Montag, 1. September 2014

Unsere ganz persönliche Stillgeschichte

In letzter Zeit denke ich oft und intensiv über das Stillen nach. Das liegt zum Einem daran, dass eine liebe Freundin von mir gerade ihr Baby bekommen hat und gerade zu Beginn auch Probleme hatte (Huhu Süße, bin stolz auf dich:*), zum Anderen natürlich daran, dass ich selbst schwanger bin und Baby Nummer 2 natürlich versuchen möchte zu Stillen. Warum versuchen? Weil bei Theo leider gar nichts so lief, wie es sollte. Die ganze "Stillerei" war eine einzige Katastrophe und bis heute vermisse ich diese Intimität zwischen Mama und Baby sehr. Ursachenforschung habe ich oft genug betrieben und so weiß ich mittlerweile, was ich bei der Erbse alles anders machen möchte, damit es diesmal klappt. Und um mit der ganzen Sache endgültig abzuschließen, erzähle ich euch heute also mal unsere ganz persönliche Stillgeschichte. Achtung, es wird lang!!

Alles fing eigentlich schon im Kreißsaal an. Die Geburt war sehr anstrengend, sowohl für mich als auch für Theo (nachlesen könnt ihr das hier noch mal) und wurde dann auch recht abrupt beendet. Nach dem Nähen, Vermessen und der ganzen Prozedur, legte meine Hebamme Theo bei mir an. So wirklich Bock hatte der darauf aber nicht und verzog nur leicht angewidert das Gesicht. Nun gut, also ließen wir ihn erst einmal in Ruhe und es ging aufs Zimmer. Da war es schon kurz nach 22.00 Uhr. Ich wollte aber gerne sofort mit dem Stillen beginnen, denn natürlich hatte ich vorher viel gelesen und wusste, dass häufiges und zeitnahes Anlegen enorm wichtig ist für eine intakte Stillbeziehung. Ich klingelte nach der Nachtschwester, die mir eher widerwillig das Kind an die Brust "klemmte" (anders kann man das echt nicht nennen) und wieder verschwand. Es war einfach nur mega unbequem, ich traute mich kaum, mich zu bewegen und fühlte mich unfähig. Theo nuckelte, saugen eher Fehlanzeige. Dass seine Saugunlust hauptsächlich durch die Gelbsucht bedingt war, wussten wir in diesem Moment noch nicht.

Letztendlich legte ich Theo leicht gefrustet wieder in die Arme meines Mannes und die Nachtschwester kündigte bei ihrem nächsten Zimmerbesuch an, morgen einen neuen Versuch zu starten. Wir sollten uns doch erst einmal ausruhen. Der kleine Gurkenhals schrie die ganze Nacht durch das Krankenhaus zusammen, mein Mann lief mit ihm auf und ab, um ihn irgendwie zu beruhigen aber auf die Idee, mir ihn noch einmal an die Brust zu legen, kam niemand. Am nächsten Tag starteten dann erneute Versuche, ihn irgendwie an die Brust zu bekommen, aber mehr als Nuckeln kam dabei nicht raus. Eine etwas engagiertere Schwester zeigte mir verschiedene Stillpositionen aber so wirklich half uns niemand. So langsam wurden auch die Brustwarzen wund und ich immer deprimierter. Irgendwie hatte ich mir das leichter vorgestellt. Theo nahm von Tag zu Tag mehr ab, doch ich wusste ja, dass dies in den ersten Tagen normal ist und machte mir keine großartigen Gedanken darüber. Noch war ich optimistisch, bald reichlich Milch für ihn zu haben. Als am Ende des 3. Abends im Krankenhaus immer noch nichts in Sicht war und von den Schwestern auch weiterhin keine Hilfe zu erwarten war, rief ich bei meiner Hebamme. Sie redete mir gut zu, machte mir Mut und riet mir dazu, bei den Schwestern eine Milchpumpe anzufordern, da Theo einfach nicht kräftig genug saugte. Diese wurde mir dann auch freundlicherweise gebracht, ebenso orderte ich Stillhütchen (im Nachhinein ein großer Fehler), da ich die Schmerzen nicht mehr aushielt (heute weiß ich, dass Theo einfach nicht richtig anlag). 

Ich war also wieder recht guter Dinge, doch dann stürmte gegen 20.00 Uhr die Schwester ins Zimmer und eröffnete mir, dass wir ab jetzt zufüttern MÜSSEN. Theo wäre kurz davor unter die 10% Grenze zu rutschen. Es folgte erst einmal ein Heulkrampf meinerseits, denn wie oft hatte ich gehört "Zufüttern ist der Anfang vom Ende des Stillens". Ich fragte was passiert, wenn ich das Zufüttern ablehne. Dann wird mein Kind auf die Kinderstation verlegt, ohne mich, hieß es. Ich brach in Tränen aus, erbat Bedenkzeit und rief wieder bei meiner Hebamme an. Sie riet mir dann dazu, nachzugeben, um zu verhindern, dass Theo verlegt wird und mich am nächsten morgen mit ihm selbst zu entlassen. Außerdem sollten wir statt der Flasche eine Spritze nutzen, um Theo zu füttern. Wir orderten also eine Spritze, die Schwester hatte mittlerweile viel Verständnis und während der Mann Theo mit der Spritze fütterte, pumpte ich ab. Und oh Wunder, ich konnte es gar nicht glauben, die Milch kam! Ich werde mich wohl nie wieder in meinem Leben so sehr über ein paar Tropfen Milch freuen, die in eine Plastikflasche fließen.

Am nächsten morgen beim Wiegen dann der große Moment. Theo hatte NICHT weiter abgenommen. Wir waren so erleichtert! Eine Stillprobe ergab ebenfalls eine Zunahme von 30g, nicht ideal aber ausreichend. In Gedanken packten wir schon unsere Sachen und marschierten mit Theo zur U2. Und dann kam der nächste Tiefpunkt. Neugeborenen-Gelbsucht. Und zwar so stark, dass wir nicht entlassen werden können. Der Bili-Wert war eindeutig zu hoch. Theo musste zur Lichttherapie. Das hieß, 4 Stunden Bestrahlung von oben und 4 Stunden Bestrahlung von unten, immer im Wechsel. Für die Bestrahlung von oben musste er im Schwesternzimmer bleiben. 4 Stunden von meinem Baby getrennt, für eine frischgebackene Mama die Hölle. Ich fragte, wie ich das nun mit dem Stillen machen sollte. Die Antwort war, es wird doch sowieso nur alle 4 Stunden angelegt. Ich fiel aus allen Wolken! Nur alle 4 Stunden? Wann haben die bitte ihre Ausbildung gemacht? Jeder weiß doch heute, dass Stillen nach Bedarf der richtige Weg ist. Es nützte alles nichts. Ich bekam mein Kind nur alle 4 Stunden zum Stillen gebracht. Während der Bestrahlung von unten lag er in einem extra dafür vorgesehenem Bettchen, wir durften ihn allerdings nicht selbst herausnehmen. Als Theo anfing zu brüllen wie am Spieß, gab es für mich nur eine Erklärung: Der hat Hunger. Also klingelte ich nach der Schwester. Diese erklärte mir dann, dass ich doch erst (erst...vor über 2h) gestillt habe und er sicher keinen Hunger sondern Durst hat. Durst? Aha...und nun? Wir geben ihm Tee. Tee? Seit wann bekommt so ein kleines Baby denn Tee? Und dann kam wieder die altbekannte Drohung: Ich hätte jetzt zwei Möglichkeiten. Entweder wir geben ihm Tee oder er vertrocknet und muss auf die Kinderstation verlegt werden. Ähm, hallo? Letztendlich knickte ich als Neumama auch hier ein und Theo bekam Tee...aus einer Flasche. Bloß gut, dass wir uns die ganze Nacht über die Mühe mit der Spritze gemacht hatten...

Am nächsten Tag durften wir dann endlich nach Hause gehen. Aber es war Hopfen und Malz verloren. Um es kurz zu machen: Theo war an die Flasche gewohnt, aus ihr kam die Milch einfach schneller und leichter raus. An der Brust wurde nur gebrüllt. Ich kämpfte aber trotzdem, hatte keine einzige Flasche im Haus sondern legte immer wieder an. Meine Hebamme kam jeden Tag zum Wiegen vorbei, denn Theo nahm einfach nicht genug zu. Sie blieb dennoch gelassen, wofür ich ihr heute sehr dankbar bin und wir blieben dran. Keine Flasche und kein Zufüttern. Die Stillhütchen waren extrem lästig, doch ich bekam sie einfach nicht los. Ohne sie ging Theo gar nicht an die Brust. Hinzu kamen die schlimmen Koliken. Besonders beim Stillen quälten in die Schmerzen. Er drückte und schrie, ich weinte vor Verzweiflung. Außerdem schlief er dank Gelbsucht immer wieder während des Stillens ein. Wir probierten sämtliche Tricks, hielten ihm am Ende sogar einen kalten Waschlappen in den Nacken, damit er nicht einschlief. Das war wirklich alles andere als schön. Ich suchte mir eine Stillberaterin in der Stadt, die sich leider als Esoterik-Tante entpuppte und nur über die Geburt sprechen wollte. Tipps bekam ich von ihr keine. Dann fuhr meine Hebamme in den Urlaub. Und ich bekam eine Brustentzündung nach der anderen. War die eine weg, ging es an der anderen Seite wieder von vorn los. Es war einfach zum Kotzen. Als ob es uns nicht vergönnt war. Circa 8 Wochen nach Geburt verweigerte Theo die Brust völlig. Ganz plötzlich wollte er nicht mehr ran, wir probierten es die ganze Nacht und noch einen halben Tag. Es war nichts zu machen.

Schlussendlich fuhren wir in die Stadt und kauften Flaschen. Wir hatten bis dato immer noch keine einzige im Haus. Heute weiß ich, dass es vielleicht einfach eine Phase (Stichwort Brustschimpfphase) war, aber nach dem was wir alles durchgemacht hatten, konnte und wollte ich einfach nicht mehr. Gegen Pulvermilch wehrte ich mich aber weiterhin und pumpte ab. Somit war ich jetzt den ganzen Tag damit beschäftigt, Theo entweder zu füttern oder abzupumpen. Ich verließ das Haus gar nicht mehr, denn hätte er unterwegs Hunger bekommen, hätte ich nicht gewusst was zu tun. Dann begann der Rückbildungskurs und ich besorgte doch Pulvermilch, um wenigstens dort Theo füttern zu können. Er trank diese auch ohne Probleme. Ich pumpte und pumpte, doch die Milch wurde immer weniger. Bekam ich Anfangs noch locker 200ml raus, waren es am Ende noch 20ml. Den Rest musste ich zufüttern. Ich gab auf. Ich hatte einfach genug gekämpft. Ich hörte auf zu pumpen und von einem Tag auf den andere war die Milch weg. Ich musste gar nichts dafür tun.

Tja, das ist sie also, unsere Stillgeschichte. Ich gebe dem Krankenhaus eine große Schuld an der Misere. Natürlich spielte auch die Gelbsucht eine wichtige Rolle, die Theo daran hinderte, ordentlich zu saugen. Die schwere Geburt war sicherlich ein Auslöser für den späten Milcheinschuss. Und nicht zuletzt das Kiss-Syndrom, welches eine Saug- und Trinkschwäche mit sich bringt. Es ist wohl also den Umständen geschuldet, dass ich Theo nur 3 Monate mit Muttermilch ernähren konnte. Dennoch habe ich Fehler gemacht, seien es die Stillhütchen oder auch das fehlende Durchsetzungsvermögen im Krankenhaus. Daher habe ich mir für die Erbse so einiges vorgenommen:
  • Ich möchte komplett den Druck heraus nehmen. Natürlich möchte ich stillen aber wenn es nicht sein soll, dass ist das auch ok für mich.
  • Ich möchte wieder weder Flaschen (bzw. Sauger in der kleinsten Größe) noch Milchpulver im Haus haben.
  • Mein Ziel ist es, ambulant zu entbinden und dann zu Hause unseren eigenen Rhythmus zu finden.
  • Sollten wir  dennoch im Krankenhaus bleiben müssen, werde ich nach Bedarf stillen und mir von keiner Schwester reinreden lassen.
  • Klappt das Stillen nicht so, wie es sollte, fordere ich mir den Besuch einer Stillberaterin ein. Es gibt sogar 2 davon im KH, nur habe ich nie eine davon zu Gesicht bekommen.
  • Es wird auf keinen Fall zugefüttert, bevor die 10% nicht wirklich erreicht sind.
  • Ich möchte schon im Kreißsaal anlegen.
  • Bereits jetzt schaue ich nach kompetenten Stillberaterinnen in unserer Nähe und werde deren Dienste in Anspruch nehmen.
  • Ich möchte eine Stillgruppe besuchen, die mir über schwere Phasen, wie die Brustschimpfphase hinweg helfen kann.
  • Ich möchte es ohne Stillhütchen probieren.
  • Sollte das Stillen diesmal gut klappen, möchte ich gerne 6 Monate voll stillen.
Ganz schön viele Vorsätze aber ich denke sie helfen mir, meine Wünsche auch wirklich umzusetzen und diese Liste werde ich mir definitiv an den Kühlschrank pinnen!

Habt ihr auch etwas ähnliches durchgemacht und hat es dann vielleicht beim zweiten Kind wunderbar geklappt? Ich würde mich sehr über einen Erfahrungsaustausch freuen!

Kommentare:

  1. ...ich finde, in diesem Blog erkennt man deine Verzweiflung recht gut.

    Alle Punkte die du aufgeschrieben hast sind wunderbar und wichtig - aber weißt du was?

    Das ( bei mir damals Wichtigste!) überhaupt war, die Sache mit dem Stillen ganz gelassen zu sehen. Wenn man sich selbst unter Druck setzt, macht es das Ganze schwieriger.

    Vertrau auf deinen Körper und dich - und nicht auf die Krankenschwestern mit komischen Zeiten ( HALLO? Wo hast du denn bitte entbunden? Da stehen einem ja die Haare zu Berge).

    Ich hab Flaschen und Milchpulver daheim, obwohl ich gestillt habe. Bei mir hat es irgendwie den gegenteiligen Effekt: Es beruhigt (mich).

    Ich drück dir die Daumen, dass es klappt!

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    1. Danke für deine lieben Worte! Ja, den Druck rauszunehmen erscheint mir auch das wichtigste, deswegen steht es auch bei meinen Vorsätzen an erster Stelle. Das andere sollen nur kleine Kniffe sein bzw eher Dinge, die mich motivieren sollen, nicht zu schnell aufzugeben. Ich glaube, hätte ich Flaschen da gehabt, hätte ich noch viel eher aufgegeben!

      Ja das KH war leider nicht der Bringer. Meine Hebi hat aber leider nur mit diesem KH einen Vertrag und ich kann mir nicht vorstellen, bei jemand anderem zu entbinden. Aber beim zweiten Kind ist man eh standfester und lässt sich nicht so schnell verunsichern!

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  2. Deine Vorsätze lesen sich sehr gut, ich würde alles unterschreiben. Wir hatten ebenfalls einen sehr schlechten Start im Krankenhaus, mit müdem Baby, Zufüttern auf alle möglichen Varianten, Abpumpen (hab ich nach 2-3 Versuchen aufgegeben), Stillhütchen (nie funktioniert) Gelbsucht (leicht), Gewichtsabnahme, und nicht zuletzt einem Kaiserschnitt. Wenigstens ist niemand auf die Idee gekommen, mir zu sagen mein Kind müsse nur alle 4 Stunden trinken. Die Stillberaterin im Krankenhaus war allerdings keine Hilfe, sie rechnete mir nur vor, dass sie sich eine Viertelstelle mit 2 anderen teilt. Dankeschön.
    Schlussendlich klappte das Stillen erst, als wir 6 Tage später zuhause waren. Mit Ruhe und einer entspannten Nachsorgehebamme. Ich erinnere mich aber noch sehr gut an den schwierigen, stressigen Start einer inzwischen fast 2 Jahre dauernden Stillbeziehung.
    Ihr werdet das schon machen, wenn es möglich ist!

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    1. Hallo!

      Ich finde es toll, dass es bei dir trotz anfänglicher Schwierigkeiten doch noch geklappt hat und vor allem dann auch so lange! Wirklich klasse. So wünsche ich mir das bei Nummer 2 auch!

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  3. Hallo liebe Frau Gurkenhals,
    deinen Beitrag zu lesen hat mich sehr traurig gemacht. Ich hatte das Gefühl meine eigene Geschichte zu lesen. Ich kann voll und ganz mitfühlen. Ich habe 4 Monate durchgehalten mit Abpumpen und du hast so recht, es ist einfach grausam. Die schöne Zeit die verloren geht :((( Ich hab mich immer gefragt ob es das wirklich Wert ist mit dem abpumpen?! Klar das Kind hatte die so wertvolle Muttermilch. Aber die Mutter ist am Ende der Kräfte.
    Auch die Zeit im Krankenhaus war die Hölle. Man hat das Gefühl, die machen halt nur ihren Job. Fertig!

    Deine Ziele find ich Klasse! Die würde ich so übernehmen! ;)
    Ich wünsche dir eine wundervolle Schwangerschaft und viel Erfolg bei der Umsetzung deiner Ziele! LG Ani

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    1. Hallo Ani,

      es tut mir sehr leid zu hören, dass du ganz ähnliche Erfahrungen wie ich machen musstest. Leider passiert es ja gar nicht so selten, dass Frauen in ihrer "Stillmisere" alleine gelassen werden und letztendlich vollkommen ausgelaugt aufgeben. Ich fand das Abpumpen auch einfach nur schrecklich, habe mich gefühlt wie eine Milchkuh...es war einfach nur lästig. Aber man möchte seinem Kind eben die "gute Milch" auch nicht vorenthalten.

      Vielen Dank für deine Wünsche!

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  4. Oh je!! Was bitte ist das für ein (vermutlich "stillfreundliches") Krankenhaus? Ich dachte schon wo ich mit meinen Sohn war, wäre schlecht, aber das toppt alles. Bei uns war es ähnlich, gerade als Neumama ist man noch so unsicher und auf Hilfe angewiesen... Jedenfalls möchte ich dir auch schreiben, geh wirklich wirklich ganz locker an die Sache ran. Als ich schließlich endlich damals (kommt mir vor als wenn er schon zig Jahre bei uns wäre) mit meinem Sohn Zuhause war und stillen konnte wie und wann ich wollte, wurde es stündlich besser. Wir hatten zwar auch zwischendurch Brustanschreiphasen, aber da hilft wirklich nur Geduld, Ruhe und dran bleiben... Hab dann letztendlich 9 Monate stillen dürfen und bei meiner Tochter darf ich es schon fast 4 Monate genießen. Es wäre so schade wenn es dir nochmal "vergönnt" wird und hoffe und wünsche dir dass du und dein Krümelchen eine schöne Stillbeziehung später habt. :) ♡liche Grüße, Doreen

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    1. Hallo Doreen,

      danke dass du deine Erfahrungen mit mir teilst! Und ich freue mich sehr, dass dein holpriger Start noch ein gutes Ende nahm und du für deinen Ehrgeiz belohnt wurdest! Und du schreibst auch, dass du es bei deiner Tochter nun schon 4 Monate genießt. Es ist also nicht nur ein notwendiges Übel sondern wirklich etwas ganz tolles, dass ich dieses mal auch gerne so erleben möchte! Vielen lieben Dank fürs Mutmachen und deine Wünsche!

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  5. Ich musste bei meinem Sohn auch sehr für unsere Stillbeziehung arbeiten. Es war sehr schwer und vieles lese ich hier auch bei dir.
    Beim meinem zweiten Kind (unserer Tochter) klappte es vieeel besser.
    Soviel zum Mut machen.
    Eins möchte ich zu deinen Vorsätzen aber schreiben. Frühes Anlegen ja, aber die ersten 24Stunden haben Babys Narrenfreiheit. Und dürfen sich von der Geburt erholen. Da musst du kein Baby wecken oder sonst was, lass dir oder euch da die Ruhe und Zeit. Wenn es an die Brust möchte, bitte aber wenn nicht muss es auch nicht. Meine kleine ist nur direkt nach der Geburt zur Brust "gekrochen" und die nächsten 20Stunden hat sie geschlafen. Danach kam sie dann trotz Bedarfstillen alle 3 Stunden.
    Gegen anfängliche Gelbsucht hilft auch, Babys am Fenster im Licht schlafen lassen, damit hat unser Sohn das UV Bett umgangen.
    Ich wünsche dir alles Gute für Geburt und Stillbeziehung.

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    1. Hallo Anonym,

      danke für deinen Kommentar! Und auch für den Hinweis zum frühen anlegen. Ich weiß natürlich, dass in den ersten 24h eine gewisse Freiheit besteht. Nur im Nachhinein habe ich das Gefühl, dass es für meinen Sohn und mich besser gewesen wäre, wenn wir von Anfang an mehr am Stillen "gearbeitet" hätten. Leider ging dieses wenige Anlegen ja auch über die 24h hinaus.

      Am Fenster im Licht schlafen lassen haben wir auch so praktiziert, leider war der Wert wirklich extrem hoch und wären wir zu diesem Zeitpunkt schon zu Hause gewesen, hätte uns meine Hebamme so oder so zurück in die Klinik schicken müssen. Die Licht-Therapie war leider wirklich notwendig.

      Und vielen Dank fürs Mutmachen, es tut wirklich gut solche Dinge zu hören!!

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  6. Oh Mann, das klimgt alles so fies, was du im Krankenhaus über dich ergehen lassen musstest! Dass du dann noch so lange mit dem Stillen durchgeha lten hast - Hut ab!!!
    Ich denke, dass du beim zweiten Mal keine Probleme bekommen wirst, einfach weil du weißt, was auf dich zukommt. Außerdem würde ich unbedingt ambulant entbinden. Letztendlich entscheidest du selbst, ob du heim gehst oder nicht (wenn es nicht grad ein Kaiserschnitt war).
    Ich sollte auch jetzt wieder bleiben, weil ich 700ml Blut verloren hatte (beim babysohn waren es 1100ml, da sollte ich 5 tage bleiben, entließ mich nach einer Nacht) aber da es mir gut ging, bin ich nach Hause. Da kann man sich dann in Ruhe einfinden in dne Baby- und Stillalltag.

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    1. Hallo Liebes,

      danke für deinen Kommentar! Es tut gut mal so etwas zu hören, denn wir haben wirklich hart gekämpft und nicht leichtfertig aufgegeben.

      Zum Thema ambulante Geburt. Schon während der ganzen Schwangerschaft war genau das mein Wunsch. In meinem GVK wussten die meisten nicht mal, dass es möglich ist direkt nach der Geburt nach Hause zu gehen. Das Ende vom Lied war dann, dass fast die Hälfte der Teilnehmerinnen nach Hause konnte und ich bleiben musste. Leider war es wirklich notwendig, ich musste einen Katheter gelegt bekommen, da meine Blase streikte und mal davon abgesehen, konnte ich nicht einmal mehr laufen *lach* Ich hoffe aber sehr, dass es mir nach der zweiten Geburt besser geht und dann mach ich sowas von die Biege dort...

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  7. Ich kann mich da Frau Heute nur anschließen.
    Versuche, dir so wenig Kopf, wie möglich zu machen!
    Ich glaube, dass stillen auch ganz viel mit dem Kopf zu tun hat...
    und lass dir eins gesagt sein, so oder so: Es tut weh anfangs. dazu muss das Kind nicht unbedingt falsch angelegt sein.
    Ich hatte ja auch drauf gehofft, dass es jetzt beim Zweiten, gerade, da die Stillpause ja nicht so lang war, weniger weh tut, aber es waren die gleichen höllischen Schmerzen. Und er lag gut an.
    So schlimm, dass ich, auch voll entgegen meines Vorsatzes (Paul habe ich 4 Monate mit den blöden Hütchen gestillt, weil er bis da ohne absolut nicht wollte (und das Abgewöhnen war auch ein kleiner Kampf)), wieder zum Stillhütchen griff... Scheiß egal, hab ich mir gedacht, du hältst diese Schmerzen jetzt echt nicht mehr aus...

    Tja, nur Levi war nicht so begeistert von den Hütchen, wie Paul. Er verweigerte sie einfach mal ganz.
    Also doch Schmerzen aushalten. Hab dann rechts, wo es am meisten weh tat, wesentlich weniger angelegt, als links. Und irgendwie habe ich es geschafft, das auszuhalten.

    Mit Paul hatte ich auch ziemliche Schwierigkeiten die ersten Tage. Aber irgendwie haben wir uns da durch geschlagen und dann ging es. Ich bin fest davon überzeugt, dass es auch daran lag, dass ich auf Mutter Natur vertraut habe. Meine Ambition damals zum Stillen war sowieso "weil es sich so gehört und die Natur das so vorgesehen hat" und nicht, weil ich mich so aufs Stillen freute. Im Gegenteil. Mir war die Vorstellung damals eigentlich eher eklig.
    Hatte bloß Angst, dass es deshalb vielleicht nicht funktionieren könnte, weil ich selbst dafür nicht "offen" war.
    Aber dann war das erste Anlegen so klar und selbstverständlich und fühlte sich absolut richtig an.
    Paul war leicht gelb, Wert war aber immer noch im Rahmen. Er war ja auch 3,5 Wochen zu früh und einfach schwach und mochte nicht so trinken. Er schrie den einen Tag im Krankenhaus die Brust so an, dass ich mit geheult habe.

    Jetzt bei Levi ging alles so viel einfacher. Und das habe ich schon so oft gehört, dass es beim zweiten weniger Probleme gab. Oder auch dass es beim zweiten klappte, wo es beim Ersten nicht geklappt hatte.
    Du darfst also guter Hoffnung sein ;)
    Ich drücke dir jedenfalls beide Daumen, dass es läuft, wie du es dir wünschst!
    Ach und der letzten Schreiberin muss ich auch noch zustimmen: Erstes Anlegen mega wichtig, da da der Saugreflex am größten ist (ca 30-60 Min nach geburt). Danach nur dann, wenn das Baby möchte. Levi war den ersten Tag fast gar nicht an der Brust. Hat nur geschlafen...
    Ab dem zweiten Tag musste er dann ran, aber das tat er zum Glück auch ganz von allein ;)

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    1. Hey! Schön dass du dir trotz deiner 2 Kids die Zeit genommen hast, so ausführlich zu antworten. Ich möchte mal auf ein paar Dinge eingehen:)

      Also zum Thema Kopf: Da gebe ich dir definitiv recht! Wobei ich sagen muss, dass es bei mir eher andersherum war. Ich habe mir gar keinen Kopf gemacht, denn für mich ist Stillen halt irgendwie normal, es gehört dazu und ist natürlich. Ich habe oft sogar über solche Geschichten gelächelt, von wegen zu wenig Milch oder wie auch immer. Für mich war immer klar, wer stillen will, kann auch stillen. Dass dann ausgerechnet mir sowas passiert, hätte ich im Leben nicht gedacht. Deswegen gehe ich beim nächste Mal auch anders heran und sage mir, wenn es klappt, gut, wenn nicht, dann eben nicht. Natürlich ist das leichter gesagt als getan...

      Schmerzen: Ich weiß natürlich, dass die normal sind. Meine Hebamme meinte schon im GVK immer, wir sollen uns einen Waschlappen zwischen die Zähne klemmen *lach*. Trotzdem hat mir im KH niemand die richtige Technik gezeigt und erst durch meine späteren Erfahrungen habe ich gemerkt, dass er nie die ganze Brustwarze inkl. Vorhof im Mund hatte. Nach ein paar Wochen hatte ich auch keine Schmerzen mehr beim Stillen.

      Stillhütchen sind echt so ein Thema für sich. Mir haben sie ja auch einiges erleichtert aber gerade in der Öffentlichkeit sind die Teile ätzend. Von wegen dezent anlegen und so...Aber Theo ist ohne die Teile gar nicht an die Brust gegangen. Ich bin also mal gespannt, wie es dann bei Nummer 2 ist.

      Es ist auf jeden Fall schön zu hören, dass jetzt alles so reibungslos läuft und ich denke einfach, dass man beim zweiten Kind das stillen eh viel mehr genießen kann. So wünsche ich es mir jedenfalls!

      Liebe Grüße!

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  8. Falls Sie interesse haben empfehle ich "Das Kinderbuch" von Anna Wahlgren. Ich habs bei meinen 3 Kindern als große Hilfe empfunden. Die Dame hat auch eine Internetseite und einen Infochat unter demselben Namen.
    Liebe Grüße und viel schlafen

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  9. Hallo,
    danke für deine Stillgeschichte. Und ich dachte schon, ich bin die einzige Frau auf der Welt, bei der es Probleme gab. Nur kurz meine Stillgeschichte...
    anfangs superviel Milch, 10 % Theater im Krankenhaus, dann Stillhütchen wegen Schlupfwarzen, nach 6 Wochen von heute auf morgen keine Milch mehr (Panik!!) wegen Hormonumstellung, nach 8 Wochen bekam ich meine TAGE (!!) trotz Vollstillens, in dieser Zeit kaum Milch und ab da ging es echt bergab. Immer wenn ich meine Tage hatte, blieb die Milch aus, zudem hatte meine Tochter von der 10. bis zur 20. Woche auch die Brustschimpfphase, konnte nur im liegen im Halbschlaf stillen, es war der Horror und war unglaublich anstrengend für mich. Und wenn ich dann höre, dass jeder Stillen kann, werde ich echt stinksauer. Ich habe trotz der ganzen Probleme meine Tochter vier Monate voll gestillt, dann musste ich zufüttern, obwohl ich das nie wollte. Bin immer noch traurig darüber und kann die Überheblichkeit mancher Stillmamas nicht ertragen, bei denen keine Probleme aufgetreten sind. Ich wollte meine Tochter überall stillen usw. ging alles nicht. Aber das versteht fast keiner. Du hast deinen Sohn doch auch lange gestillt, trotzdem. Gut gemacht!!

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