Dienstag, 1. Dezember 2015

Frau Gurkenhals erzieht! Und zwar ganz anders als geplant

Wir kennen das doch alle. Aus unser kinderlosen Zeit (Was? Die gab es mal? Muss eeeewig her sein...). Typische Situation. Man sitzt mit seinem Lebensabschnittsgefährtem (vielleicht auch ohne Abschnitt) in einem schicken Restaurant (nein, nicht Mc Doof), bei Kerzenschein (Messer, Gabel, Schere, Licht...), der Kellner serviert die dritte Vorspeise (ja, damals hatte man noch Zeit für Dekadenz), man schaut sich verliebt in die Augen (und sucht nicht panisch nach seinen Kindern), führt interessante Gespräche (ohne Babysprache)...hach, es könnte so schön sein. Wenn, ja wenn da nicht dieses Balg am Nachbartisch wäre. Das die ganze Zeit brüllt "Mamaaaaa, KETSCHUP", mit der Gabel den neusten Beat erfindet, den Finger permanent in der Nase vergraben, Pommes quer durchs Restaurant schießt und zwischendurch immer mal wieder seinen Platz verlässt um ein Wettrennen mit sich selbst vorbei an sämtlichen Tischen des Gasthauses zu veranstalten. Dann entwischte einem nicht selten der Satz: "Also bei mir gäbe es das nicht!" Nein, da würde das Kind brav am Tisch sitzen bleiben, die Hände zum Gebet gefaltet, fein mit Messer und Gabel essend und natürlich stille, herrliche Stille...

*krach*

Huch, bin eben lachend vom Stuhl gefallen. Moment, ich muss mich kurz fangen. Wie sagt man so schön? Arglos ist man nur einmal, dann beginnt die Erfahrung. Ach ja, wie naiv wir doch waren. Wie anmaßend zu denken, wir könnten es besser. Und doch meinte man es ja nie böse. Jeder hat seine Wünsche und Vorstellung, wie man später mal seine Kinder erziehen möchte. Was aus ihnen werden soll. Auch ich hatte ganz bestimmte Ziele für die Erziehung von Theo. Irgendwie ein Mix aus liberal und konsequent sollte es werden. Ich wollte auf keinen Fall alles durchgehen lassen aber ihm auch viele Entscheidungen selbst überlassen. Auf keinen Fall wollte ich eine Mutter werden, die ihrem Kind alles vorschreibt und eine kleine Marionette heranzieht.

Doch dass dieser Grad schmal ist, musste ich in 2,5 Jahren Mama sein immer wieder feststellen. Denn ganz so super finde ich es nicht, wenn Theo meint seine Mahlzeiten im 5 Minutentakt unterbrechen zu müssen, um dieses oder jene Spielzeug zu holen. Dann sitzen zwei kleine Stimmen in meinem Ohr. Die eine sagt: Mensch, lass ihn doch. Er ist noch so klein. Und er hat Hummeln im Hintern. Hauptsache er isst überhaupt etwas, egal wie. Die andere Stimme hingegen sagt: Eigentlich möchte ich schon in Ruhe essen. Und was denkt denn die Schwiegermutter, wenn er nicht mal die halbe Stunde hier sitzen kann. Und außerdem klappt es in der Kita doch auch. Basta! Meistens entscheide ich dann aus dem Bauch heraus. Wenn ich merke er hat eigentlich keinen Hunger, dann soll er eben spielen gehen. Wenn ich aber extra sein Lieblingsessen gekocht habe und der Herr nach 2 Bissen einen Nachtisch verlangt, dann bleibe ich hart. Nicht selten endet das in Tränen aber damit kann ich ganz gut umgehen.

Anderes Beispiel. Erpressung. Nie nie nie!!! wollte ich eine Mutter sein, die ihr Kind erpresst. Auf welchem Wege auch immer. Tja..."Theo, wenn du jetzt schnell mit nach Hause kommst, bekommst du auch ein Überraschung-Ei". Gott, ich fühle mich schon schrecklich dabei das nur aufzuschreiben. Aber manchmal geht es einfach nicht anders. Besonders wenn man noch ein Baby dabei hat, welches vor Hunger oder Langeweile brüllt. Dann habe ich einfach keinen Bock auf einen Machtkampf. Und es funktioniert ja. Also warum nicht ab und zu benutzen, um schneller ans Ziel zu gelangen.

Entscheidungen treffen lassen, ja auch das ist so eine Sache für sich. Kinder wollen Ernst genommen werden, das ist mir klar aber auch ich habe Bedürfnisse und auch eine ganze Menge mehr Erfahrung als mein kleiner 2,5 Jährigem Knirps. Ich weiß zum Beispiel, dass Nudeln zwar irre lecker sind aber nicht so wirklich geeignet, um sich monatelang täglich davon zu ernähren. Ich weiß außerdem, dass Schokolade und sämtliche andere Süßigkeiten keine unerschöpfliche Quelle sind und dass stundenlanges Feuerwehrmann Sam gucken keine sinnvolle Freizeitbeschäftigung ist.

Natürlich würde ich mein Kind also gerne fragen " Was möchtest du heute essen?" aber wenn ich immer wieder die gleiche Antwort erhalte, muss ich auch mal einschreiten und selbst die Entscheidung treffen. Genauso geht es mir im Alltag. Draußen regnet es in Strömen, ich stelle die Gummistiefel bereit und plötzlich bekommt Theo einen riesigen Wutanfall, weil er lieber die grünen Sandalen anziehen möchte. Da gibt es jetzt die eine Fraktion Eltern die sagen, na gut, er wird schon merken wenn die Füße nass sind und dann gibt es die, die hart bleiben und erst das Haus verlassen, wenn das richtige Schuhwerk im Einsatz ist. Ich sag es euch gleich, ich gehöre zur zweiten Gruppe, denn gewisse Dinge entscheide einfach ich. Das überrascht mich selbst ein wenig, denn es passt so gar nicht in meinen "Erziehungsplan", den ich mal als Kinderlose im Kopf hatte, liberale Erziehung sieht wohl anders aus. Aber auch hier hat sich mein Weg geändert, genauso wie ich im Gegenzug keinen Anfall bekomme, wenn Theo beim Essen herumrennt.

Eigentlich will ich damit nur sagen, dass man sich noch so viel vornehmen kann, am Ende kommt es immer anders. Jeder muss seinen Weg finden, wie man erziehen möchte, ob man überhaupt erziehen möchte, denn alleine das Wort Erziehung stößt vielen Eltern bereits negativ auf. Was mir wirklich wirklich wichtig ist, versuche ich durchzusetzen und ansonsten wäge ich ab, wo muss ich eingreifen, wo kann ich ihn machen lassen. Alles ohne Druck und vor allem ohne Strafen wenn es mal nicht so klappt. Dafür mit ganz viel Liebe, denn jede Mama will nur das beste für ihr Kind!

So und nun noch mal zurück zum Anfang. Nämlich der Situation im Restaurant. Wie löst Familie Gurkenhals das heute, um 2 Kinder und viele Erfahrungen reicher als damals? Ganz einfach...gar nicht. Ich finde einfach ein 2,5 Jähriges Kind sollte nicht gezwungen werden still im Restaurant zu sitzen also meiden wir solche Locations einfach. Entweder wir suchen uns ein Café mit Spielecke oder wir bleiben einfach zu Hause, kochen gemeinsam und brauchen so keine Angst vor vorwurfsvollen Blicken vom Nachbartisch haben!

Amen!


Montag, 30. November 2015

Frau Gurkenhals zum Diktat bitte, Frau Gurkenhals!

*puuust*

*hust hust*

*Staub abwisch*

*Hallooooo, ist da jemand?"

Oh man, mich plagt das schlechte Gewissen. Ja, ich war wirklich ewig nicht mehr hier. Mein letzter Eintrag ist von Ende Mai und jetzt haben wir fast Weihnachten und das Jahr 2015 ist schon wieder Geschichte. Wie kommt das? Also nicht die Tatsache, dass das Jahr schon wieder rum ist (die Erde dreht sich um die eigene Achse usw, ihr wisst schon;)), sondern dass es so lange still um uns war. Wo bloggen und schreiben doch eines meiner liebsten Hobbys ist.

Fangen wir mal mit dem Offensichtlichstem an. Die Familie. Oder eher die Zeit, die zwei Kinder eben so fressen. Ich will mich gar nicht beschweren, ich liebe meine Familie und ich liebe meine zwei wundervollen Nervensägen (hups, hat sie das gerade wirklich gesagt?). Aber es ist eben ein 24h Job. Oder eher 48 Stunden. Dazu diese furchtbare Müdigkeit. Jeden morgen nach dem Aufstehen bin ich mir zu 1000 Prozent sicher, heute am Schlafmangel zu verenden. Aber irgendwie schleift man sich trotzdem so durch den Tag, und um wenigstens 1-2 kinderfreie Stunden am Tag über zu habe, gehe ich auch selten vor 23 Uhr ins Bett. Um es am nächsten Morgen zu bereuen. Teufelskreis.

Noch mal zurück zum 48h-Tag. Den bräuchte ich wirklich. Denn neben meiner Familie habe ich mir noch so ein paar andere Verpflichtungen aufgehalst. Eins davon nennt sich Hochschulabschluss. Ich gebe zu, echt blöde Idee. Mehr als einmal war ich in den letzten Wochen kurz davor das Studium einfach hinzuschmeißen und sah Hausfrau und Mutter plötzlich gar nicht mehr als so üblen Job an. Aber das bin einfach nicht ich. Ich verbringe wirklich gerne Zeit mit meinen Kids, aber eben nicht nur. Um genau zu sein bin ich eine ziemlich miese Mutter, ich bin einfallslos wenn es um Unternehmungen geht, ich kann weder basteln noch malen, mehr als Nudeln mit Soße bringe ich auch nicht auf den Teller. Irgendwann wird hier mal das Jugendamt vor der Tür stehen: Frau Gurkenhals zum Bastelexamen bitte, sonst müssen wir ihre Kinder leider mitnehmen. Naja und wenn ich ihnen schon keine gemeinsamen Bastel-und Singstunden bieten kann, dann möchte ich wenigstens ein gutes Vorbild sein. So als coole Working Mum und so.

Man könnte meinen die Gurkenhals ist genug ausgelastet aber neeeein, natürlich kriege ich den Hals nicht voll und habe mich im Herbst spontan dazu entschlossen eine Ausbildung zur Trageberaterin zu absolvieren. Wer uns bei Instagram folgt, kennt meine Leidenschaft für das Tragen und weiß auch, dass ich nur zu gerne Ratschläge verteile. Jetzt darf ich das auch ganz offiziell machen, muhahahaha. Klugscheißen mit Lizenz nennt sich das. Neben den Beratungen gehören jetzt auch Marketingmaßnahmen, Recherche und Netzwerken zu meinem 48h Tag.

Das ich zwischendurch auch noch Klamotten für meine und befreundete Kinder nähe muss ich nicht  erwähnen oder?

Ich hoffe das sind genug Entschuldigungen, warum es hier so ruhig ist oder war. Ich plane fest ein, dass zu ändern aber versprechen mag ich auch nichts. Dafür bin ich umso aktiver auf Instagram. Das geht immer so schön schnell mal zwischendurch, zack Foto geschossen, sinnloser Kommentar dazu, ein paar lustige Hashtags und ab dafür. Und man bekommt sofort Reaktionen in Form von vielen vielen Herzchen. Das ist so eine Sache, die mich am bloggen stört. Man nimmt sich irre viel Zeit dafür, überlegt was die Leser interessieren könnte, bearbeitet Fotos und gestaltet die Seite hübsch und trotzdem bekommt man mit Glück ein Feedback. Woran liegt das? Ich glaube ja, dass bloggen in Deutschland nie so wirklich seinen Durchbruch hatte. Es gibt ein paar wenige bekannte Blogs doch selbst für diese ist es schwer durchzuhalten. Mittlerweile hat sich das ganze ja doch stark auf youtube und andere Social Media Kanäle verlagert. Aber genug gefachsimpelt.

Euch interessiert doch bestimmt viel mehr wie sich die Kids so machen. Also erst mal zu meinem großen Buben. Ja er ist groß geworden, anders kann man es nicht sagen. Fast schon 30 Monate ist er nun alt. Er spricht wie ein Weltmeister, die Worte sprudeln quasi wie ein Wasserfall aus ihm raus. Er tobt und rennt und hat eine unerschöpfliche Energiequelle. Mittagsschlaf? Laaaaangweilig. Er ist ein fantastischer großer Bruder. Ok die ersten Monate war Clara ihm ein Dorn im Auge, aber jetzt, wo sie endlich auch mal reagiert und hintergekrabbelt kommt, ist sie der Hit. "Meine Clara" sagt er immer liebevoll oder auch "meine Clara soll auch spielen kommen". Da geht mir das Herz auf, echt. Die zwei können schon locker eine Stunde alleine gemeinsam spielen, natürlich streiten sie sich auch oft um Spielsachen aber Clara lässt sich da nicht beeindrucken. Generell ist sie hart im nehmen wenn Theo mal wieder seine Kräfte nicht einschätzen kann. Da zuckt das Mädel nicht mal mit der Wimper. Außerdem haben wir im Sommer endlich die Kita gewechselt. Vielleicht erinnern sich noch einige an die Story. Von heute auf morgen bekamen wir einen freien Platz und seitdem ist alles anders. Mein Kind geht gerne in die Kita, unfassbar. Frühs bringt ihn Papa, er verabschiedet sich fröhlich von mir und am Nachmittag schließe ich ein glückliches Kind in die Arme. Keine Tränen mehr, kein schlechtes Gewissen. Sondern einfach ein gutes Gefühl.

Hach und meine Puppe. Dieses kleine verrückte Mädchen. Mit 5 Monaten hinsetzen, mit 6 Monaten krabbeln und mit 7 Monaten stehen und an den Möbeln entlang laufen. Alles genauso wie ihr großer Bruder damals. Mit ihren riesigen blauen Kulleraugen saugt sie alles auf was irgendwie geht. Sie liebt ihren Bruder abgöttisch, er bringt sie immer zum Lachen und ihm wird immer gefolgt. Zähne hat sie noch keinen einzigen, dafür mampft sie aber fleißig ihren Brei, noch viel lieber aber festes Essen. Sie kann sich schon richtig lange alleine beschäftigen, am liebsten spielt sie mit Theos Küche. Ihr Lieblingsspiel momentan ist aber "ich schmeiße alles runter und ihr hebt es mir dann auf"...Leider ist sie sehr oft krank. Eigentlich mindestens aller zwei Wochen. Sie ist eben jeden Tag den Kindergartenkeimen ausgesetzt und auch Theo schleppt ja so einiges mit an, und auch wenn sein Immunsystem stark genug ist, Claras ist es noch nicht. Husten und Schnupfen sind hier also Dauergast. Aber auch das bekommen wir hin.

So ihr Lieben, das war es erst einmal aus dem Hause Gurkenhals. Ich hoffe wirklich, ich finde bald wieder mehr Zeit für dieses Projekt! Ansonsten folgt mir bitte unbedingt auf Instagram und den Link zu meiner Trageberatungs-Homepage bekommt ihr auch ganz bald vor die Nase gesetzt. Versprochen;)

Samstag, 30. Mai 2015

Wie ist das eigentlich so mit zwei Kindern?

Diese Frage bekommen wir in letzter Zeit sehr oft gestellt, also dachte ich mir, ich beantworte sie einfach mal auf dem Blog. Besonders neugierig sind natürlich die Eltern, die schon ein Kind haben und damit auch beide Hände voll zu tun, ein zweites aber nicht ausschließen. Aber auch kinderlose Paare fragen häufig, wie wir das denn gebacken bekommen, besonders bei dem geringen Altersabstand von gerade einmal 21 Monaten.

Die letzten Tage habe ich also mal darüber nachgedacht wie das so ist, mit 2 Kindern unter 2 Jahren. Und ich muss sagen, es ist nicht viel anders als vorher. Enttäuschend was? Ich nehme an, die meisten hätten jetzt ein Jammerkonzert erwartet, wie anstrengend, stressig, nervenaufreibend und zum Haare raufen das Ganze ist. Diese Momente gibt es durchaus. Zum Beispiel wenn beide Kinder gleichzeitig Hunger haben, das eine Kind ist motorisch noch nicht in der Lage alleine Nahrung zu sich zu nehmen, das andere hat ganz plötzlich vergessen, wie man Gabel und Löffel benutzt und schreit nach Mama. Oder wenn das eine Kind ins Bett soll, das andere aber gerade brüllt wie kurz vor der Schlachtung. Dann bekomme ich gerne mal Schweißausbrüche, besonders wenn ich alleine mit der Situation bin. Dann hilft nur noch tief einatmen und los.

Strahlemaus

Aber diese Momente sind wirklich selten. Denn das Positive ist, wie haben zwei Kinder und vier Hände. Niemand von uns ist alleine. Füttere ich Clara, spielt der Mann mit Theo Verstecken und ich höre sie nur leise am anderen Ende der Wohnung kichern. Gehe ich mit dem Gurkenhals auf den Spielplatz, wiegt der Mann das kleine Mäuschen in den Schlaf. Und so funktioniert das einfach super. Natürlich hatte ich mir die ganze Schwangerschaft über Gedanken gemacht, wie das alles klappen wird, ob ich einen Nervenzusammenbruch erleiden werde oder eines Tages von der Decke baumel. Aber diese Sorgen waren unbegründet. Man wächst mit seinen Aufgaben, sagt man so schön, und so ist es tatsächlich. Wir haben hier alles ziemlich gut im Griff, trotz Bauchweh und Trotzphase.

2 Monate Baby sein

Wir sind als Familie noch viel enger zusammen gewachsen, jeder weiß was er zu tun hat und wo er am dringendsten gebraucht wird. Ich habe sogar das Gefühl, Theo versteht ganz genau, wie der Hase läuft. Seit Clara auf der Welt ist, nämlich genau seit der Nacht ihrer Geburt, schläft er durch. Das hat er vorher nur sporadisch getan. Er ist jetzt ein richtiges Papa-Kind, vorher nur Mama Mama Mama und nun sind die zwei unzertrennlich. Er geht wieder ohne Probleme in die Kita, keine einzige Träne wird vergossen, wenn er zu Hause mit Papa losmacht, winkt er mir, wirft mir einen Luftkuss zu und weg ist er. Wenn ich ihn abhole, strahlt er über beide Ohren und läuft ohne Umwege zum Auto, denn Clara friert sonst, so habe ich es ihm erklärt. Auch mittags reicht es aus, ihn in sein Bett zu legen und nach einer dicken Umarmung und vielen Küssen kann ich aus dem Zimmer gehen und er schläft. Einfach so. Das erleichtert mir den Alltag ungemein.

Überhaupt hat der Gurkenhals seine Schwester sofort akzeptiert. Weint sie, heißt es "Clara weint" und er bringt ihr einen Schnuller. Er ordnet Dinge zu, die ihr gehören, schleppt Socken, Spielzeug und eben alles, was "dem Baby" gehört, an. Wird er gewickelt, möchte er, dass wir sie neben ihn legen und dann hält er ihre Hand. Natürlich ist er auch eifersüchtig, das bleibt nicht aus. Wenn sie an seinem angestammten Platz liegt zum Beispiel oder wenn sein Fuchs auch nur in ihrer Nähe liegt. Dann heißt es "nein nein" und "meine!". Recht hat er, teilen ist zwar wichtig aber er soll immer noch seinen eigenen Bereich und seine eigenen Spielsachen haben, damit das Baby eben nicht seine komplette Welt auf den Kopf stellt.

Geschwisterplüsch

Eine große Erleichterung im Alltag mit zwei Kindern ist das Tragetuch. Ohne diese praktischen Tücher wäre ich oftmals verloren. Kinderwagen schieben und gleichzeitig dem Kleinkind hinterher sprinten, wenn es mal wieder meint auf die Straße rennen zu müssen? Für mich undenkbar. Zu Hause nehme ich Clara auch ins Tuch und hab so beide Hände frei, um für Theo zu kochen oder mit ihm zu malen. Auch als Theo vor zwei Wochen eine schlimme Magen-Darm-Grippe hatte, war ich so dankbar über diese Erfindung. Denn da brauchte er ganz viel Liebe und Kuscheleinheiten, aber die braucht Clara mit ihren zwei Monaten eben auch.

Unterwegs mit Gurkenhals und Tragetuch

Ihr seht also, es läuft ganz gut. Klar sind auch wir nur Menschen und die ein oder andere Träne habe auch ich schon vergossen, besonders wenn ich nicht so viel Zeit mit Theo verbringen kann, wie ich gerne möchte. Und auch die Partnerschaft bleibt momentan ein wenig auf der Strecke, wie sind gerade eben hauptsächlich Eltern und das fordert uns genug. Abends fallen wir todmüde ins Bett, wenig Zeit für Gespräche oder Zärtlichkeiten. Aber es kommen ja wieder andere Zeiten und spätestens wenn die Mäuse miteinander spielen und lachen können, ernten wir die Früchte der harten Anfangszeit. Bereut haben wir unsere Entscheidung bisher jedenfalls keineswegs. Unser Glück ist einfach noch viel größer geworden.

Übrigens...momentan habe ich nicht so viel Zeit, um regelmäßig zu bloggen. Wer trotzdem wissen will, was wir so treiben, sollte uns unbedingt bei Instagram folgen! Dort findet ihr uns unter "familiegurkenhals"!



Dienstag, 28. April 2015

Wir backen eine kleine Schwester - Lässt sich das Geschlecht beeinflussen?

Erstmal vorneweg, bevor hier wieder ein kleiner Shitstorm auf mich einbricht: Hauptsache gesund! Das war für uns das Wichtigste bei der Entstehung der kleinen Erbse und ist es auch immer noch! Vom ersten Moment an waren wir verliebt in das kleine Wesen, vollkommen egal ob mit Schnippie oder ohne.

Dennoch kann ich nicht leugnen (und werde ich auch nicht, ist schließlich mein Blog), dass ich mir schon sehr ein Mädchen gewünscht habe. Ein Pärchen, großer Bruder, kleiner Schwester. Da kriegt Mama Herzchen in den Augen. Alleine die Vorstellung, wie er sie später vor den bösen Typen in der Disco beschützt, wie er ihren ersten festen Freund auf Herz und Nieren prüft...hach. Ich habe selbst einen großen Bruder und kenne diese Situationen. Außerdem bin ich einfach eine Mädchenmama. Ich möchte Haare flechten, shoppen gehen, bunte Glitzerkleider kaufen... Natürlich wäre ein zweiter Bub genauso toll. Aber, nur mal rein theoretisch, man könnte das Geschlecht irgendwie beeinflussen, würde ich es tun? Definitiv! Und nein, ich meine nicht das Reagenzglas, Gentechnik oder Selektierung im allgemeinen. Solche Methoden lehne ich strikt ab (und bin froh, dass sowas in Deutschland verboten ist). Aber es soll ja so kleine Kniffe geben, mit denen man die Natur austricksen kann. Und da mich so viele Mamas, sei es aus der Familie, Freunde oder auch Internetbekanntschaften gefragt haben, ob wir so etwas in die Richtung versucht haben, dachte ich mir, ich schreibe es einfach mal hier auf.

Denn ja, wir haben tatsächlich das Internet durchforstet und einige der dort genannten Tipps ausprobiert. Ob das alles nun am Ende zum Erfolg geführt hat, weiß nur der liebe Gott aber es hat Spaß gemacht, tat niemanden weh und ein anderes Ergebnis wäre genauso willkommen gewesen. Also hier unsere ultimativen (und erprobten) Tipps, ohne Gewähr natürlich;)

1. Der wohl bekannteste Tipp: Da den männlichen Samenzellen wohl keine allzu lange Lebenszeit vergönnt ist, die weiblichen dafür aber umso länger (und langsamer) umherziehen, sollte man möglichst 2-3 Tage vor dem Eisprung Sex haben, um die Wahrscheinlichkeit auf ein Mädchen zu erhöhen. Dafür wäre es natürlich sinnvoll zu wissen, wann der Eisprung genau stattfindet. Ich habe das Glück, dass meine Zyklen sehr regelmäßig sind und ich den Eisprung in der Regel auch spüre. So konnte ich den Zeitpunkt ganz gut bestimmen. Wer nicht genau weiß, wann das Eichen hüpft, dem empfehle ich Ovulationstests in Kombination mit Temperaturmessungen. Sex am Tag des Eisprunges lässt hingegen die Jungs zum Zuge kommen und die weiblichen Spermien haben wenig Chancen das Rennen zu gewinnen.

2. Heiß baden vor dem Sex! Das mögen die männlichen Spermien angeblich gar nicht und das Verhältnis der männlichen und weiblichen Samenzellen verändert sich zu Gunsten der weiblichen. Wir lieben unsere Badewanne, von daher war es jetzt kein großes Opfer diesen Tipp auszuprobieren. Wer also lieber einen Bub möchte, unbedingt das heiße Baden reduzieren! Vorteil an diesem Tipp: Man ist direkt nackig und sauber;)

3. Angeblich kann auch die Position beim Sex das Zünglein an der Waage sein. Jetzt müssen alle ganz stark sein, die eher auf Doggy Style und andere Kamasutra-Weisheiten stehen. Denn ausgerechnet die langweilige Missionarsstellung (Blümchensex und so), begünstigt ein Mädchen. Die langsameren weiblichen Spermien haben nur eine Chance, wenn der Penis nicht zu tief eindringt, denn sonst sind die schnelleren männlichen Samenzellen ja quasi schon am Ziel ihrer Träume und verderben den weiblichen sämtlichen Spaß. Tja, muss man sich überlegen, ob es einem das Wert ist.

4. Das ist jetzt ein heikles Thema. Der Orgasmus. Eigentlich ja Sinn der Sache und ohne ein völliger Reinfall. Aber tatsächlich behaupten Experten, der Orgasmus wäre von Vorteil für die männlichen Spermien. Denn bei einem Orgasmus verändert sich der PH-Wert der Scheidenflora, mal wieder zu Gunsten der Männlein. Fies eigentlich, oder? Wer nun also ein Mädchen haben möchte, sollte besser auf den Höhepunkt verzichten oder ihn einfach auf später verschieben;)

5. Die Ernährung. Auch hier spielt der Säuregehalt des Körpers eine wichtige Rolle. Soll der Nachwuchs ein Junge werden, wird geraten, sich von alkalischer Kost (basisch) zu ernähren, dazu gehören z.B. Bananen, Kartoffeln, Pilze usw. Für ein Mädchen hingegen sollten Frauen häufiger zu Milchprodukten greifen und viel Calcium aufnehmen (Brokkoli, Haferflocken, Spinat usw). Ich bin ehrlich, ich esse worauf ich Bock habe und ob ich wirklich besonders viel Calcium im Zeitraum der Zeugung aufgenommen habe, kann ich beim besten Willen nicht sagen. Wer es aber ausprobieren möchte, darf mir auf jeden Fall Rückmeldung geben, ob es denn geklappt hat:)

Das sind also die mir bekannten Tipps und Tricks, wie man das Geschlecht des zukünftigen Nachwuchses ANGEBLICH beeinflussen kann. Wichtig ist zu wissen, dass sich die Wahrscheinlichkeit von 50:50 auch durch die Anwendung nicht verändert:) Laut verschiedenen Studien kann sogar das Wetter eine wesentliche Rolle spielen, aber mal ehrlich..."Ne Schatz, heute gibt es keinen Sex, es ist zu warm für ein Mädchen" kommt doch echt blöd und verdirbt sämtlichen Spaß! Von solchen Geschichten wie Mondkalender oder auch der Chinesische Empfängniskalender halte ich persönlich nichts, das ist aber Geschmackssache.

Jetzt interessiert mich aber auf jeden Fall: Kennt ihr noch mehr Tipps und habt ihr irgendwas davon ausprobiert, mit oder ohne Erfolg?



Und noch mal ganz wichtig, für alle anonymen Kommentare: Ich weiß, dass es Frauen gibt, die ewig auf ihr Wunder warten müssen oder gar nicht schwanger werden können und denen das Geschlecht des Babys vollkommen egal ist! Deshalb bitte nicht alles so Ernst nehmen, ich bin lediglich dem Wunsch meiner Leser nachgekommen, die genau diese Frage gestellt haben. Sollten Kommentare in diese Richtung kommen, werde ich sie nicht erst frei schalten, denn der Hinweis auf einen ironischen Beitrag fiel oft genug!

Freitag, 24. April 2015

Oberfeldwebel Gurkenhals

Im Hause Gurkenhals herrscht neuerdings ein strenger Ton! Theo der Erste hat das Regiment übernommen und stellt mit deutlichen Befehlen klar, wer hier das sagen hat. So kann es schon mal folgender Maßen ablaufen, wenn wir das Haus verlassen wollen:

Ich: "Komm Theo, anziehen. Wir gehen auf den Spielplatz."
Theo rennt begeistert in den Flur und stellt sich vor den Schuhschrank: "AUF"!
Ich öffne den Schrank.

Theo: "SCHUHE!"
Ich: "Ja Theo, wir ziehen Schuhe an."
Theo: "SCHUUUUUUHE!"

Ich: "Jahaaa. Wollen wir die grünen Schuhe anziehen?"
Theo: "NEIN!"
Ich: "Ok. Welche willst du dann anziehen?"

Theo (jammernd, mit dicken Kullertränen):  "SCHUHEEEE!"
Ich: "Theo, wieso weinst du denn jetzt? Welche Schuhe willst du anziehen?"
Theo zeigt auf die schwarzen Schuhe und ruft "DAS!"

Ok, nachdem das Drama Schuhe überstanden ist, stiefelt Theo durch die Wohnung und gibt den nächsten Befehl.

Theo: "JACKE!"
Dummerweise sind draußen 25 Grad und es ist viel zu warm für eine Jacke.

Ich: "Theo, wir brauchen heute keine Jacke. Die Sonne scheint."
Theo (bereits wieder leicht gereizt): "JAAAACKE!"

Ich ziehe ihm die Jacke an, lasse sie aber offen aufgrund der Hitze draußen.
Theo (jetzt wirklich sauer): "ZUUU!"

Na gut, ich schließe die Jacke und bekomme prompt die nächste Anweisung.
Theo: "MÜTZE!!"
Wir setzen die Mütze auf, ich bin mittlerweile völlig durchgeschwitzt, da ich das Baby vor den Bauch gebunden habe und will endlich los.

Theo: "DURST!"
Ich renne in die Küche und hole ihm ein Glas mit Wasser.

Theo (entrüstet): "BECHER!"
Damit ist seine Fuchstasse gemeint. Also wieder zurück in die Küche, Fuchstasse holen und Wasser umfüllen, Kind kurzzeitig zufrieden gestellt.

Ich will mich nun Richtung Tür begeben, da schallt es: "FUUUUFF!"
Ah ja, der Fuchs muss mit. Fuchs unter den Arm geklemmt, Tür ran gezogen.

Theo (kein Zweifel, dies ist ein Befehl): "SCHLÜSSEL!"
Ich überreiche dem Gurkenhals feierlich den Schlüssel und er versucht gefühlte drei Stunden ihn ins Schloss zu stecken, um zuzuschließen.

Wir haben es endlich an die frische Luft geschafft, da verkündet der Gurkenhals stolz: "KACKA!"
Oh man...

Ich könnte die Story noch Ewigkeiten weiter erzählen, aber das erspare ich euch an dieser Stelle mal. Manche mögen jetzt denken, Mensch, die lassen sich aber auf der Nase herum tanzen. Ich finde es aber wichtig, dass Theo merkt, dass wir ihn verstehen und auf seine Bedürfnisse eingehen. Das soll ihn motivieren, weiter fleißig das Sprechen zu üben.

Bis vor kurzem dachte ich noch mein Kind wird wohl nie sprechen lernen, immer wieder wurde nur auf Dinge gezeigt, begleitet von einem nervigen Fiep-Ton und dann mussten Mama und Papa erraten, welches der 100 Dinge auf der Küchentheke denn jetzt gewünscht ist. Nicht selten gefolgt von einem Heulanfall, weil wir bösen Eltern den falschen Gegenstand anreichten. Nun haben wir hier eben einen kleinen Feldwebel und den ganzen Tag tönt es durch die Wohnung "ESSEN!", "DURST!", "MESSER!", "BUTTER!", "BUCH!", "SITZEN!", "RUTSCHEN!", "ZU!", "AUF!", "AB!" und so weiter,

Besonders beliebt ist seit Neustem auch der Befehl "HABEN!". Da wird auf das Objekt der Begierde gezeigt und es heißt "TASSE HABEN!" oder auch "DURST TASSE HABEN!". Ich verbuche das mal unter Dreiwortsatz:). Generell finde ich es Wahnsinn, welche sprachliche Entwicklung Theo in den letzten Wochen gemacht hat. Monatelang sprach er nur fünf Wörter und plötzlich, quasi über Nacht, platzte der Knoten. Ich komme gar nicht mehr hinterher mit dem Aufschreiben seiner Kreationen und jeden Tag kommen mindestens zwei neue dazu. Endlich kann man sich richtig mit ihm unterhalten.

Ach ja, der Befehl schlechthin ist hier natürlich auch sehr beliebt: "NOCHMAAAAL!". Sei es beim Eis essen oder beim Quatsch machen mit Papa. Und wehe irgendwann ist Schluss mit "NOCHMAAAAL". Dann rollen sie wieder, die dicken Kullertränen. Denn niemand widerspricht Oberfeldwebel Gurkenhals;)



Dienstag, 14. April 2015

Familie Gurkenhals im neuen Design

Na, wer von euch hat es schon entdeckt? Familie Gurkenhals erstrahlt in neuem Glanz! Und Frau Gurkenhals strahlt gleich mit, so happy ist sie darüber!

Um ehrlich zu sein, ging mir das Blogdesign schon lange auf den Keks. So wirklich passte es nicht zu uns, der Banner war unprofessionell und überhaupt harmonisierte hier nichts miteinander. Deshalb stand die Überarbeitung des Blogs ganz oben auf meiner To-Do Liste. Problem nur: Ich bin ein absoluter Technik-Nerd. Schon beim Erstellen des Blogs vor über einem Jahr war ich genervt von den tausenden Funktionen, mit jedem Klick wurde es eher schlimmer als besser und um mich in die Materie einzulesen fehlte mir einfach Zeit und Lust. Mein Hauptaugenmerk liegt eben auf den Texten und Bildern, dennoch sollte man das optische nicht ganz vernachlässigen.

Umso glücklicher bin ich, dass die talentierte Ka von Kaonka Design sich nun meines Blogs angenommen hat. Und die Frau hat es echt drauf oder? Wir brainstormten ein wenig über WhatsApp, ich betonte, dass ich es gerne schlicht und einfach mag, ohne viel Schnick Schnack, und "irgendwas mit Flieder" warf ich noch in den Raum und herausgekommen ist das dabei! Besonders verliebt bin ich in das neue Logo, denn es passt einfach so toll zu uns und man erkennt, dass wir nun zu viert sind.

Jetzt habe ich auch endlich wieder mehr Motivation häufiger und regelmäßiger zu Bloggen. Insofern mich dass Motzebaby denn lässt. Die Themenliste ist auf jeden Fall lang genug, um einige Seiten zu füllen.

Wenn ihr euch auch so ein schönes Blogdesign wünscht, dann schaut doch mal bei Ka rein! Sie macht auch wunderschöne Geburtsdatenbilder und andere zuckersüße Dinge, die den manchmal grauen Alltag erhellen. Ihren Dawanda-Shop findet ihr hier und natürlich bloggt die zweifache Mami auch auf ihrem Blog Ich und Du. Und Du. Absolut lesenswert!

Und jetzt bin ich gespannt, wie euch das neue Design gefällt. Hinterlasst mir doch bitte einen Kommentar, Kritik ist willkommen und auch wenn euch noch etwas fehlt, dürft ihr das gerne kundtun!

Herzlichst,

Frau Gurkenhals

Dienstag, 7. April 2015

Schon wieder kein Anfängerbaby

Puff. Da ist sie zerplatzt, meine Seifenblase. Meine kleine große Traumwelt, die ich mir während 40 Wochen Schwangerschaft aufgebaut und ausgemalt habe. 10 lange Monate, in denen mir immer wieder bestätigt wurde "Die zweiten Kinder sind ganz anders. Viel ruhiger. Viel einfacher. Viel gelassener. Denn auch die Eltern sind entspannter. Niemand bekommt zwei Schreikinder". Na gut, Clara ist (bisher) kein Schreibaby, aber ein Anfängerbaby ist sie definitiv auch nicht. Ein Anfängerbaby, was ist das überhaupt? Ich habe da so meine eigenen Vorstellungen:

...ein Baby, dass sich auch mal ablegen lässt (und dabei zufrieden ist)
...ein Baby, dass wenig weint
...ein Baby, dass viel schläft, nachts gerne 4 Stunden am Stück oder länger
...ein Baby, dass ohne Probleme an die Brust geht (quasi ein Vollstillprofi)
...ein Baby, dass wenig bis keine Bauchschmerzen hat
...ein Baby, dass friedlich im Kinderwagen vor sich hin schlummert
...ein Baby, dass im Auto einschläft (und nicht an jeder Ampel wieder aufwacht)
...ein Baby, dass auch mal zufrieden ist

Das sind nur ein paar Sachen, die meinem Fusselhirn gerade einfallen. Und nun mal Theo im Vergleich. Theo war ein Arschloch-Baby. Ein bisschen gemein der Ausdruck, aber irgendwie passt er. Theo fand immer alles doof. 

...Stillen doof
...Verdauung doof
...Ablegen doof
...Schlafen doof (aber richtig!)
...Kinderwagen doof
...Ausflüge doof
...Babyschwimmen doof (überhaupt sämtliche Babykurse)
...Auto fahren doof  usw.

Er schrie eigentlich fast rund um die Uhr, wie schlimm das eigentlich war, weiß ich dank Verdrängungshormonen zwar nicht mehr, aber ich erinnere mich durchaus an durchwachte Nächte und viele Tränen (vor Erschöpfung).

Clara ist jetzt genau 14 Tage alt und möchte ihrem großen Bruder wohl gerne nacheifern. Sie schreit zwar nicht und weinen kann man es auch nicht wirklich nennen, aber sie motzt ganz gerne. Und zwar bei genau den gleichen Dingen wie ihr Bruder. Den Kinderwagen findet sie eher so semi, Auto fahren ist auch nicht so der Hit. Sie hat leider schlimme Bauchschmerzen (wer hat behauptet Mädchen hätten weniger Koliken??) und auch sie ist kein Vollstillprofi. Am liebsten liegt sie den ganzen Tag auf meinem Arm, ablegen klappt mal so 2 Minuten. Und schlafen...naja sie schläft wenigstens. Aber spätestens alle 2 Stunden, eher jede Stunde, meldet sie sich zur Mahlzeit. Außerdem spuckt sie wie ein Weltmeister. Selbst baden findet sie kacke, dabei hat das sogar ihr Bruder geliebt.

Ich weiß, dass das alles normal ist (die Kinderärztin nannte es liebevoll Regulationsstörungen). Und ich will mich auch wirklich nicht beschweren. Aber hätte ich nicht ein mal Glück haben können? Wenigstens in einer Sache...beim Schlafen zum Beispiel. Mal wieder haben alle Mütter um mich herum Durchschlafbabys. Gibts dafür ein Geheimrezept, dass ich noch nicht entdeckt habe? Oder beim Stillen. Und die blöden Bauchschmerzen hätten auch gerne wegbleiben können.

Nun müssen wir aber damit leben. Und das ist das tolle beim zweiten Kind. Man kommt damit klar. Während ich bei Theo noch nach Ursachen gesucht habe und in Selbstmitleid zerflossen bin, nehme ich es dieses mal so hin. Dann wird das Klebebaby eben 24 Stunden getragen (Gott sei dank konnte ich dem teuren Bugaboo widerstehen), dann wird eben der Bauch massiert was das Zeug hält und ja, auch dieses mal habe ich wieder ein Flaschenkind. Aber auch die werden groß. Das sehe ich an meinem Theo, dem tollsten Kleinkind der Welt, einst Arschloch-Baby, jetzt Sonnenschein und mein Ein und Alles. Auch dieses mal hatten wir kein Glück mit dem Anfängerbaby, dafür halten wir das größte Glück der Welt in den Händen. Unsere kleine Motzkönigin.

Mittwoch, 1. April 2015

Geburtsbericht Baby Clara - Wir sind jetzt zu viert!

Ihr habt es euch bestimmt schon gedacht. Familie Gurkenhals ist endlich vollständig! Und damit melde ich mich zurück aus einer kleinen Blog-Auszeit, die vor allem aus Warten auf das Baby und nun mittlerweile 8 Tagen Wochenbett bestand. Unglaublich, über eine Woche ist die kleine Schwester nun schon alt und bevor die Erinnerungen an das große Ereignis verblassen, habe ich mich an den Geburtsbericht gesetzt, den ich an dieser Stelle mit euch teilen möchte. Er beginnt am errechneten Geburtstermin und endet in einer wunderbaren Geburt, die für vieles entschädigt, was bei Theos Geburt vorgefallen ist.
Viel Spaß beim Lesen!

18. März 2015:

Der errechnete Geburtstermin. Irgendwie rechnete ich gar nicht damit, bis zu diesem Tag zu kommen, denn Theo wurde bei 39+6 geboren und ich war so naiv zu glauben, dieses mal auch nicht zu übertragen. Termin bei meiner Hebamme, das erste CTG für diese Schwangerschaft, nach 5 Minuten bereue ich bereits, kein Buch mitgenommen zu haben *gähn*. Aber alles super, dem Baby geht es gut, vielleicht zu gut? Kein Hinweis auf baldigen Auszug. Muttermund weich aber noch verschlossen. Köpfchen schon kurz vorm Ausgang. Merke ich auch...nachts aller 30 Minuten pinkeln gehen ist echt kein Spaß. Und wer hat diese blöde Symphyse eigentlich erfunden? So langsam verlässt mich die Motivation, obwohl ich noch topfit bin und mein Söhnchen trotz Buckelwal-ähnlicher Plauze durch die Gegend schleppe kann.

20. März 2015:

Hallo Baby, wo bleibst du?? Ich weiß ja, du willst dich besonders hübsch machen für uns, aber wir lieben dich auch ohne Haare oder mit unlackierten Fingernägeln...je nach dem was du noch so treibst. Meine Hebamme begrüßt mich mit den Worten "Du siehst nicht so aus, als ob du heute oder morgen ein Kind bekommst". Wie recht sie hat...Fühle mich auch null nach Geburt, um nicht zu sagen, ich kann mir absolut nicht vorstellen, demnächst im Kreißsaal zu liegen. Das nennt man wohl Verdrängungstaktik. CTG wie immer top, Muttermund schauen wie dieses mal gar nicht nach. Ein bisschen hängt uns die Zeit im Nacken. Meine Mutter ist extra für die komplette Woche angereist, um im Fall der Fälle den Gurkenhals zu betreuen. Sonntag muss sie zurück. Wenn sich bis dahin nichts getan hat, müsste Herr Gurkenhals zu Hause bleiben und ich alleine in den Kreißsaal. Absolute Horror-Vorstellung nach dem letzten Geburtserlebnis. Aber es nützt alles nichts, wir können nur warten...

23. März 2015:

Das Wochenende war ruhig, keine einzige Wehe...nichts. Sonntag muss meine Mama wieder abreisen, was eine mittelschwere Depression meinerseits zur Folge hat. Verbringe den halben Sonntag heulend im Bett und bemitleide mich selbst. Abends dann die Erleichterung: Unsere liebste Nachbarin ist noch eine weitere Woche krank geschrieben...sollte es nachts oder abends los gehen, übernimmt sie das Babyfon und kümmert sich um unseren Sohn. Mir fällt ein riesen Stein vom Herzen...alleine hätte ich das nicht gepackt.

Um 10 Uhr habe ich wieder einen Termin bei meiner Hebamme. Sie möchte das Baby ein wenig locken...heißt, sie stimuliert den Muttermund. Was auch immer das bedeutet. Tut auch gar nicht weh...hust. 2 cm soll er bereits offen sein. Aber das hat ja nichts zu sagen. Fahre mit wenig Hoffnung wieder nach Hause und lege mich aufs Sofa, für den obligatorischen Mittagsschlaf. Werde gegen 12 Uhr von eine Wehe geweckt. Na huch, tut sich da etwa doch was? 2 Stunden zieht es lustig vor sich hin, gerade so, dass ich nicht schlafen kann. Dann ist es wieder vorbei. Bin nicht mal traurig darüber, will heute Abend einfach zeitig ins Bett gehen und schlaaaafen. Dann der Schock auf dem Klo...Blut. Und Schleim. Und das nicht wenig. Och nö...Was hat die doofe Hebi denn da gemacht? Naja, ich sitz das jetzt einfach aus...heute gibt es kein Baby mehr, basta!

Verbringe den Nachmittag mit meinem Prinzen, kurz nach dem er im Bett verschwunden ist, beginnt das tolle Ziehen wieder. Ich ignoriere es aber einfach und sage auch meinem Mann nichts davon. Es tut jedenfalls nicht weh, ist einfach ein stärkeres Mensziehen. Blöderweise bekomme ich jetzt auch noch Durchfall...na super. Aber bestimmt alles Zufall, man muss es sich nur schön reden. Gegen 22.00 Uhr werde ich aber doch unruhig und schaue mal auf die Uhr. Hm. Alle 7 Minuten. Ich informiere lieber mal meine Nachbarin, die vor lauter Aufregung gar nicht ins Bett gehen will. Beschließe schlafen zu gehen, mein Liebster folgt mir und jetzt setze ich ihn dann auch mal über die Wehen in Kenntnis . Alles klar Schatz, weck mich wenn wir los müssen, sagt er und verfällt in den Tiefschlaf.

Ich liege also so rum, kann nicht schlafen und verspüre immer noch alle 7 Minuten das leichte Ziehen. Ab und zu puste ich mal ein bisschen, nicht weil ich unbedingt müsste, fühlt sich aber ganz gut an. Meine Nachbarin wird bald verrückt vor Aufregung, ich bin mir immer noch unsicher, ob es wirklich los geht. Irgendwie warte ich die ganze Zeit darauf, dass die Fruchtblase platzt, wie bei Theo, aber nichts. Dafür muss ich nach fast jeder Wehe zum Klo pinkeln.

24. März 2015:

Es ist 3 Uhr nachts, an den Abständen hat sich nicht viel getan (so in etwa alle 5 Minuten), so wirklich Schmerzen kann man das aber auch nicht nennen. Ich bin einfach total unsicher. Wecke den Mann, der mich verdutzt fragt, ob ich schon die ganze Zeit hier so rumpuste. Joar...aber hauptsache du hast deinen Schönheitsschlaf Schätzelein. Er möchte, dass ich meine Hebamme anrufe, aber ich habe Hemmungen sie für einen Fehlalarm zu wecken. Greife aber schließlich doch zum Telefon und bereits nach dem ersten Klingeln meldet sich mein persönlicher Engel. Ich bin verdutzt. "Na, mit dir hab ich ja heute fast noch gerechnet"...schönen Dank auch! Ich erzähle ihr von den Abständen und sie rät mir, jetzt los in die Klinik zu fahren. Bin verwirrt. Wir hatten doch ausgemacht, dass sie im Fall der Fälle erst einmal zu uns nach Hause kommt und wir dann gemeinsam in die Klinik fahren. Ja, sie ist bereits im Krankenhaus. Hat gerade ein Baby zur Welt gebracht. 4660g. Puh, was ein Brocken. Ich soll ruhig kommen, sie hat gerade richtig Lust auf noch eine Geburt. Öhm, ich aber nicht?

Wir packen also unsere Sachen, extra leise um den Gurkenhals nicht zu wecken, schleichen uns mit Babyfon in der Hand zur Tür...määääääh. Määäääh. Toll. Theo ist wach. Ich bete er möge wieder einschlafen, tut er natürlich nicht. Also verziehe ich mich ins Wohnzimmer zum Pusten und Männel dackelt mit der Nachtmilch ins Kinderzimmer. Es kommt mir vor wie eine Ewigkeit, schließlich kommt er zurück und meldet Erfolg. Wir klingeln bei den Nachbarn, die uns beide mit einem dicken Grinsen erwarten und überreichen ihnen Babyfon und Schlüssel. Dann geht es los Richtung Krankenhaus. Im Auto habe ich circa 4 Wehen, aber absolut aushaltbar. Glaube immer noch nicht an eine baldige Geburt. Rufe meine Mutter an und weise sie an, in den nächsten Zug zu steigen.

Wir parken auf dem gefühlt 100km entfernten KH-Parkplatz, ich watschel durch den Eingang und komme mir mehr als blöd vor als ich zur Empfangsdame sage "Wir wollen in den Kreißsaal". Ach ne. Um 5 Uhr klingeln wir schließlich an der Kreißsaaltür. Meine Hebamme empfängt uns mit einem breiten Grinsen. Sie ist ja jetzt so voller Adrenalin, das wird jetzt ganz toll, sagt sie. Na gut, dann glaube ich ihr das mal. Mein Mann darf schon mal in den Kreißsaal, ich gehe mit ihr ins Untersuchungszimmer. Als sie mich untersucht höre ich sie nur murmeln "3,4,5,6,7, oh 8 cm schon". Mir schläft das Gesicht ein. Bis vor kurzem dachte ich noch an einen Fehlalarm. Wir beziehen also den Kreißsaal, mir geht es so gut, dass ich in Ruhe mein Outfit wechseln kann und mir es auf dem Bett gemütlich mache. Das CTG wird angeschlossen. Da ich alles so natürlich wie möglich möchte, verzichten wir darauf, einen Zugang zu legen. Ich verpuste ein paar Wehen und meine Hebamme schimpft. Viel zu kurz und zu schwach, so kommt hier kein Baby zur Welt. Hmpf. Dachte ich mir schon, dass es nicht so kuschelig bleibt. Schade eigentlich. Sie möchte die Fruchtblase öffnen, ich will das aber nicht. Lieber noch ein wenig warten, vielleicht platzt sie noch von alleine.

Gegen 6 Uhr gehen mir die Argumente aus. In der nächsten Wehe öffnet sie die Fruchtblase und ich habe sofort das Bedürfnis, mitzuschieben. Aber erst einmal verpusten wir noch ein paar Wehen auf der Seite. Jetzt fällt mir plötzlich auch wieder ein, warum Kinder gebären so Scheiße ist. Es tut einfach nur höllisch weh. Aber da ich komplett schmerzmittelfrei bin, spüre ich genau, wie das Köpfchen immer tiefer rutscht und sich Richtung Ausgang schraubt. Ich erfahre, dass sie viiiiele Haare hat. Jipiie. Wenigstens etwas. Ich möchte dieses Baby jetzt wirklich gerne da raus haben, der Druck ist unerträglich und trotzdem bin ich blockiert. Immer wieder habe ich Theos Geburt vor Augen und schimpfe vor mich hin, dass das eh doch nicht durchpasst. Doch, doch, das passt schon, sagt meine Hebamme. Ich presse und schiebe also was das Zeug hält. Die Wehenpausen sind richtig angenehm und lang genug, um ordentlich Kraft für die nächste Wehe zu sammeln. Wie im Bilderbuch quasi. Mein Mann atmet mit mir und motiviert mich immer wieder weiter zu schieben und um 6.52 Uhr ist es endlich so weit. Unsere Tochter wird geboren. Eine kleine Sternenguckerin,

So winzig und hilflos liegt sie zwischen meinen Beinen, meine Hebamme hilft mir auf und ich kann sie mir alleine hochnehmen und auf meine Brust legen. Wir lassen die Nabelschnur noch auspulsieren und ich darf sie dann durchschneiden. Bei Theo hatte mein Mann die Ehre. Ich fühle mich wirklich, als wäre nie etwas gewesen, bin voller Adrenalin. Und einfach nur glücklich.

Wir frühstücken noch gemütlich im Bett, die Kleine wird vermessen und der Kinderarzt kommt zur U1. Ich wage einen ersten Aufstehversuch und es klappt super. Keine Kreislaufprobleme. Ich gehe mit Hilfe meiner Hebamme duschen, ziehe mich an und warte noch auf den Abschlussbericht des Krankenhauses. Um 11 Uhr, nur 6 Stunden nach Eintreffen im Krankenhaus, sitzen wir zu dritt im Auto Richtung nach Hause. Eine Drive-in-Geburt, wird mein Bruder später sagen. Wie recht er hat.



Baby Clara


Geboren am 24.03.2015
um 6:52 Uhr
3500g
52 cm
35 cm KU

Dienstag, 10. Februar 2015

Kita die Zweite

Erst einmal möchte ich mich bei euch für die vielen lieben Kommentare, das Verständnis und die Tipps zu meinem letzten Eintrag bedanken! Es hat mich wirklich berührt, wie viele sich da Gedanken um unsere aktuelle Situation gemacht haben und es tat auch einfach gut, sich mal den ganzen Mist von der Seele zu schreiben.

Bevor ich euch von den neusten Entwicklungen berichte, möchte ich auf ein paar eurer Anregungen und Fragen eingehen, bevor ich jeden Kommentar einzeln beantworte und so vielleicht etwas untergeht. 

Viele von euch konnten nicht verstehen, warum ich Theo nicht schon längst aus der Kita genommen habe und zu Hause betreue. Nun, wenn ich ehrlich bin, ist das derzeit einfach keine Option für mich. Ich stehe kurz vor der Entbindung, mein Körper zeigt mir klare Grenzen auf, jeder Spaziergang ist anstrengend und gerade wenn man dann ein Kleinkind hat, dass nicht mehr im Kinderwagen sitzen mag, sondern immer vorneweg rennt und auch gerne mal die Straße übersieht, dann ist jeder Gang anstrengend. Natürlich raffe ich mich trotzdem dazu auf, aber diese kleinen Pausen brauche ich eben auch. Nur zu Hause rum sitzen ist so gar nicht sein Ding, Theo braucht Bewegung und Action. Natürlich könnte ich mir jetzt diverse Aktivitäten überlegen, schwimmen, Kinderturnen usw. Leider sind solche Angebote hier extrem rar und über Monate hinweg ausgebucht. So einfach ist die Tagesgestaltung also nicht. Mit 19 Monaten ist er auch noch nicht in einem Alter, in dem er sich mit malen, basteln und solchen Dingen länger beschäftigen kann. Mütter mit anderen Kindern kennen wir einige, die gehen aber alle arbeiten und die Kinder alle in die Kita (das ist hier im Osten so üblich). Tja, und nach der Entbindung wird es auch nicht besser. Ich werde mit Sicherheit die ersten Tage oder Wochen, je nach Befinden, nicht wie ein Flitzebogen von Aktivität zu Aktivität mit ihm und dem Säugling hüpfen können. Mein Mann kann keine Elternzeit nehmen, wir wären also von Beginn an alleine und müssen zusehen, wie wir zurecht kommen. Der Alltag mit Baby besteht die ersten Wochen nur aus stillen, wickeln und kuscheln. Wie soll ich Theo da noch gerecht werden? Wir haben keine Familie in der Nähe, die mal etwas mit Theo unternehmen könnten. Ich bin quasi auf die Fremdbetreuung angewiesen. Ich hoffe ihr könnt das jetzt ein bisschen besser nachvollziehen.

Zu den Alternativen: Leihoma? Kannte ich gar nicht, gleich mal gegoogelt. Gibt es hier aber nicht. Private Einrichtungen? Ja, haben wir genau zwei Stück, Monatsbeitrag liegt bei 500 Euro für ein Kind unter 3 Jahren. Während der Elternzeit leider absolut nicht finanzierbar. Alle anderen Kitas sind entweder städtische Kitas oder freie Träger (Kirchen usw), werden aber alle über das Jugendamt verwaltet (dazu komme ich gleich noch), genauso wie die Tagesmütter. Spielgruppen auch über Monate hinweg ausgebucht und auch eher was für jüngere Kinder. Wie gesagt, bei uns ist es absolut üblich, dass Kinder ab einem Jahr in der Kita oder bei einer Tagesmutter betreut werden. Alles andere sind Exoten. Was hatten wir noch? Ach ja, Betriebskindergarten. Ist unserer ja leider schon...sonst hätten wir gar keinen Platz bekommen.

Jetzt noch mal ein paar Worte zur Kita an sich. Viele von euch meinten, es geht gar nicht, wie dort mit den Wünschen und Rechten der Eltern umgegangen wird. Da habt ihr auf jeden Fall recht. Es gibt zwar einen Elternrat, dieser wird aber nicht gewählt, das heißt jeder kann sich beteiligen, was wiederum bedeutet, dass er eigentlich gar nicht existiert. 90 Prozent aller Kinder in der Kita sind die Sprösslinge unserer hiesigen Universität. Man möchte meinen, dass gerade Akademiker ihren Mund aufmachen und für ihre Rechte kämpfen, aber irgendwie ist eher das Gegenteil der Fall. Dadurch, dass sie als Studenten sehr flexibel sind, werden die Kinder nur wenige Stunden betreut, manche Tage sogar gar nicht, wahrscheinlich fallen einem da die ganzen Missstände gar nicht erst auf. Viele sind auch ausländische Studenten und wahrscheinlich einfach froh, einen (kostenlos!) Betreuungsplatz zu haben, da hinterfragt man dann auch nicht so viel. Ich alleine kann also nicht wirklich etwas erreichen. Es ist sogar schon so weit, dass ich für die kleinen Dinge, die ich mich gewagt habe anzumerken, dort sehr in Ungnade gefallen bin...Es gibt sogar Erzieher, die mich nicht einmal mehr grüßen. Wie man solche Wünsche der Eltern, dass beispielsweise kein Töpfchentraining durchgeführt werden soll, einfach ignorieren kann, ist mir ein absolutes Rätsel. Aber das ist wohl einfach typisch Osten. Es wird seit Jahren so gemacht und nur weil eine Mutter jetzt daher kommt und streikt...naja...

Eins muss ich aber trotzdem noch mal anmerken. Die Kita ist nicht grundsätzlich schlecht. Fast alle Kinder gehen morgens ohne Probleme in die Räumlichkeiten, die übrigens sehr schön gestaltet sind. Es gibt viele neue Spielsachen, der Garten ist riesengroß und die Kinder kommen jeden Tag an die frische Luft. Das Essen wird vor Ort zubereitet, es gibt ein jährliches pädagogisches Konzept, an dem die Kinder mitarbeiten, es gibt eigentlich sogar ausreichend Erzieherinnen (laut Betreuungsschlüssel). Viele Eltern sind sehr zufrieden mit der Arbeit der Einrichtung. Nur für uns passt es eben nicht. Vielleicht hat die Eingewöhnung nicht geklappt, vielleicht ist Theo zu sensibel für so eine große Gruppe, vielleicht klammern auch wir Eltern zu sehr? Ich kenne die Ursache nicht. Ich habe nur das Gefühl, dass uns ein Neustart gut tun würde. Es gibt jedenfalls keinen Grund, die Kita beim Jugendamt zu melden oder dergleichen. Es werden auch keine Kinder geschlagen oder schlimmeres (sowas gibt es ja).

So, nun mal zum aktuellen Stand. Ich hatte ja berichtet, dass mehrere Elterngespräche stattfanden. Im letzten Gespräch einigten wir uns darauf, dass ich Theo ab sofort wieder in den Raum begleite, ihm zum Spielen anleite und mich dann irgendwann aus dem Staub mache. Das probierten wir dann letzte Woche aus. Den ersten Tag klammerte er noch sehr an mir, aber es wurde von Tag zu Tag besser. Wir hatten das Glück, dass "unsere" Erzieherin in dieser Woche Frühdienst hatte, die einzige, mit der sowohl ich als auch Theo gut klar kommen. Sie half mir total Theo in ein Spiel zu vertiefen, so dass ich mich am dritten Tag bereits nach 5 Minuten unbemerkt davon machen konnte. Ja ich weiß, eigentlich nicht die beste Lösung, man soll sich ja verabschieden usw. Aber für Theo scheint es so besser zu funktionieren, als ein langer Abschied. Denn wenn ich ihm sage, dass Mama jetzt geht, wird sofort wieder panisch geklammert. Bis Ende der Woche lief das dann wirklich super und ich hatte ein gutes Gefühl beim Verlassen der Kita. Er weinte definitiv nicht (ich wartete immer eine Weile im Foyer), suchte mich wohl immer kurz aber spielte dann weiter. Ich war gespannt auf die nächste Woche, aber Montag folgte dann die Ernüchterung. Ausgerechnet die Erzieherin, mit der ich persönlich auf Kriegsfuß stehe, hatte Schicht und begrüßte uns direkt mit den Worten "Heute gehen sie aber das letzte mal mit, ab morgen probieren wir es dann wieder alleine". Ich hätte sofort los heulen können und erklärte ihr auch meine Bedenken. Ich weiß einfach, dass Theo noch nicht so weit ist und hätte dieses System gerne noch eine Weile fortgeführt. Aber da war kein Weg drin. Es könnte ja nicht ewig so weiter gehen und bla. Ich habe eher das Gefühl, die Damen fühlen sich dann beobachtet und genötigt, sich auch mal mit den Kindern zu beschäftigen.

Jedenfalls war es dann heute soweit, ich zog Theo aus und übergab ihn an der Tür der Erzieherin. Sofort ging die Sirene an, panisches Gebrüll. Als sie ihn auf dem Boden absetzte kam er sofort wieder zu mir und klammerte sich an mich. Also doch wieder mit in den Raum aber dieser kleine Moment hatte schon ausgereicht, um die Arbeit der ganzen letzten Woche zu zerstören. Er hatte panische Angst, dass ich ihn alleine lasse, ließ sich von nichts mehr ablenken und hielt die ganze Zeit meine Hand. Ich kam mir so idiotisch vor. Und auch die Erzieherin machte keinerlei Bemühungen, ihn in ein Spiel zu verwickeln. Bis dann wieder "unsere" Erzieherin eintraf und sich Theo annahm. Sie fing an mit ihm zu malen und nach einer Weile schlich ich mich davon. Leider nicht unbemerkt und so wurde wieder geweint. Ganz toll.

Heute hatte ich dann den Termin beim Jugendamt. Hier werden grundsätzlich alle Plätze über das Jugendamt vergeben, egal ob Tagesmutter oder kirchlicher/freier Kindergarten. Daher ist dies auch die erste Anlaufstelle. Die Bearbeiterin war wirklich super nett und hatte viel Verständnis. Leider sind in der ganzen Stadt aktuell nur 2 Plätze frei, beides Tagesmütter, die Kitas sind komplett dicht!! Selbst zum neuen Schuljahr, dass ja auch immerhin noch über ein halbes Jahr hin wäre, kann sie mir wenig Hoffnung machen. Ab 3 Jahre wird es dann leichter einen Platz zu bekommen. Eine der beiden Tagesmütter fiel schon heraus, sie liegt am anderen Ende der Stadt, was einen Fahrtweg von über 30 Minuten bedeuten würde. Für uns mit nur einem Auto und bald noch einem Säugling absolut nicht machbar. Die zweite Tagesmutter liegt nicht ganz so weit weg, hat aber leider schon eine interessierte Mutter, die natürlich den Platz zuerst bekommen würde. Heute Nachmittag will diese sich wohl entscheiden und dann bekomme ich einen Anruf. Viel Hoffnung habe ich aber nicht. Bisher haben wohl alle Mütter direkt zugesagt, so die Aussage der Tagesmutter.

Ihr seht also, es ist verzwickt. Aktuell ist Theo daher auch "Mittagskind", direkt nach dem Mittagsschlaf hole ich ihn ab, so ist er wenigstens am Vormittag beschäftigt und an der frischen Luft. Wenn ich ihn dann hole, ist er auch immer fröhlich und kommt freudig auf mich zu gerannt. Es ist also schon so wie die Erzieherinnen sagen, wenn er am morgen seine Phase überwunden hat, spielt er ganz normal mit den anderen Kindern. Dennoch bleibt mein ungutes Gefühl, wenn es irgendwie möglich wäre, würde ich wechseln. Der Antrag zum Wechsel im Sommer geht auf jeden Fall raus, vielleicht klappt es dann wenigstens...

Mittwoch, 4. Februar 2015

Baustelle Kindergarten

In den letzten Wochen und Monaten habe ich intensiv das Kindergartendrama der kleinen Erna von Frau Badeente verfolgt, die leider gar nicht glücklich mit der Fremdbetreuung ihrer Tochter war. Umso mehr freue ich mich für sie, dass sie einen neuen Platz für ihre Maus gefunden hat und diese nun ohne schlechtes Gewissen in gute Hände geben kann. Heute möchte ich mal erzählen, wie es bei uns derzeit in Sachen Kita läuft (Achtung, lang!):

Der kleine Gurkenhals geht seit September letzten Jahres in die Kita. Da wir bis April 2014 nicht wussten, in welchen Stadtteil es uns verschlägt, erfolgte die Anmeldung für den Kindergarten relativ spät, so dass wir nur mit Ach und Krach überhaupt einen Platz zugewiesen bekamen, der nicht am anderen Ende der Stadt liegt. Wir hatten also keine Möglichkeit, zwischen verschiedenen Plätzen zu wählen. Hier gilt aber sowieso die Devise: Hauptsache überhaupt einen Platz bekommen. Wie ihr aus einem früheren Blogeintrag wisst, gab es noch die Möglichkeit, Theo zu einer Tagesmutter zu geben. Mein Bauchgefühl sprach mehr für die individuelle Betreuung in einer kleinen Gruppe, "leider" war die Tagesmutter, die mir auf Anhieb super sympathisch war, selbst schwanger und somit hätte das erste Jahr eine Vertretung die Betreuung übernommen. Der Gedanke, dass nach einem Jahr die Bezugsperson erneut wechseln würde, gefiel mir nicht. Hinzu kam, dass die Vertretung und ich nicht immer auf einer Wellenlänge lagen. Also entschied ich mich dann doch schweren Herzens für die Kita-Betreuung.

Schon beim ersten Kennenlernen der Erzieherinnen hatte ich ein mulmiges Gefühl. 3 Frauen, 2 davon über 60, eine knapp darunter. Dementsprechend "veraltet" auch die Erziehungsmethoden. Es wurden viele Vorgaben gemacht, mit denen ich mich nur schwer anfreunden konnte. Vorschläge der Eltern werden rigoros abgewiesen, man fährt streng auf seiner eingefahrenen Linie, ja keine neuen Wege ausprobieren. Nun gut, ich wollte nicht zu voreingenommen an die Sache rangehen, das wichtigste ist ja, dass sich das Kind wohl fühlt. 

Die Eingewöhnung verlief sehr schleppend. Mein kleines Mamasöhnchen konnte sich nur sehr schwer von mir lösen, die Erzieherinnen unterstützten uns bei diesem Prozess wenig bis gar nicht. Die meiste Zeit saßen sie teilnahmslos mit im Raum, agierten in meinen Augen nur sehr wenig mit den Kindern. Nach 4 Wochen war die Eingewöhnung offiziell beendet, nun "musste" ich mein Kind bereits an der Tür abliefern, obwohl ich merkte, dass er noch nicht soweit war. Eine individuelle Verlängerung der Eingewöhnungszeit war nicht möglich. Ein paar mal klappte das Abgeben ganz gut, besonders wenn schon viele Kinder im Raum waren, siegte bei Theo die Neugierde und er flitze los. Leider lassen sich diese Tage an einer Hand abzählen. Ab November gesellten sich viele Krankheitstage dazu und seitdem geht es rapide abwärts.

Schon nach dem Aufstehen beginnt das große Drama. Theo weiß ganz genau was wir vorhaben und weigert sich mit Händen und Füßen gegen das morgendliche wickeln und anziehen. Es ist fast ein Ding der Unmöglichkeit, ihn in seine Jacke zu bekommen und die Schuhe anzuziehen. Auf dem Weg ins Auto wird getrödelt und gequängelt ohne Ende. Die Autofahrt über ist er Stumm wie ein Fisch. Sobald wir auf den Parkplatz der Kita einbiegen, krallt er sich förmlich an seinen Kindersitz. In der Garderobe sitzt er ganz eingeschüchtert auf seinem Platz, ich kann ihn zwar ausziehen, aber sobald ich nach den Hausschuhe greife, um ihm diese anzuziehen, steht er auf und rennt weg. Er versteckt sich in der hintersten Ecke der Garderobe und fängt an zu schluchzen. Ich versuche dann mit ihm zu reden, erkläre ihm, dass er hier ganz toll spielen kann und die anderen Kinder sich schon alle auf ihn freuen. Wenn ich ihn dann an die Hand nehme, um ihn in den Raum zu führen, versucht er an meinem Bein hochzuklettern und fängt bitterlich an zu weinen. Ich glaube, das ist eindeutig: Mein Kind WILL hier nicht sein. Meistens kommt dann eine Erzieherin, entreißt mir das Kind mit den Worten "wir machen das jetzt kurz und schmerzlos" und schickt mich weg. Schon mehrmals habe ich mich daraufhin in der Garderobe versteckt, weil ich wissen wollte, was als nächstes passiert. Der Gurkenhals schreit noch mindestens 10 Minuten lang die komplette Kita zusammen (einmal kam sogar die Leiterin gucken, aufgrund der Lautstärke). Da er sehr kräftig ist und die Erzieherinnen ihn nicht halten können, wird er auf dem Teppich abgelegt und soll sich dort ausbocken. Mir zerbricht dabei das Herz. 

Zunächst suchte ich das Gespräch mit den Erzieherinnen. Von dort aus hieß es, dass manche Kinder die Trennung am morgen eben einfach schwerer fällt. Und wir deswegen kein Hexenwerk daraus machen sollen. Ich finde es allerdings nicht normal, dass mein Kind nach 6 Monaten Kita immer noch solche Probleme hat. Zumal alle anderen Kinder einfach hineinspazieren. Man versicherte mir aber, dass er nach seiner Bockphase, die gerne mal 15 Minuten dauern kann, ganz normal mit den anderen Kindern spiele und überhaupt sei er eines der liebsten Kinder der Gruppe. Während die anderen Kinder im Waschraum und in der Garderobe nur Blödsinn im Kopf hätten, sei er sehr geduldig und würde sich aus allem raushalten. Für mich klingt das jedoch eher, als sei er eingeschüchtert. Denn mal ehrlich, Kinder sollen doch Blödsinn machen und Theo ist zu Hause der King im Mist bauen.

Nach einem Gespräch mit der Leiterin gab es dann noch einmal ein Elterngespräch, in dem man mir sogar mit Fotos beweisen wollte, wie gut es Theo im Kindergarten geht und wie viel Spaß er tagsüber habe. Bis auf die Trennung am morgen verlaufe der Tag ohne Probleme. Wie gesagt, mein Bauchgefühl sagt mir etwas anderes. Außerdem gibt es viele weitere Dinge, die mir in der Kita oder speziell in der Gruppe gewaltig gegen den Strich gehen:


  • Die Kinder bekommen nur zu den Mahlzeiten Getränke gereicht. Jedes mal hole ich ein halb verdurstetes Kind aus der Kita ab. Außerdem darf nur aus dem Becher getrunken werden, Theo bekommt das aber noch nicht wirklich hin, also er trinkt er ohnehin noch weniger. Die Nachmittagswindel ist jeden Abend beim Wechseln sowas von leer...
  • Es gibt kein Wasser zu trinken, nur (gesüßten) Tee...
  • Wie in vielen ostdeutschen Kitas üblich, wird auch bei uns Töpfchentraining betrieben. Die Kinder werden nach jeder Mahlzeit auf den Topf gesetzt und müssen dort auch sitzen bleiben. Tun sie es nicht, gibt es Anschiss (habe ich selbst schon beobachtet)...für mich ein absolutes No Go, wir haben zu Hause nicht einmal ein Töpfchen und natürlich findet Theo das also mehr als blöd...
  • Der Schnuller muss in der Garderobe abgegeben werden. Ich finde das nicht gut, denn den Schnuller abzugewöhnen ist Elternsache, nicht die Aufgabe der Kita (wie übrigens auch die Sauberkeitserziehung). Außerdem kann er gerade am morgen ein bisschen über die Trennung von Mama hinweg trösten...
  • Die Eltern dürfen die Gruppenräume nicht betreten. Die Kinder werden an der Tür zur Garderobe abgegeben wie an einer Schleuse und auch so wieder abgeholt. Ich muss quasi warten, bis mir mein Kind gebracht wird...
  • Durch das fortgeschrittene Alter der Erzieherinnen, können sie die Kinder nicht auf den Arm nehmen, um sie zu trösten. Schmeißt sich ein Kind aus Bockigkeit auf den Boden, haben die Erzieherinnen absolut keine Chance, es dort wieder wegzubekommen...
  • 2 der 3 Erzieherinnen sind absolut überfordert mit den Kindern. Dank meinem Versteck in der Garderobe musste ich mehrmals miterleben, wie Kinder angeschrien und in meinen Augen unangemessen belehrt werden (Hör auf so ein Theater zu machen, du spinnst wohl, du bleibst jetzt gefälligst hier sitzen usw)...

Generell ist der Umgang nicht sehr liebevoll. Theo scheint keine spezielle Bezugsperson zu haben, eine der 3 Erzieherinnen lehnt er komplett ab. Ich würde sogar behaupten, dass er Angst vor ihr hat. Nach dem Gespräche habe ich außerdem das Gefühl, dass wir bei den Erzieherinnen unten durch sind, schließlich waren wir bei der Leiterin und das wird nicht gern gesehen. Ich werde nicht mehr so freundlich gegrüßt und Theo wird immer leicht genervt entgegen genommen.

Tja...was würdet ihr an meiner Stelle machen? Für mich ist eigentlich klar, dass ich mein Kind dort nicht mehr abgeben will. Aber was ist die Alternative? Es gibt keine Betreuungsplätze mehr, erst recht nicht mitten im Kita-Jahr, aber selbst zum Sommer ist ein Wechsel aussichtslos. Die Einrichtungen und Tagesmütter sind alle voll und jedes Mal, wenn ich in meiner Verzweiflung bei einer Einrichtung nachfrage, ernte ich nur ein müdes Lächeln. Also entweder nimmt man, was man hat oder Theo muss wieder zu Hause bleiben. Das möchte ich aber eigentlich auch nicht, denn Theo ist ein extrem aktives Kind, er braucht rund um die Uhr Beschäftigung und langweilt sich sehr schnell. Gerade im Hinblick auf die Geburt der Schwester, kann ich dem einfach zu Hause nicht gerecht werden. Umso mehr beneide ich Frau Badeente, um ihren neuen Kita-Platz. Ich möchte so gerne noch einmal neu anfangen und nicht jeden Tag heulend im Auto sitzen, nachdem ich mein vollkommen verängstigtes Kind in der Kita abgegeben habe. Aber es erscheint aussichtslos... 

Dienstag, 13. Januar 2015

Anschaffungen fürs zweite Kind, oder auch: Alles neu macht der Mai...ääh März

Man sollte ja meinen, wer ein Kind gesund und munter durchs erste Lebensjahr gebracht hat, der hat bereits alles an lebensnotwendiger Babyausstattung daheim. Dem ist ja auch so. Aber irgendwie auch wieder nicht. Denn das erste Jahr hat uns nicht nur jede Menge Kackwindeln  (und viel Freude) beschert, sondern uns vor allem reicher an Erfahrungen gemacht. Haben wir beim ersten Kind noch sämtliche Erstausstattungslisten im Internet gewälzt und auf die Tipps der Familie vertraut, wissen wir heute ganz genau, was wir brauchen, was wir nicht brauchen und was uns das Leben erleichtert. Also zogen hier in den letzten Monaten viele Teile, die bei Produkttester Theo eindeutig durchgefallen sind, aus, und neue Sachen, die man sich jetzt eben mal gönnt, ein. Weil man es eben kann. Denn warum das Leben unnötig schwer machen, wenn es doch so einfach sein kann. Und damit ihr auch etwas von unserer geballten Erfahrung habt, zeige ich heute mal meine Shoppingausbeute und verrate euch, warum ich mich für oder gegen ein bestimmtes Produkt entschieden habe.





1. Klamotten fürs Baby 

Nun ja. Darüber lässt sich sicherlich streiten. Natürlich haben wir von Theo mehr als genug Klamotten. Aber da bin ich eigen. Wir bekommen jetzt ein Mädchen und ich möchte, dass man das auch sieht. Das heißt nicht automatisch, dass die kleine Maus nur pink und rosa tragen wird. Aber auch nicht babyblau. Basta. Und Theo hat viele Sachen in blau. Oder Oberteile mit typischen Jungsmotiven wie Autos und Bagger. Ja ja, verdreht ihr ruhig die Augen. Ich bin eben Mädchen durch und durch und das soll meine Tochter auch sein. Also haben der Herr Gurkenhals und ich einen Deal geschlossen. Ich sortiere aus. Die neutralen Sachen bleiben hier, die weniger neutralen und super erhaltenen Sachen werden verkauft und aus dem Erlös gibt es Neues für die Püppi. Ein guter Deal oder? Einen Teil der Klamotten habe ich euch ja hier schon gezeigt. Dank Theo wissen wir auch ziemlich genau, wie viele Teile in welcher Größe wir kaufen müssen, wir wissen dass Wickelbodys mega praktisch sind und richtige Knöpfe an Oberteilen eher so semi-optimal. 

2. Spucktücher 

Wer schreibt eigentlich diese Ausstattungslisten, die im Internet kursieren? Sind das wirklich erfahrene Eltern? 4-5 Spucktücher sind ausreichend, steht da. Ok, also entweder spucken und sabbern der ihre Kinder nicht oder sie waschen einfach 3 Mal täglich. Wir kamen jedenfalls damit nicht hin und mussten im Laufe der Zeit immer mehr Mullwindeln nachkaufen. Außerdem habe ich während Theos ersten Lebensjahres entdeckt, dass Spucktücher ja auch durchaus hübsch sein können. Wer hätte das gedacht? Also zogen für die Maus noch ein paar süße Exemplare ein, denn wenn schon vollgekotzt werden, dann wenigstens mit Stil oder?

3. Pucksack 

Pucken ist ja so eine Sache, für die Eltern oft kritisch beäugt werden. Besonders von Kinderlosen. Wir kannten das vorher auch nicht und waren daher zunächst auch viel zu zaghaft. Auch die Handtuch-Methode war etwas ungünstig und so befreite sich die kleine Raupe immer nach kurzer Zeit. Erst mit 6 Monaten kam ich auf die Idee, mal einen Pucksack anzuschaffen. Und der ist wirklich sein Geld wert. Theo hat es geliebt gepuckt zu schlafen und schlief volle 10 Monate so. Also gab es für die Maus den Pucksack von Swaddle Me jetzt direkt, nur eine Nummer kleiner.

4. Stillkissen 

Ein Stillkissen braucht Frau unbedingt schon in der Schwangerschaft. Damals zog ich, so meine ich, erst im 7. Monat los und kaufte im Supermarkt um die Ecke ein Kissen für 10 Euro. Als Seitenschläferkissen war es super geeignet, aber zum Stillen konnte ich es gar nicht nutzen. Es blieb nicht in Form und verrutschte ständig. Da ich ja nun auch nicht sehr lange stillte, ging das Kissen schnell in Theos persönlichen Besitz über und bis heute dient es als eine Art Nestchen und schläft mit in seinem Bett. Den Stillmond von Theraline probierte ich übrigens auch aus, kam damit aber gar nicht zurecht. Den nutze ich heute als Kopferhöhung gegen nächtliches Sodbrennen. Das neue Stillkissen zog hier dann schon im September ein und dieses mal entschied ich mich für eins mit Microperlenfüllung. Praxiserfahrung kann ich noch nicht mit euch teilen, aber es fühlt sich sehr stabil an. Außerdem ist ein absoluter Hingucker. Hoffen wir mal, dass es auch zum Einsatz kommt.


(Bildquellen siehe Link in der Beschreibung)

5. Babyschale/Autositz 

Ok, spätestens hier sollte man meinen: Das werden sie ja wohl aufgehoben haben. Haben wir, ABER auch damit war ich super unzufrieden. Wir hatten damals das Glück, ein Set aus Autoschale und Kinderwagen für einen großen Spielzeughändler kostenlos testen und behalten zu dürfen. Der Kinderwagen war ganz ok (siehe nächster Punkt) aber die Babyschale...nun ja. Punkt 1: Viel zu schwer. Von Anfang an schleppte ich mir mit diesem Teil einen ab, obwohl der Sitz "nur" 1kg mehr wog als die Konkurrenz. Aber den einen Kilo merkt man im Arm. Punkt 2: Die Schale ist zu schmal. Schon mit 7 Monaten fühlte sich Theo darin gar nicht mehr wohl (musste er aber), da der Sitz extrem schmal geschnitten ist. Das mag was für ganz zarte Babys sein, aber nicht für meinen Gurkenhals. Punkt 3: Kein Isofix. Und hier sind wir wieder bei Thema "man kann es sich auch schwer machen". Bei Theo war ich der festen Überzeugung, ich brauche kein Isofix. Das Anschnallen geht doch schnell und überhaupt, so ein Luxusmist. Jetzt weiß ich: Ich brauche Isofix. Kein Bock mehr auf Gurtwirrwarr und Rückenschmerzen beim Anschnallversuch. Außerdem stelle ich es mir unheimlich praktisch vor, den Sitz einfach aufklicken zu können, denn Theo muss ich danach schließlich auch noch in seinen Sitz schnallen. Also wurde der alte Sitz in liebevolle Hände gegeben und für die Bauchmaus steht nun ein Maxi Cosi Pebble mit Family Fix Base bereit.

6. Kinderwagen und Buggyboard 

Hier kann ich mich zur Abwechslung mal kurz fassen. Den haben wir wie gesagt auch umsonst bekommen. Es ist kein Hartan oder Teutonia und definitiv auch nicht mit diesen Modellen zu vergleichen, aber er fährt. Und das ist doch die Hauptsache. Also darf er bleiben. Denn ganz ehrlich, schon bei Theo war der Kinderwagen nur der bessere Einkaufswagen. Mein Sohn war ein Tragling durch und durch und auch seine Schwester wird in diesen Genuss kommen. Und obwohl der Gurkenhals wirklich viel und gerne läuft, werden wir uns noch eines dieser Boards anschaffen, falls er mal eine Pause braucht und wir doch mit Kinderwagen unterwegs sind. Allerdings habe ich mich noch nicht für ein Modell entschieden, also sind Tipps willkommen;)

7. Tragetücher 

Oh du schöne Tragezeit. Ja, ich habe es geliebt. Es ist einfach so praktisch, das Baby schläft in der Regel sofort ein und fühlt sich einfach viel wohler. Bei Theo hatten wir eine Tragehilfe von Storchenwiege. Die war gut, keine Frage. Aber unflexibel, sprich nur eine mögliche Trageweise. Dieses mal möchte ich ausschließlich auf das Tragetuch zurück greifen. Dafür sind bereits 3 Modelle hier eingezogen, ein Hoppediz LA, ein Pollora Passion Polka und ein Ring Sling von Kokadi (Hearts). Ich bin schon so gespannt, wie sie sich in der Praxis bewähren. Ausschließen, dass noch das ein oder andere Tuch einziehen wird, kann ich natürlich auch nicht, denn es gibt einfach zu viele schöne!

8. Beistellbett 

Sowas steht ja irgendwie auch auf keiner der tollen Austattungslisten im Netz oder? Stattdessen liest man dort immer nur "Kinderzimmer". Wozu braucht so ein kleines Murkelchen denn sein eigenes Zimmer? Naja, für Theo kauften wir damals ein normales Gitterbett und stellten dieses neben unser Bett. Darin schlief er die ersten Monate....nie. Von Anfang an wollte er ganz nah bei uns sein und schlief deswegen in der Mitte. Wir genossen dass auch sehr, bis er irgendwann so eine Unruhe entwickelte, dass niemand mehr wirklich schlafen konnte und er somit mit 10 Monaten in sein Bett und schließlich auch in sein (jetzt erst gestaltetes) Zimmer zog. Dort schläft er seitdem auch super. Die Erbse darf natürlich auch ganz nah bei uns sein aber da Theo doch gerne mal die eine oder andere Nacht bei uns schlafen möchte (krank, Zähne...ihr kennt das sicher), entschieden wir uns diesmal für ein Beistellbett, damit wir auch alle vier Platz haben. Gekauft haben wir es gebraucht und auch schon aufgebaut. Total komisches Gefühl nachts neben dem leeren Babybay zu liegen, aber lange ist es ja nicht mehr:)


(Bildquellen siehe Link in der Beschreibung)

9. Tripp Trapp mit Newborn Set

Babys haben ja diese tolle Eigenschaft, immer dann aus dem eigentlich sicheren Tiefschlaf zu erwachen, wenn das Essen fertig auf dem Tisch steht. Davon berichten mir sämtliche Eltern. Theo war da nicht anders. Also aßen wir fast immer getrennt, einer schuckelte und hielt das Baby, einer schlang schnell seine Mahlzeit hinunter. Schön ist anders. Manchmal behalfen wir uns mit der Babyschale, aber dann konnte Theo ja nicht sehen was auf dem Tisch passierte und machte Theater. Letztes Jahr stieß ich dann beim Durchstöbern diverser Blogs auf das Newborn Set von Stokke und fand es grandios. Der Hacken: Es passt nur auf den Tripp Trapp. Also musste der alte Hochstuhl weg (der eh viel zu viel Platz wegnahm) und ein Tripp Trapp plus Newborn Set zogen ein. Beides ebenfalls gebraucht gekauft. Denn so toll wie ich das Konzept finde, nie im Leben würde ich diese Summe für einen Hochstuhl ausgeben. Auch wenn er ein Leben lang hält und noch so toll ist, nein, das geht einfach nicht. Aber der gebrauchte tut es ebenso.

10. Babyfon 

Juhu, endlich mal eine logische Anschaffung. 2 Kinder, 2 Babyfone, richtig? Dieses mal wollte ich aber unbedingt eines mit Kamera und ich erkläre euch auch warum. Eigentlich bin ich nicht der Fan von totaler Überwachung. Aber Babys machen viele komische Geräusche und ich habe mich so oft dabei erwischt, wie ich zu Theo gestürzt bin, weil ich dachte, er hat sich verschluckt oder klettert gerade aus dem Bett oder oder. Und jedes mal schlief er selig oder es war einfach nichts. Einmal hingegen hörte ich zwar Geräusche aus dem Babyfon, tat es aber ab als Schlafgeräusche und just in diesem Moment kullerte der Herr aus dem Familienbett, schön auf den Laminatboden. Erst das Gebrüll durchs Babyfon machte uns darauf aufmerksam. Mittlerweile habe ich einfach das Gefühl, mich könnte so eine Kamera ruhiger schlafen lassen. Ob das dann auch so ist, weiß ich noch nicht, aber ich werde es testen. Bestellt habe ich dafür das Babyfon Nuk Eco Control mit Kamera. Also falls ihr einen Testbericht wünscht, dann schreibt mir einfach einen Kommentar:)

11. Wippe 

Diese Anschaffung habe ich mir mit Absicht bis zum Schluss aufgehoben, damit ihr mich nicht vorher schon als Rabenmutter abstempelt und den Blog aus eurer Liste löscht. Es ist nämlich so, dass wir für die Erbse ein Kuschelnest von Fisher Price angeschafft haben (ebenfalls gebraucht). Eine dieser typischen elektrischen Wippen, die furchtbar ungesund für den Rücken sind. Das wissen wir. Und sie soll dort drin auch nicht ihre Babyjahre verbringen. Ich erinnere mich aber gut daran, dass ich mich bei Theo schwer nach so einer kleinen Alltagserleichterung gesehnt habe. Da er sich nie!!! ablegen ließ, konnte ich den ganzen Tag weder duschen noch eine Kleinigkeit essen (oder erstmal kochen). Nur in der Nonomo schlief er friedlich und jetzt kommt das dicke Minus: nur wenn diese in Bewegung war. Ich musste also daneben sitzen und schaukeln. Musste ich mal auf Toilette konnte ich mir zu 100 Prozent sicher sein, dass mich bei meiner Rückkehr kleine müde Kulleraugen erwarteten. Das Kind war wach. Eine Vorrichtung, die die Nonomo von alleine in Bewegung hält, hat noch niemand erfunden oder?? Denn sonst finde ich diese Federwiege wirklich toll. Nur eben nicht alltagstauglich. Also soll die kleine Maus mal 5 Minuten am Tag in die elektrische Wippe, damit Mama wenigstens etwas Körperpflege betreiben kann. Und wehe, sie mag das nicht!

So, das war also tatsächlich eine ziemlich lange Liste. Aber ich hatte euch ja vorgewarnt. Natürlich haben wir auch viele Dinge von Theo behalten, die uns damals schon sinnvoll erschienen. Sei es der Badeeimer, die Wärmelampe über dem Wickeltisch oder den Schaukelstuhl/Hüpfball. Und wenn man mal von diesen vielen Anschaffungen absieht, haben wir unsere Sache doch ziemlich gut gemacht beim Gurkenhals. Familienbett, viel getragen, BLW...all diese Sachen werden wir nicht verändern, höchstens an das Gemüt des Kindes anpassen. Und dann kann ja nur noch so ein wundervoller Zwerg dabei herauskommen.