich spielte auch die Gelbsucht eine wichtige Rolle, die Theo daran hinderte, ordentlich zu saugen. Die schwere Geburt war sicherlich ein Auslöser für den späten Milcheinschuss. Und nicht zuletzt das Kiss-Syndrom, welches eine Saug- und Trinkschwäche mit sich bringt. Es ist wohl also den Umständen geschuldet, dass ich Theo nur 3 Monate mit Muttermilch ernähren konnte. Dennoch habe ich Fehler gemacht, seien es die Stillhütchen oder auch das fehlende Durchsetzungsvermögen im Krankenhaus. Daher habe ich mir für die Erbse so einiges vorgenommen:
  • Ich möchte komplett den Druck heraus nehmen. Natürlich möchte ich stillen aber wenn es nicht sein soll, dass ist das auch ok für mich.
  • Ich möchte wieder weder Flaschen (bzw. Sauger in der kleinsten Größe) noch Milchpulver im Haus haben.
  • Mein Ziel ist es, ambulant zu entbinden und dann zu Hause unseren eigenen Rhythmus zu finden.
  • Sollten wir  dennoch im Krankenhaus bleiben müssen, werde ich nach Bedarf stillen und mir von keiner Schwester reinreden lassen.
  • Klappt das Stillen nicht so, wie es sollte, fordere ich mir den Besuch einer Stillberaterin ein. Es gibt sogar 2 davon im KH, nur habe ich nie eine davon zu Gesicht bekommen.
  • Es wird auf keinen Fall zugefüttert, bevor die 10% nicht wirklich erreicht sind.
  • Ich möchte schon im Kreißsaal anlegen.
  • Bereits jetzt schaue ich nach kompetenten Stillberaterinnen in unserer Nähe und werde deren Dienste in Anspruch nehmen.
  • Ich möchte eine Stillgruppe besuchen, die mir über schwere Phasen, wie die Brustschimpfphase hinweg helfen kann.
  • Ich möchte es ohne Stillhütchen probieren.
  • Sollte das Stillen diesmal gut klappen, möchte ich gerne 6 Monate voll stillen.
Ganz schön viele Vorsätze aber ich denke sie helfen mir, meine Wünsche auch wirklich umzusetzen und diese Liste werde ich mir definitiv an den Kühlschrank pinnen!

Habt ihr auch etwas ähnliches durchgemacht und hat es dann vielleicht beim zweiten Kind wunderbar geklappt? Ich würde mich sehr über einen Erfahrungsaustausch freuen!