Dienstag, 13. Januar 2015

Anschaffungen fürs zweite Kind, oder auch: Alles neu macht der Mai...ääh März

Man sollte ja meinen, wer ein Kind gesund und munter durchs erste Lebensjahr gebracht hat, der hat bereits alles an lebensnotwendiger Babyausstattung daheim. Dem ist ja auch so. Aber irgendwie auch wieder nicht. Denn das erste Jahr hat uns nicht nur jede Menge Kackwindeln  (und viel Freude) beschert, sondern uns vor allem reicher an Erfahrungen gemacht. Haben wir beim ersten Kind noch sämtliche Erstausstattungslisten im Internet gewälzt und auf die Tipps der Familie vertraut, wissen wir heute ganz genau, was wir brauchen, was wir nicht brauchen und was uns das Leben erleichtert. Also zogen hier in den letzten Monaten viele Teile, die bei Produkttester Theo eindeutig durchgefallen sind, aus, und neue Sachen, die man sich jetzt eben mal gönnt, ein. Weil man es eben kann. Denn warum das Leben unnötig schwer machen, wenn es doch so einfach sein kann. Und damit ihr auch etwas von unserer geballten Erfahrung habt, zeige ich heute mal meine Shoppingausbeute und verrate euch, warum ich mich für oder gegen ein bestimmtes Produkt entschieden habe.





1. Klamotten fürs Baby 

Nun ja. Darüber lässt sich sicherlich streiten. Natürlich haben wir von Theo mehr als genug Klamotten. Aber da bin ich eigen. Wir bekommen jetzt ein Mädchen und ich möchte, dass man das auch sieht. Das heißt nicht automatisch, dass die kleine Maus nur pink und rosa tragen wird. Aber auch nicht babyblau. Basta. Und Theo hat viele Sachen in blau. Oder Oberteile mit typischen Jungsmotiven wie Autos und Bagger. Ja ja, verdreht ihr ruhig die Augen. Ich bin eben Mädchen durch und durch und das soll meine Tochter auch sein. Also haben der Herr Gurkenhals und ich einen Deal geschlossen. Ich sortiere aus. Die neutralen Sachen bleiben hier, die weniger neutralen und super erhaltenen Sachen werden verkauft und aus dem Erlös gibt es Neues für die Püppi. Ein guter Deal oder? Einen Teil der Klamotten habe ich euch ja hier schon gezeigt. Dank Theo wissen wir auch ziemlich genau, wie viele Teile in welcher Größe wir kaufen müssen, wir wissen dass Wickelbodys mega praktisch sind und richtige Knöpfe an Oberteilen eher so semi-optimal. 

2. Spucktücher 

Wer schreibt eigentlich diese Ausstattungslisten, die im Internet kursieren? Sind das wirklich erfahrene Eltern? 4-5 Spucktücher sind ausreichend, steht da. Ok, also entweder spucken und sabbern der ihre Kinder nicht oder sie waschen einfach 3 Mal täglich. Wir kamen jedenfalls damit nicht hin und mussten im Laufe der Zeit immer mehr Mullwindeln nachkaufen. Außerdem habe ich während Theos ersten Lebensjahres entdeckt, dass Spucktücher ja auch durchaus hübsch sein können. Wer hätte das gedacht? Also zogen für die Maus noch ein paar süße Exemplare ein, denn wenn schon vollgekotzt werden, dann wenigstens mit Stil oder?

3. Pucksack 

Pucken ist ja so eine Sache, für die Eltern oft kritisch beäugt werden. Besonders von Kinderlosen. Wir kannten das vorher auch nicht und waren daher zunächst auch viel zu zaghaft. Auch die Handtuch-Methode war etwas ungünstig und so befreite sich die kleine Raupe immer nach kurzer Zeit. Erst mit 6 Monaten kam ich auf die Idee, mal einen Pucksack anzuschaffen. Und der ist wirklich sein Geld wert. Theo hat es geliebt gepuckt zu schlafen und schlief volle 10 Monate so. Also gab es für die Maus den Pucksack von Swaddle Me jetzt direkt, nur eine Nummer kleiner.

4. Stillkissen 

Ein Stillkissen braucht Frau unbedingt schon in der Schwangerschaft. Damals zog ich, so meine ich, erst im 7. Monat los und kaufte im Supermarkt um die Ecke ein Kissen für 10 Euro. Als Seitenschläferkissen war es super geeignet, aber zum Stillen konnte ich es gar nicht nutzen. Es blieb nicht in Form und verrutschte ständig. Da ich ja nun auch nicht sehr lange stillte, ging das Kissen schnell in Theos persönlichen Besitz über und bis heute dient es als eine Art Nestchen und schläft mit in seinem Bett. Den Stillmond von Theraline probierte ich übrigens auch aus, kam damit aber gar nicht zurecht. Den nutze ich heute als Kopferhöhung gegen nächtliches Sodbrennen. Das neue Stillkissen zog hier dann schon im September ein und dieses mal entschied ich mich für eins mit Microperlenfüllung. Praxiserfahrung kann ich noch nicht mit euch teilen, aber es fühlt sich sehr stabil an. Außerdem ist ein absoluter Hingucker. Hoffen wir mal, dass es auch zum Einsatz kommt.


(Bildquellen siehe Link in der Beschreibung)

5. Babyschale/Autositz 

Ok, spätestens hier sollte man meinen: Das werden sie ja wohl aufgehoben haben. Haben wir, ABER auch damit war ich super unzufrieden. Wir hatten damals das Glück, ein Set aus Autoschale und Kinderwagen für einen großen Spielzeughändler kostenlos testen und behalten zu dürfen. Der Kinderwagen war ganz ok (siehe nächster Punkt) aber die Babyschale...nun ja. Punkt 1: Viel zu schwer. Von Anfang an schleppte ich mir mit diesem Teil einen ab, obwohl der Sitz "nur" 1kg mehr wog als die Konkurrenz. Aber den einen Kilo merkt man im Arm. Punkt 2: Die Schale ist zu schmal. Schon mit 7 Monaten fühlte sich Theo darin gar nicht mehr wohl (musste er aber), da der Sitz extrem schmal geschnitten ist. Das mag was für ganz zarte Babys sein, aber nicht für meinen Gurkenhals. Punkt 3: Kein Isofix. Und hier sind wir wieder bei Thema "man kann es sich auch schwer machen". Bei Theo war ich der festen Überzeugung, ich brauche kein Isofix. Das Anschnallen geht doch schnell und überhaupt, so ein Luxusmist. Jetzt weiß ich: Ich brauche Isofix. Kein Bock mehr auf Gurtwirrwarr und Rückenschmerzen beim Anschnallversuch. Außerdem stelle ich es mir unheimlich praktisch vor, den Sitz einfach aufklicken zu können, denn Theo muss ich danach schließlich auch noch in seinen Sitz schnallen. Also wurde der alte Sitz in liebevolle Hände gegeben und für die Bauchmaus steht nun ein Maxi Cosi Pebble mit Family Fix Base bereit.

6. Kinderwagen und Buggyboard 

Hier kann ich mich zur Abwechslung mal kurz fassen. Den haben wir wie gesagt auch umsonst bekommen. Es ist kein Hartan oder Teutonia und definitiv auch nicht mit diesen Modellen zu vergleichen, aber er fährt. Und das ist doch die Hauptsache. Also darf er bleiben. Denn ganz ehrlich, schon bei Theo war der Kinderwagen nur der bessere Einkaufswagen. Mein Sohn war ein Tragling durch und durch und auch seine Schwester wird in diesen Genuss kommen. Und obwohl der Gurkenhals wirklich viel und gerne läuft, werden wir uns noch eines dieser Boards anschaffen, falls er mal eine Pause braucht und wir doch mit Kinderwagen unterwegs sind. Allerdings habe ich mich noch nicht für ein Modell entschieden, also sind Tipps willkommen;)

7. Tragetücher 

Oh du schöne Tragezeit. Ja, ich habe es geliebt. Es ist einfach so praktisch, das Baby schläft in der Regel sofort ein und fühlt sich einfach viel wohler. Bei Theo hatten wir eine Tragehilfe von Storchenwiege. Die war gut, keine Frage. Aber unflexibel, sprich nur eine mögliche Trageweise. Dieses mal möchte ich ausschließlich auf das Tragetuch zurück greifen. Dafür sind bereits 3 Modelle hier eingezogen, ein Hoppediz LA, ein Pollora Passion Polka und ein Ring Sling von Kokadi (Hearts). Ich bin schon so gespannt, wie sie sich in der Praxis bewähren. Ausschließen, dass noch das ein oder andere Tuch einziehen wird, kann ich natürlich auch nicht, denn es gibt einfach zu viele schöne!

8. Beistellbett 

Sowas steht ja irgendwie auch auf keiner der tollen Austattungslisten im Netz oder? Stattdessen liest man dort immer nur "Kinderzimmer". Wozu braucht so ein kleines Murkelchen denn sein eigenes Zimmer? Naja, für Theo kauften wir damals ein normales Gitterbett und stellten dieses neben unser Bett. Darin schlief er die ersten Monate....nie. Von Anfang an wollte er ganz nah bei uns sein und schlief deswegen in der Mitte. Wir genossen dass auch sehr, bis er irgendwann so eine Unruhe entwickelte, dass niemand mehr wirklich schlafen konnte und er somit mit 10 Monaten in sein Bett und schließlich auch in sein (jetzt erst gestaltetes) Zimmer zog. Dort schläft er seitdem auch super. Die Erbse darf natürlich auch ganz nah bei uns sein aber da Theo doch gerne mal die eine oder andere Nacht bei uns schlafen möchte (krank, Zähne...ihr kennt das sicher), entschieden wir uns diesmal für ein Beistellbett, damit wir auch alle vier Platz haben. Gekauft haben wir es gebraucht und auch schon aufgebaut. Total komisches Gefühl nachts neben dem leeren Babybay zu liegen, aber lange ist es ja nicht mehr:)


(Bildquellen siehe Link in der Beschreibung)

9. Tripp Trapp mit Newborn Set

Babys haben ja diese tolle Eigenschaft, immer dann aus dem eigentlich sicheren Tiefschlaf zu erwachen, wenn das Essen fertig auf dem Tisch steht. Davon berichten mir sämtliche Eltern. Theo war da nicht anders. Also aßen wir fast immer getrennt, einer schuckelte und hielt das Baby, einer schlang schnell seine Mahlzeit hinunter. Schön ist anders. Manchmal behalfen wir uns mit der Babyschale, aber dann konnte Theo ja nicht sehen was auf dem Tisch passierte und machte Theater. Letztes Jahr stieß ich dann beim Durchstöbern diverser Blogs auf das Newborn Set von Stokke und fand es grandios. Der Hacken: Es passt nur auf den Tripp Trapp. Also musste der alte Hochstuhl weg (der eh viel zu viel Platz wegnahm) und ein Tripp Trapp plus Newborn Set zogen ein. Beides ebenfalls gebraucht gekauft. Denn so toll wie ich das Konzept finde, nie im Leben würde ich diese Summe für einen Hochstuhl ausgeben. Auch wenn er ein Leben lang hält und noch so toll ist, nein, das geht einfach nicht. Aber der gebrauchte tut es ebenso.

10. Babyfon 

Juhu, endlich mal eine logische Anschaffung. 2 Kinder, 2 Babyfone, richtig? Dieses mal wollte ich aber unbedingt eines mit Kamera und ich erkläre euch auch warum. Eigentlich bin ich nicht der Fan von totaler Überwachung. Aber Babys machen viele komische Geräusche und ich habe mich so oft dabei erwischt, wie ich zu Theo gestürzt bin, weil ich dachte, er hat sich verschluckt oder klettert gerade aus dem Bett oder oder. Und jedes mal schlief er selig oder es war einfach nichts. Einmal hingegen hörte ich zwar Geräusche aus dem Babyfon, tat es aber ab als Schlafgeräusche und just in diesem Moment kullerte der Herr aus dem Familienbett, schön auf den Laminatboden. Erst das Gebrüll durchs Babyfon machte uns darauf aufmerksam. Mittlerweile habe ich einfach das Gefühl, mich könnte so eine Kamera ruhiger schlafen lassen. Ob das dann auch so ist, weiß ich noch nicht, aber ich werde es testen. Bestellt habe ich dafür das Babyfon Nuk Eco Control mit Kamera. Also falls ihr einen Testbericht wünscht, dann schreibt mir einfach einen Kommentar:)

11. Wippe 

Diese Anschaffung habe ich mir mit Absicht bis zum Schluss aufgehoben, damit ihr mich nicht vorher schon als Rabenmutter abstempelt und den Blog aus eurer Liste löscht. Es ist nämlich so, dass wir für die Erbse ein Kuschelnest von Fisher Price angeschafft haben (ebenfalls gebraucht). Eine dieser typischen elektrischen Wippen, die furchtbar ungesund für den Rücken sind. Das wissen wir. Und sie soll dort drin auch nicht ihre Babyjahre verbringen. Ich erinnere mich aber gut daran, dass ich mich bei Theo schwer nach so einer kleinen Alltagserleichterung gesehnt habe. Da er sich nie!!! ablegen ließ, konnte ich den ganzen Tag weder duschen noch eine Kleinigkeit essen (oder erstmal kochen). Nur in der Nonomo schlief er friedlich und jetzt kommt das dicke Minus: nur wenn diese in Bewegung war. Ich musste also daneben sitzen und schaukeln. Musste ich mal auf Toilette konnte ich mir zu 100 Prozent sicher sein, dass mich bei meiner Rückkehr kleine müde Kulleraugen erwarteten. Das Kind war wach. Eine Vorrichtung, die die Nonomo von alleine in Bewegung hält, hat noch niemand erfunden oder?? Denn sonst finde ich diese Federwiege wirklich toll. Nur eben nicht alltagstauglich. Also soll die kleine Maus mal 5 Minuten am Tag in die elektrische Wippe, damit Mama wenigstens etwas Körperpflege betreiben kann. Und wehe, sie mag das nicht!

So, das war also tatsächlich eine ziemlich lange Liste. Aber ich hatte euch ja vorgewarnt. Natürlich haben wir auch viele Dinge von Theo behalten, die uns damals schon sinnvoll erschienen. Sei es der Badeeimer, die Wärmelampe über dem Wickeltisch oder den Schaukelstuhl/Hüpfball. Und wenn man mal von diesen vielen Anschaffungen absieht, haben wir unsere Sache doch ziemlich gut gemacht beim Gurkenhals. Familienbett, viel getragen, BLW...all diese Sachen werden wir nicht verändern, höchstens an das Gemüt des Kindes anpassen. Und dann kann ja nur noch so ein wundervoller Zwerg dabei herauskommen. 

Freitag, 9. Januar 2015

Meine Schwangerschaft: Alternative Vorsorge und Geburt

Jede Schwangerschaft ist einzigartig. Egal ob man zum ersten, zweiten oder dritten mal ein Kind erwartet, es ist einfach jedes Mal ein kleines großes Wunder, eine Art Traum, den man neun Monate mal bewusster, mal nur so nebenher träumt und der in einem großen und irgendwie diffusen Ereignis endet, nämlich der Geburt.

Ich kann mich noch genau an mein breites Grinsen erinnern, als der zweite Strich auf dem Teststreifen erschien. Das war beim zweiten Kind nicht weniger breit (und dämlich) als beim ersten. Dann der erste Frauenarzt-Termin, der erste Ultraschall. Wird alles gut sein? Die ersten 12 Wochen ziehen sich wie Kaugummi. Sind sie geschafft, wartet man sehnsüchtig auf ein Outing, danach auf die Grenze zur 24. Woche. Ab jetzt hat mein Baby gute Überlebenschancen. Es sind so kleine Meilensteine, die eine Schwangerschaft zur spannendsten Zeit des Lebens werden lassen. 40 Wochen, die man genießen sollte, die man sich bewahren und schützen MUSS! Für mich war schon bei der ersten Schwangerschaft klar: Diese besondere Zeit werde ich mir nicht kaputt machen lassen. Kaputt machen durch Ängste, Sorgen, viele (unnötige) Untersuchungen und Panik. Nein, das ist nicht mein Ding. Ich möchte meinem Körper vertrauen, auf mein Gefühl hören, selbst bestimmen, in wie weit eingegriffen wird.



Leider wird es vielen Schwangeren heutzutage gar nicht so leicht gemacht, ihrem Körper zu vertrauen. Schon beim ersten Termin in der Praxis steigt die Verunsicherung, eventuell sieht man noch keine Fruchthöhle oder das Baby ist zu klein für diese Woche. Ich erinnere mich gut, wie mein Frauenarzt mich diese Schwangerschaft mit den Worten verabschiedete: "Wenn sie starke Unterleibsschmerzen bekommen, bitte sofort ins Krankenhaus, noch können wir eine Eileiterschwangerschaft nicht ausschließen." Bäm, das saß. Beim zweiten Termin dann ging es direkt weiter. Nach dem mir literweise Blut abgezapft wurde, bekam ich nicht wie erhofft den Mutterpass ausgehändigt. Es kann ja noch so viel passieren. Beim dritten Termin dann die Entwarnung, mit dem Baby ist alles in bester Ordnung. ABER. Eine Schwangerschaft birgt gewissen Risiken bla, achten sie auf dieses und jenes, bloß keinen Sport, kein rohes Fleisch, der Gebärmutterhals muss regelmäßig kontrolliert werden, nicht zu vergessen der Zuckertest und diverse Abstriche. Ach und Blut brauchen wir auch noch mal.

Und da wurde mir klar, nein, diesmal nicht. Nicht mit mir. Ich verabschiedete mich nach dem Termin und betrat die Praxis nie wieder. Das ist nämlich das tolle an meiner zweiten Schwangerschaft. Ich habe viel mehr Selbstbewusstsein, ich lasse mir keine Tests mehr vorschreiben, mir Ängste einreden. Ich bin jung, hatte eine tolle erste Schwangerschaft, habe keine Risiken. Ich brauche diesen ganzen Firlefanz nicht. Schon in der Schwangerschaft mit Theo entschied ich mich für eine Vorsorge bei der Hebamme, ging aber bis Mitte der 20. Woche auch regelmäßig zum Frauenarzt und nahm, aus purer Angst, diverse Tests mit. Jetzt ist das anders. Ich verzichte gänzlich auf die Besuche beim Frauenarzt, sehe meine Hebamme regelmäßig alle 4 Wochen, ab nächster Woche dann sogar alle 2.



Und es tut mir einfach so gut. Ich mache mir keine Gedanken um verkürzte Gebärmutterhälse, frühzeitige Wehen oder Toxoplasmose. Meine Hebeamme behandelt mich wie eine Frau, die demnächst ganz selbstverständlich ihr zweites Kind auf die Welt bringen wird, nicht wie eine Risikopatientin, die jeden Moment in Notlage geraten kann. "Da unten hat nur der Ehemann etwas zu suchen" war der beste Satz, den ich bisher von ihr gehört habe. Ich habe keinen Zuckertest durchführen lassen und auch keine weiteren Untersuchungen, nehme kein Magnesium oder sonstige Medikamente/Ergänzungsmittel, habe keine Ahnung wie hoch mein Eisenwert ist. Ich weiß auch nicht, ob mein Kind zu groß oder zu klein ist (laut Hebamme genau richtig) oder mit wie viel Gramm es etwa auf die Welt kommen wird. Wir kontrollieren bei jeder Vorsorge die üblichen Dinge, Urin, Blutdruck, Gewicht, den Stand der Gebärmutter. Und lauschen kurz dem Herzschlag das Babys. Das wars. So simpel, so schön. Den Rest der Zeit schnacken wir über dieses und jenes, ich kann all meine Fragen los werden und für kleine Zipperlein hat sie immer ein Mittelchen parat. Kein ewiges am CTG hängen, keine Arztfinger in meinem Intimbereich...so ist doch leider die Realität heute. Und ich vertraue dieser Frau zu 100 Prozent. Ich weiß, sie hat alles im Griff und sollte etwas ernsthaft nicht stimmen, zögert sie keine Sekunde lang, mich zum Arzt zu schicken. Sie kennt mich und sieht mir schon an der Nasenspitze an, wenn mich irgendetwas beschäftigt. 

Da sie bereits den kleinen Gurkenhals auf die Welt geholt hat, werde ich auch mir ihr gemeinsam mein zweites Kind auf die Welt bringen. Sie ist nämlich Beleghebamme im städtischen Krankenhaus. Wo wir auch beim Thema alternative Geburt wären. Lange habe ich mir Gedanken um eine Hausgeburt gemacht, aber so richtig dazu durchringen konnte ich mich dann doch nicht. Das hat mehrere Gründe. Zum einem haben wir einfach den Platz nicht. Dann die dünnen Wände. Die Nachbarn. Ich war bei der ersten Geburt schon sehr laut. Und natürlich kann auch ich nicht leugnen, dass die Angst mit hineinspielt. Was ist, wenn etwas schief geht? Klar, das nächste Krankenhaus ist nur 20 Minuten entfernt. Aber man weiß ja nie...Letztendlich scheitert das ganze dann sowieso an meinem Mann. Er möchte diese Form der Geburt nicht. Und da auch er ein Kind bekommt, irgendwie, akzeptiere ich das. Die zweite Alternative wäre ein Geburtshaus. Damit könnten wir uns beide sehr gut anfreunden. Aber ich möchte einfach, dass MEINE Hebamme wieder dabei ist und sie arbeitet nun mal nur im Krankenhaus.



Gerade Frauen mit großen Ängsten vor der Geburt kann ich die Beleggeburt als alternative Form der Geburtsbegleitung nur ans Herz legen. Euch erwartet kein unbekanntes Gesicht im Kreißsaal, mit dem eventuell die Chemie nicht stimmt. Ihr braucht euch keine Sorgen um Schichtwechsel zu machen oder dass ihr einfach alleine gelassen werdet. Denn nicht selten betreut eine Hebamme im Krankenhaus 2 oder sogar 3 Geburten gleichzeitig. Meine Hebamme ist keine Sekunde von meiner Seite gewichen, wirklich keine einzige. Sie hat mich unterstützt, wusste genau wie sie mit mir umgehen muss und wie sie mich motivieren kann. Ich bin mir sogar sicher, ohne sie wäre diese schwere Geburt nicht so glimpflich ausgegangen. Sie kämpfte wie ein Löwe für mich und am Ende wurden wir beide dafür belohnt. Auch wenn die Geburt von Theo kein Zuckerschlecken war, freue ich mich auf die Geburt meiner Tochter. Sehr sogar. Denn ich weiß, dass ich nicht allein sein werde.



Was ich mit diesem ewig langen Text eigentlich sagen möchte...Ihr lieben schwangeren Mädels da draußen, lasst euch eure Schwangerschaft nicht durch Ängste und Sorgen kaputt machen! So lange alles in Ordnung ist (und das ist natürlich die Voraussetzung, beispielsweise für eine komplette Hebammenvorsorge), genießt diese einzigartige Zeit! Vertraut auf euch und euren Körper, horcht in euch hinein und entscheidet selbst. Braucht ihr die vielen Untersuchungen um euch sicher und wohl zu fühlen, dann ist das gut so. Möchtet ihr aber lieber drauf verzichten, dann macht den Mund auf und sucht euch Alternativen. Denn darum geht es ja. Ihr müsst eure eigenen Entscheidungen treffen, und zwar nicht nur in der Schwangerschaft, sondern auch im weiteren Verlauf. Wie und wo wollt ihr euer Kind auf die Welt bringen? Was soll danach passieren? Möchtet ihr es die erste Nacht nach der Geburt abgeben oder bei euch behalten? Welche Medikationen soll es erhalten? Wollt ihr Vitamin D geben? Wo soll das Kind schlafen, im eigenen Bett oder im Familienbett? Soll euer Kind geimpft werden? Ab wann soll es fremdbetreut werden? Alles Entscheidungen, die ihr noch treffen und hinter denen ihr stehen müsst. Also fangt schon mal damit an:)

Übrigens: Damit es diese wunderbaren Alternativen weiterhin geben kann, brauchen unsere Hebammen immer noch ganz viel Unterstützung! Das ist wirklich eine Herzensangelegenheit von mir!



Und all diese wunderbaren Bilder im Post sind in meiner ersten Schwangerschaft entstanden und stammen von der wunderbaren Jeanie Micheel!

Donnerstag, 8. Januar 2015

Das war unser Weihnachten 2014

Und schwups, schon bin ich wieder zurück in der Bloggerwelt! Ihr Lieben, ich wünsche euch als allererstes ein bezauberndes neues Jahr, möge 2015 euch nur Glück und Zufriedenheit bringen! Für uns wird es ein besonders spannendes Jahr, denn immerhin werden wir zum zweiten Mal Eltern. Theo wird großer Bruder, ich bin gespannt, wie er die neue Situation verkraftet. Ich möchte die Elternzeit nutzen, um intensiv an meinem Traum der Selbstständigkeit zu arbeiten und auch beim Mann stehen ein paar berufliche Veränderungen an. Lassen wir uns einfach mal überraschen, was das Jahr so bringt!

Und obwohl das neue Jahr schon über eine Woche alt ist, möchte ich gerne noch mal einen Blick zurück werfen, nämlich auf unser Weihnachtsfest. Ich dachte mir, ich versuche das mal in Form von Fotos, muss mich aber gleich bei euch entschuldigen, denn die Qualität mancher Fotos ist nicht die Beste...das Licht war über die Tage leider grottig...Egal. Die Atmosphäre spiegelt es trotzdem ganz gut wieder:)

Am Sonntag vor Weihnachten holten wir endlich unseren Baum vom Balkon herein. Theo war total fasziniert von dem grünen Teil und schaute Papa begeistert beim Auspacken zu.


Während der kleine Mann Mittagsschlaf hielt, putzten und schmückten wir fleißig den Baum, den wir übrigens dieses Jahr mal online bestellt haben. Und wir haben es nicht bereut, wir fanden ihn einfach wunderschön!


Natürlich musste das grüne Ungetüm sofort erkundet werden.



Auch die nächsten Tage war der Baum der Renner. Immer wieder schaute sich der kleine Gurkenhals die Holzanhänger und Kugeln an, rief dabei begeistert wahlweise "Piep Piep!" (für die Eulen) oder "Kugel!" Abgeschmückt wurde der Baum aber nie, da hatten wir wirklich Glück. 

Am Weihnachtsmorgen verpasste ich Theo dann sein erstes Weihnachtsoutfit. Ich saß nämlich extra an der Nähmaschine und dort entstanden ein süßer Rentier-Pullover sowie eine Elch-Hose (für die Feiertage). Gegen Mittag trudelte dann Theos Opa bei uns. Im Gepäck hat er das beste Weihnachtsgeschenk überhaupt: Den Montessori-Lernturm. 


Ihr könnt euch gar nicht vorstellen, wie die kleinen Augen leuchteten. Schon lange frustrierte es Theo nämlich total, dass er einfach nicht sehen kann, was da oben auf der Arbeitsplatte passiert. Sobald wir in der Küche zu Gange sind, beginnt das große Jammern und hört erst auf, wenn wir ihn auf die Küchenzeile setzen. Tja, dann muss man aber auch dabei bleiben und kann kaum noch etwas machen. Für uns ist dieser Turm also die optimale Erfindung. Und dann auch noch selbstgebaut vom Opa:) Eine tolle Erinnerung! Innerhalb von 5 Minuten hatte der kleine Kerl dann auch raus, wie man zügig hoch und wieder herunter steigen kann.


Und widmete sich direkt einmal dem Abwasch! Bis heute ist der Turm übrigens täglich im Einsatz und war damit wirklich das perfekte Geschenk.

Zum Abendbrot gab es dann Schnitzel und Salat. Normalerweise essen wir "alten" Schlesier ja an Heiligabend traditionell Zitronenbratwurst mit Sauerkraut. Leider ist das so gar nicht meins und jetzt, wo wir unsere eigene kleine Familie haben, können wir diese Tradition endlich brechen. Mal schauen, ob wir die nächsten Jahre bei Schnitzel bleiben oder uns etwas anderes überlegen.

Nach dem Essen ging es dann an die Bescherung. Mein Papa bekam von uns einen selbst gestalteten Kalender für 2015. Typisches Geschenk, wenn man Kinder hat, oder?;) Ich bekam von meinem Mann eine Overlock! Ein Träumchen! Und Theo ging natürlich auch nicht leer aus. Von Mama und Papa gab es ein Buch (Bobo Siebenschläfer) und die Arche von Playmobil 123. Theo hatte richtig Spaß daran, die Geschenke auszupacken.



Und die Arche wurde auch gleich begeistert bespielt. Opa musste sich alle Tiere ganz genau ansehen.


Und dann kam das Geschenk von Opa. Eine Kinderküche! Die brachte Opa im Karton mit und baute sie noch an Heiligabend in unserer Küche auf. Theo schaute fasziniert zu und freute sich wie Bolle, als sie dann endlich stand.



Da blieb es nicht aus, dass wir natürlich sofort bekocht wurden. Es ist einfach zu schön mit anzusehen, wie fantasievoll er schon damit spielt. Er ahmt die Geräusche von Wasserhahn und Mikrowelle nach, wäscht ab, kocht und wir müssen dann auch kosten und laut "mmmh" rufen. Außerdem bekommen wir Tee und Wasser serviert. Ich hätte ehrlich nicht gedacht, dass ein 18 Monate altes Kind schon solch eine Phantasie hat.

Dementsprechend spät ging es dann auch an diesem Tag ins Bett. Wir haben bewusst darauf geachtet, dass Theo von jedem Verwandten nur ein Geschenk bekommt. Spielzeug hat er ohnehin viel zu viel und ich möchte, dass er das auch zu schätzen weiß. 

Ein Weihnachtsgeschenk fehlt übrigens noch! Im Rahmen das Adventsgewinnspiels der lieben Nadine von Lichtfarbe Berlin haben wir nämlich tatsächlich eine Jupiduu-Rutsche gewonnen! Ihr könnt euch sicherlich vorstellen, wie ich vor Freude ausgeflippt bin. Die Rutsche soll noch dieses Wochenende hier ankommen und ich werde auf jeden Fall berichten!!

Weiter ging es dann am 1. Weihnachtsfeiertag. Wir bekamen wieder Besuch, diesmal von meiner Mama mit Freund, sowie von meinem Bruder mit Familie. Theo schmiss sich in sein zweites Outfit und natürlich wurde der Vormittag hauptsächlich auf seinem neuen Türmchen verbracht *lach*.


Kann man auch super zum Brezel sortieren nutzen...

Zum Mittag gab es dann eine leckere Pute mit schlesischen Klößen *yammi*. Und nach dem Mittagsschlaf dann auch endlich die nächsten Geschenke. Nachdem Theo schon am Vormittag nur schwer davon abgehalten werden konnte, sämtliche Geschenke aufzureißen...


Von meinem Bruder gab es ein Feuerwehrauto von Fisher Price Little People. Theo liebt Autos, die auch noch Krach machen. Ganz großes Kino.


Ich hoffe ihr erkennt trotz dem versteckten Gesicht, wie sehr er sich gefreut hat!

Von meiner Mama gab es dann noch ein Buch und Geschirr für die Kinderküche. Unter anderem ein Salat-Set. Der musste natürlich auch gleich zubereitet werden.


Von diversen anderen Verwandten und Freunden wurde Theo übrigens auch reichlich beschenkt, u.a. gab es Bücher, CDs, Klamotten, Geschirr, Holztiere und viele andere schöne Dinge. Die lagen aber nicht mit unter dem Baum und das war auch gut so. So spielte Theo dann noch bis spät abends mit seinen "Hauptgeschenken".


Am zweiten Feiertag bekamen wir dann Besuch von Hunde-Oma und Hunde-Opa. Natürlich mit Anna im Gepäck. Das war das schönste Geschenk für Theo und ließ das riesige Lego Duplo Set vollkommen vergessen;) Den ganzen Tag wurde mit Anna durch die Wohnung getobt, Bilder habe ich leider nur sehr wenige gemacht.


Dann hatten wir endlich mal einen Tag Pause und da es in der Nacht furchtbar viel geschneit hatte, verbrachten wir den Tag draußen.



Theo liebt Schnee und war kaum zu bremsen. Da wurde durch die tiefsten Stellen gestapft und das kalte Zeug eifrig befühlt. Kälte? Fehlanzeige. Der kleine Kerl scheint nicht zu frieren und letztendlich konnten wir auch nur unter Tränen wieder hineingehen.


Einen Tag vor Silvester bekamen wir dann noch einmal Besuch von Theos Cousin und Cousine. Man merkt, dass die beiden ein eingespieltes Team sind und Theo verdrückte auch mehr als ein Tränchen, weil ihm sein Spielzeug weggenommen wurden. Der Streit ums Bobbycar war besonders groß.


Aber es gab auch friedliche Momente, beispielsweise als alle 3 Kids die Küche belagerten und uns Eltern fleißig bekochten.


Raus an die Luft ging es dann natürlich auch noch mal, dabei entstand dieses super süße Bild von den zwei Brüdern mit ihren Söhnen auf dem Arm.


Tja, und das wars dann auch schon wieder mit 2014. Silvester verbrachten wir nicht sonderlich spektakulär, Theo verschlief einfach alles und wir machten es uns mit ein paar Leckereien und Bleigießen gemütlich. Kurz vor Mitternacht schlief ich dann auf dem Sofa ein...ähm ja. Schwanger und so;)

Ich hoffe euch hat mein kleiner Foto-Rückblick gefallen, in Zukunft soll es noch mehr davon geben, sobald meine neue Kamera den Weg zu mir gefunden hat (ich habe mal etwas aufgerüstet und es zieht etwas Professionelles hier ein - was genau, zeige ich euch dann!). Ich freue mich auf das Bloggerjahr 2015 und verabschiede mich erst einmal mit meinem Lieblingsbild, entstanden am Heiligen Abend, passenderweise zum Wochenwechsel. Bis bald!