Dienstag, 28. April 2015

Wir backen eine kleine Schwester - Lässt sich das Geschlecht beeinflussen?

Erstmal vorneweg, bevor hier wieder ein kleiner Shitstorm auf mich einbricht: Hauptsache gesund! Das war für uns das Wichtigste bei der Entstehung der kleinen Erbse und ist es auch immer noch! Vom ersten Moment an waren wir verliebt in das kleine Wesen, vollkommen egal ob mit Schnippie oder ohne.

Dennoch kann ich nicht leugnen (und werde ich auch nicht, ist schließlich mein Blog), dass ich mir schon sehr ein Mädchen gewünscht habe. Ein Pärchen, großer Bruder, kleiner Schwester. Da kriegt Mama Herzchen in den Augen. Alleine die Vorstellung, wie er sie später vor den bösen Typen in der Disco beschützt, wie er ihren ersten festen Freund auf Herz und Nieren prüft...hach. Ich habe selbst einen großen Bruder und kenne diese Situationen. Außerdem bin ich einfach eine Mädchenmama. Ich möchte Haare flechten, shoppen gehen, bunte Glitzerkleider kaufen... Natürlich wäre ein zweiter Bub genauso toll. Aber, nur mal rein theoretisch, man könnte das Geschlecht irgendwie beeinflussen, würde ich es tun? Definitiv! Und nein, ich meine nicht das Reagenzglas, Gentechnik oder Selektierung im allgemeinen. Solche Methoden lehne ich strikt ab (und bin froh, dass sowas in Deutschland verboten ist). Aber es soll ja so kleine Kniffe geben, mit denen man die Natur austricksen kann. Und da mich so viele Mamas, sei es aus der Familie, Freunde oder auch Internetbekanntschaften gefragt haben, ob wir so etwas in die Richtung versucht haben, dachte ich mir, ich schreibe es einfach mal hier auf.

Denn ja, wir haben tatsächlich das Internet durchforstet und einige der dort genannten Tipps ausprobiert. Ob das alles nun am Ende zum Erfolg geführt hat, weiß nur der liebe Gott aber es hat Spaß gemacht, tat niemanden weh und ein anderes Ergebnis wäre genauso willkommen gewesen. Also hier unsere ultimativen (und erprobten) Tipps, ohne Gewähr natürlich;)

1. Der wohl bekannteste Tipp: Da den männlichen Samenzellen wohl keine allzu lange Lebenszeit vergönnt ist, die weiblichen dafür aber umso länger (und langsamer) umherziehen, sollte man möglichst 2-3 Tage vor dem Eisprung Sex haben, um die Wahrscheinlichkeit auf ein Mädchen zu erhöhen. Dafür wäre es natürlich sinnvoll zu wissen, wann der Eisprung genau stattfindet. Ich habe das Glück, dass meine Zyklen sehr regelmäßig sind und ich den Eisprung in der Regel auch spüre. So konnte ich den Zeitpunkt ganz gut bestimmen. Wer nicht genau weiß, wann das Eichen hüpft, dem empfehle ich Ovulationstests in Kombination mit Temperaturmessungen. Sex am Tag des Eisprunges lässt hingegen die Jungs zum Zuge kommen und die weiblichen Spermien haben wenig Chancen das Rennen zu gewinnen.

2. Heiß baden vor dem Sex! Das mögen die männlichen Spermien angeblich gar nicht und das Verhältnis der männlichen und weiblichen Samenzellen verändert sich zu Gunsten der weiblichen. Wir lieben unsere Badewanne, von daher war es jetzt kein großes Opfer diesen Tipp auszuprobieren. Wer also lieber einen Bub möchte, unbedingt das heiße Baden reduzieren! Vorteil an diesem Tipp: Man ist direkt nackig und sauber;)

3. Angeblich kann auch die Position beim Sex das Zünglein an der Waage sein. Jetzt müssen alle ganz stark sein, die eher auf Doggy Style und andere Kamasutra-Weisheiten stehen. Denn ausgerechnet die langweilige Missionarsstellung (Blümchensex und so), begünstigt ein Mädchen. Die langsameren weiblichen Spermien haben nur eine Chance, wenn der Penis nicht zu tief eindringt, denn sonst sind die schnelleren männlichen Samenzellen ja quasi schon am Ziel ihrer Träume und verderben den weiblichen sämtlichen Spaß. Tja, muss man sich überlegen, ob es einem das Wert ist.

4. Das ist jetzt ein heikles Thema. Der Orgasmus. Eigentlich ja Sinn der Sache und ohne ein völliger Reinfall. Aber tatsächlich behaupten Experten, der Orgasmus wäre von Vorteil für die männlichen Spermien. Denn bei einem Orgasmus verändert sich der PH-Wert der Scheidenflora, mal wieder zu Gunsten der Männlein. Fies eigentlich, oder? Wer nun also ein Mädchen haben möchte, sollte besser auf den Höhepunkt verzichten oder ihn einfach auf später verschieben;)

5. Die Ernährung. Auch hier spielt der Säuregehalt des Körpers eine wichtige Rolle. Soll der Nachwuchs ein Junge werden, wird geraten, sich von alkalischer Kost (basisch) zu ernähren, dazu gehören z.B. Bananen, Kartoffeln, Pilze usw. Für ein Mädchen hingegen sollten Frauen häufiger zu Milchprodukten greifen und viel Calcium aufnehmen (Brokkoli, Haferflocken, Spinat usw). Ich bin ehrlich, ich esse worauf ich Bock habe und ob ich wirklich besonders viel Calcium im Zeitraum der Zeugung aufgenommen habe, kann ich beim besten Willen nicht sagen. Wer es aber ausprobieren möchte, darf mir auf jeden Fall Rückmeldung geben, ob es denn geklappt hat:)

Das sind also die mir bekannten Tipps und Tricks, wie man das Geschlecht des zukünftigen Nachwuchses ANGEBLICH beeinflussen kann. Wichtig ist zu wissen, dass sich die Wahrscheinlichkeit von 50:50 auch durch die Anwendung nicht verändert:) Laut verschiedenen Studien kann sogar das Wetter eine wesentliche Rolle spielen, aber mal ehrlich..."Ne Schatz, heute gibt es keinen Sex, es ist zu warm für ein Mädchen" kommt doch echt blöd und verdirbt sämtlichen Spaß! Von solchen Geschichten wie Mondkalender oder auch der Chinesische Empfängniskalender halte ich persönlich nichts, das ist aber Geschmackssache.

Jetzt interessiert mich aber auf jeden Fall: Kennt ihr noch mehr Tipps und habt ihr irgendwas davon ausprobiert, mit oder ohne Erfolg?



Und noch mal ganz wichtig, für alle anonymen Kommentare: Ich weiß, dass es Frauen gibt, die ewig auf ihr Wunder warten müssen oder gar nicht schwanger werden können und denen das Geschlecht des Babys vollkommen egal ist! Deshalb bitte nicht alles so Ernst nehmen, ich bin lediglich dem Wunsch meiner Leser nachgekommen, die genau diese Frage gestellt haben. Sollten Kommentare in diese Richtung kommen, werde ich sie nicht erst frei schalten, denn der Hinweis auf einen ironischen Beitrag fiel oft genug!

Freitag, 24. April 2015

Oberfeldwebel Gurkenhals

Im Hause Gurkenhals herrscht neuerdings ein strenger Ton! Theo der Erste hat das Regiment übernommen und stellt mit deutlichen Befehlen klar, wer hier das sagen hat. So kann es schon mal folgender Maßen ablaufen, wenn wir das Haus verlassen wollen:

Ich: "Komm Theo, anziehen. Wir gehen auf den Spielplatz."
Theo rennt begeistert in den Flur und stellt sich vor den Schuhschrank: "AUF"!
Ich öffne den Schrank.

Theo: "SCHUHE!"
Ich: "Ja Theo, wir ziehen Schuhe an."
Theo: "SCHUUUUUUHE!"

Ich: "Jahaaa. Wollen wir die grünen Schuhe anziehen?"
Theo: "NEIN!"
Ich: "Ok. Welche willst du dann anziehen?"

Theo (jammernd, mit dicken Kullertränen):  "SCHUHEEEE!"
Ich: "Theo, wieso weinst du denn jetzt? Welche Schuhe willst du anziehen?"
Theo zeigt auf die schwarzen Schuhe und ruft "DAS!"

Ok, nachdem das Drama Schuhe überstanden ist, stiefelt Theo durch die Wohnung und gibt den nächsten Befehl.

Theo: "JACKE!"
Dummerweise sind draußen 25 Grad und es ist viel zu warm für eine Jacke.

Ich: "Theo, wir brauchen heute keine Jacke. Die Sonne scheint."
Theo (bereits wieder leicht gereizt): "JAAAACKE!"

Ich ziehe ihm die Jacke an, lasse sie aber offen aufgrund der Hitze draußen.
Theo (jetzt wirklich sauer): "ZUUU!"

Na gut, ich schließe die Jacke und bekomme prompt die nächste Anweisung.
Theo: "MÜTZE!!"
Wir setzen die Mütze auf, ich bin mittlerweile völlig durchgeschwitzt, da ich das Baby vor den Bauch gebunden habe und will endlich los.

Theo: "DURST!"
Ich renne in die Küche und hole ihm ein Glas mit Wasser.

Theo (entrüstet): "BECHER!"
Damit ist seine Fuchstasse gemeint. Also wieder zurück in die Küche, Fuchstasse holen und Wasser umfüllen, Kind kurzzeitig zufrieden gestellt.

Ich will mich nun Richtung Tür begeben, da schallt es: "FUUUUFF!"
Ah ja, der Fuchs muss mit. Fuchs unter den Arm geklemmt, Tür ran gezogen.

Theo (kein Zweifel, dies ist ein Befehl): "SCHLÜSSEL!"
Ich überreiche dem Gurkenhals feierlich den Schlüssel und er versucht gefühlte drei Stunden ihn ins Schloss zu stecken, um zuzuschließen.

Wir haben es endlich an die frische Luft geschafft, da verkündet der Gurkenhals stolz: "KACKA!"
Oh man...

Ich könnte die Story noch Ewigkeiten weiter erzählen, aber das erspare ich euch an dieser Stelle mal. Manche mögen jetzt denken, Mensch, die lassen sich aber auf der Nase herum tanzen. Ich finde es aber wichtig, dass Theo merkt, dass wir ihn verstehen und auf seine Bedürfnisse eingehen. Das soll ihn motivieren, weiter fleißig das Sprechen zu üben.

Bis vor kurzem dachte ich noch mein Kind wird wohl nie sprechen lernen, immer wieder wurde nur auf Dinge gezeigt, begleitet von einem nervigen Fiep-Ton und dann mussten Mama und Papa erraten, welches der 100 Dinge auf der Küchentheke denn jetzt gewünscht ist. Nicht selten gefolgt von einem Heulanfall, weil wir bösen Eltern den falschen Gegenstand anreichten. Nun haben wir hier eben einen kleinen Feldwebel und den ganzen Tag tönt es durch die Wohnung "ESSEN!", "DURST!", "MESSER!", "BUTTER!", "BUCH!", "SITZEN!", "RUTSCHEN!", "ZU!", "AUF!", "AB!" und so weiter,

Besonders beliebt ist seit Neustem auch der Befehl "HABEN!". Da wird auf das Objekt der Begierde gezeigt und es heißt "TASSE HABEN!" oder auch "DURST TASSE HABEN!". Ich verbuche das mal unter Dreiwortsatz:). Generell finde ich es Wahnsinn, welche sprachliche Entwicklung Theo in den letzten Wochen gemacht hat. Monatelang sprach er nur fünf Wörter und plötzlich, quasi über Nacht, platzte der Knoten. Ich komme gar nicht mehr hinterher mit dem Aufschreiben seiner Kreationen und jeden Tag kommen mindestens zwei neue dazu. Endlich kann man sich richtig mit ihm unterhalten.

Ach ja, der Befehl schlechthin ist hier natürlich auch sehr beliebt: "NOCHMAAAAL!". Sei es beim Eis essen oder beim Quatsch machen mit Papa. Und wehe irgendwann ist Schluss mit "NOCHMAAAAL". Dann rollen sie wieder, die dicken Kullertränen. Denn niemand widerspricht Oberfeldwebel Gurkenhals;)



Dienstag, 14. April 2015

Familie Gurkenhals im neuen Design

Na, wer von euch hat es schon entdeckt? Familie Gurkenhals erstrahlt in neuem Glanz! Und Frau Gurkenhals strahlt gleich mit, so happy ist sie darüber!

Um ehrlich zu sein, ging mir das Blogdesign schon lange auf den Keks. So wirklich passte es nicht zu uns, der Banner war unprofessionell und überhaupt harmonisierte hier nichts miteinander. Deshalb stand die Überarbeitung des Blogs ganz oben auf meiner To-Do Liste. Problem nur: Ich bin ein absoluter Technik-Nerd. Schon beim Erstellen des Blogs vor über einem Jahr war ich genervt von den tausenden Funktionen, mit jedem Klick wurde es eher schlimmer als besser und um mich in die Materie einzulesen fehlte mir einfach Zeit und Lust. Mein Hauptaugenmerk liegt eben auf den Texten und Bildern, dennoch sollte man das optische nicht ganz vernachlässigen.

Umso glücklicher bin ich, dass die talentierte Ka von Kaonka Design sich nun meines Blogs angenommen hat. Und die Frau hat es echt drauf oder? Wir brainstormten ein wenig über WhatsApp, ich betonte, dass ich es gerne schlicht und einfach mag, ohne viel Schnick Schnack, und "irgendwas mit Flieder" warf ich noch in den Raum und herausgekommen ist das dabei! Besonders verliebt bin ich in das neue Logo, denn es passt einfach so toll zu uns und man erkennt, dass wir nun zu viert sind.

Jetzt habe ich auch endlich wieder mehr Motivation häufiger und regelmäßiger zu Bloggen. Insofern mich dass Motzebaby denn lässt. Die Themenliste ist auf jeden Fall lang genug, um einige Seiten zu füllen.

Wenn ihr euch auch so ein schönes Blogdesign wünscht, dann schaut doch mal bei Ka rein! Sie macht auch wunderschöne Geburtsdatenbilder und andere zuckersüße Dinge, die den manchmal grauen Alltag erhellen. Ihren Dawanda-Shop findet ihr hier und natürlich bloggt die zweifache Mami auch auf ihrem Blog Ich und Du. Und Du. Absolut lesenswert!

Und jetzt bin ich gespannt, wie euch das neue Design gefällt. Hinterlasst mir doch bitte einen Kommentar, Kritik ist willkommen und auch wenn euch noch etwas fehlt, dürft ihr das gerne kundtun!

Herzlichst,

Frau Gurkenhals

Dienstag, 7. April 2015

Schon wieder kein Anfängerbaby

Puff. Da ist sie zerplatzt, meine Seifenblase. Meine kleine große Traumwelt, die ich mir während 40 Wochen Schwangerschaft aufgebaut und ausgemalt habe. 10 lange Monate, in denen mir immer wieder bestätigt wurde "Die zweiten Kinder sind ganz anders. Viel ruhiger. Viel einfacher. Viel gelassener. Denn auch die Eltern sind entspannter. Niemand bekommt zwei Schreikinder". Na gut, Clara ist (bisher) kein Schreibaby, aber ein Anfängerbaby ist sie definitiv auch nicht. Ein Anfängerbaby, was ist das überhaupt? Ich habe da so meine eigenen Vorstellungen:

...ein Baby, dass sich auch mal ablegen lässt (und dabei zufrieden ist)
...ein Baby, dass wenig weint
...ein Baby, dass viel schläft, nachts gerne 4 Stunden am Stück oder länger
...ein Baby, dass ohne Probleme an die Brust geht (quasi ein Vollstillprofi)
...ein Baby, dass wenig bis keine Bauchschmerzen hat
...ein Baby, dass friedlich im Kinderwagen vor sich hin schlummert
...ein Baby, dass im Auto einschläft (und nicht an jeder Ampel wieder aufwacht)
...ein Baby, dass auch mal zufrieden ist

Das sind nur ein paar Sachen, die meinem Fusselhirn gerade einfallen. Und nun mal Theo im Vergleich. Theo war ein Arschloch-Baby. Ein bisschen gemein der Ausdruck, aber irgendwie passt er. Theo fand immer alles doof. 

...Stillen doof
...Verdauung doof
...Ablegen doof
...Schlafen doof (aber richtig!)
...Kinderwagen doof
...Ausflüge doof
...Babyschwimmen doof (überhaupt sämtliche Babykurse)
...Auto fahren doof  usw.

Er schrie eigentlich fast rund um die Uhr, wie schlimm das eigentlich war, weiß ich dank Verdrängungshormonen zwar nicht mehr, aber ich erinnere mich durchaus an durchwachte Nächte und viele Tränen (vor Erschöpfung).

Clara ist jetzt genau 14 Tage alt und möchte ihrem großen Bruder wohl gerne nacheifern. Sie schreit zwar nicht und weinen kann man es auch nicht wirklich nennen, aber sie motzt ganz gerne. Und zwar bei genau den gleichen Dingen wie ihr Bruder. Den Kinderwagen findet sie eher so semi, Auto fahren ist auch nicht so der Hit. Sie hat leider schlimme Bauchschmerzen (wer hat behauptet Mädchen hätten weniger Koliken??) und auch sie ist kein Vollstillprofi. Am liebsten liegt sie den ganzen Tag auf meinem Arm, ablegen klappt mal so 2 Minuten. Und schlafen...naja sie schläft wenigstens. Aber spätestens alle 2 Stunden, eher jede Stunde, meldet sie sich zur Mahlzeit. Außerdem spuckt sie wie ein Weltmeister. Selbst baden findet sie kacke, dabei hat das sogar ihr Bruder geliebt.

Ich weiß, dass das alles normal ist (die Kinderärztin nannte es liebevoll Regulationsstörungen). Und ich will mich auch wirklich nicht beschweren. Aber hätte ich nicht ein mal Glück haben können? Wenigstens in einer Sache...beim Schlafen zum Beispiel. Mal wieder haben alle Mütter um mich herum Durchschlafbabys. Gibts dafür ein Geheimrezept, dass ich noch nicht entdeckt habe? Oder beim Stillen. Und die blöden Bauchschmerzen hätten auch gerne wegbleiben können.

Nun müssen wir aber damit leben. Und das ist das tolle beim zweiten Kind. Man kommt damit klar. Während ich bei Theo noch nach Ursachen gesucht habe und in Selbstmitleid zerflossen bin, nehme ich es dieses mal so hin. Dann wird das Klebebaby eben 24 Stunden getragen (Gott sei dank konnte ich dem teuren Bugaboo widerstehen), dann wird eben der Bauch massiert was das Zeug hält und ja, auch dieses mal habe ich wieder ein Flaschenkind. Aber auch die werden groß. Das sehe ich an meinem Theo, dem tollsten Kleinkind der Welt, einst Arschloch-Baby, jetzt Sonnenschein und mein Ein und Alles. Auch dieses mal hatten wir kein Glück mit dem Anfängerbaby, dafür halten wir das größte Glück der Welt in den Händen. Unsere kleine Motzkönigin.

Mittwoch, 1. April 2015

Geburtsbericht Baby Clara - Wir sind jetzt zu viert!

Ihr habt es euch bestimmt schon gedacht. Familie Gurkenhals ist endlich vollständig! Und damit melde ich mich zurück aus einer kleinen Blog-Auszeit, die vor allem aus Warten auf das Baby und nun mittlerweile 8 Tagen Wochenbett bestand. Unglaublich, über eine Woche ist die kleine Schwester nun schon alt und bevor die Erinnerungen an das große Ereignis verblassen, habe ich mich an den Geburtsbericht gesetzt, den ich an dieser Stelle mit euch teilen möchte. Er beginnt am errechneten Geburtstermin und endet in einer wunderbaren Geburt, die für vieles entschädigt, was bei Theos Geburt vorgefallen ist.
Viel Spaß beim Lesen!

18. März 2015:

Der errechnete Geburtstermin. Irgendwie rechnete ich gar nicht damit, bis zu diesem Tag zu kommen, denn Theo wurde bei 39+6 geboren und ich war so naiv zu glauben, dieses mal auch nicht zu übertragen. Termin bei meiner Hebamme, das erste CTG für diese Schwangerschaft, nach 5 Minuten bereue ich bereits, kein Buch mitgenommen zu haben *gähn*. Aber alles super, dem Baby geht es gut, vielleicht zu gut? Kein Hinweis auf baldigen Auszug. Muttermund weich aber noch verschlossen. Köpfchen schon kurz vorm Ausgang. Merke ich auch...nachts aller 30 Minuten pinkeln gehen ist echt kein Spaß. Und wer hat diese blöde Symphyse eigentlich erfunden? So langsam verlässt mich die Motivation, obwohl ich noch topfit bin und mein Söhnchen trotz Buckelwal-ähnlicher Plauze durch die Gegend schleppe kann.

20. März 2015:

Hallo Baby, wo bleibst du?? Ich weiß ja, du willst dich besonders hübsch machen für uns, aber wir lieben dich auch ohne Haare oder mit unlackierten Fingernägeln...je nach dem was du noch so treibst. Meine Hebamme begrüßt mich mit den Worten "Du siehst nicht so aus, als ob du heute oder morgen ein Kind bekommst". Wie recht sie hat...Fühle mich auch null nach Geburt, um nicht zu sagen, ich kann mir absolut nicht vorstellen, demnächst im Kreißsaal zu liegen. Das nennt man wohl Verdrängungstaktik. CTG wie immer top, Muttermund schauen wie dieses mal gar nicht nach. Ein bisschen hängt uns die Zeit im Nacken. Meine Mutter ist extra für die komplette Woche angereist, um im Fall der Fälle den Gurkenhals zu betreuen. Sonntag muss sie zurück. Wenn sich bis dahin nichts getan hat, müsste Herr Gurkenhals zu Hause bleiben und ich alleine in den Kreißsaal. Absolute Horror-Vorstellung nach dem letzten Geburtserlebnis. Aber es nützt alles nichts, wir können nur warten...

23. März 2015:

Das Wochenende war ruhig, keine einzige Wehe...nichts. Sonntag muss meine Mama wieder abreisen, was eine mittelschwere Depression meinerseits zur Folge hat. Verbringe den halben Sonntag heulend im Bett und bemitleide mich selbst. Abends dann die Erleichterung: Unsere liebste Nachbarin ist noch eine weitere Woche krank geschrieben...sollte es nachts oder abends los gehen, übernimmt sie das Babyfon und kümmert sich um unseren Sohn. Mir fällt ein riesen Stein vom Herzen...alleine hätte ich das nicht gepackt.

Um 10 Uhr habe ich wieder einen Termin bei meiner Hebamme. Sie möchte das Baby ein wenig locken...heißt, sie stimuliert den Muttermund. Was auch immer das bedeutet. Tut auch gar nicht weh...hust. 2 cm soll er bereits offen sein. Aber das hat ja nichts zu sagen. Fahre mit wenig Hoffnung wieder nach Hause und lege mich aufs Sofa, für den obligatorischen Mittagsschlaf. Werde gegen 12 Uhr von eine Wehe geweckt. Na huch, tut sich da etwa doch was? 2 Stunden zieht es lustig vor sich hin, gerade so, dass ich nicht schlafen kann. Dann ist es wieder vorbei. Bin nicht mal traurig darüber, will heute Abend einfach zeitig ins Bett gehen und schlaaaafen. Dann der Schock auf dem Klo...Blut. Und Schleim. Und das nicht wenig. Och nö...Was hat die doofe Hebi denn da gemacht? Naja, ich sitz das jetzt einfach aus...heute gibt es kein Baby mehr, basta!

Verbringe den Nachmittag mit meinem Prinzen, kurz nach dem er im Bett verschwunden ist, beginnt das tolle Ziehen wieder. Ich ignoriere es aber einfach und sage auch meinem Mann nichts davon. Es tut jedenfalls nicht weh, ist einfach ein stärkeres Mensziehen. Blöderweise bekomme ich jetzt auch noch Durchfall...na super. Aber bestimmt alles Zufall, man muss es sich nur schön reden. Gegen 22.00 Uhr werde ich aber doch unruhig und schaue mal auf die Uhr. Hm. Alle 7 Minuten. Ich informiere lieber mal meine Nachbarin, die vor lauter Aufregung gar nicht ins Bett gehen will. Beschließe schlafen zu gehen, mein Liebster folgt mir und jetzt setze ich ihn dann auch mal über die Wehen in Kenntnis . Alles klar Schatz, weck mich wenn wir los müssen, sagt er und verfällt in den Tiefschlaf.

Ich liege also so rum, kann nicht schlafen und verspüre immer noch alle 7 Minuten das leichte Ziehen. Ab und zu puste ich mal ein bisschen, nicht weil ich unbedingt müsste, fühlt sich aber ganz gut an. Meine Nachbarin wird bald verrückt vor Aufregung, ich bin mir immer noch unsicher, ob es wirklich los geht. Irgendwie warte ich die ganze Zeit darauf, dass die Fruchtblase platzt, wie bei Theo, aber nichts. Dafür muss ich nach fast jeder Wehe zum Klo pinkeln.

24. März 2015:

Es ist 3 Uhr nachts, an den Abständen hat sich nicht viel getan (so in etwa alle 5 Minuten), so wirklich Schmerzen kann man das aber auch nicht nennen. Ich bin einfach total unsicher. Wecke den Mann, der mich verdutzt fragt, ob ich schon die ganze Zeit hier so rumpuste. Joar...aber hauptsache du hast deinen Schönheitsschlaf Schätzelein. Er möchte, dass ich meine Hebamme anrufe, aber ich habe Hemmungen sie für einen Fehlalarm zu wecken. Greife aber schließlich doch zum Telefon und bereits nach dem ersten Klingeln meldet sich mein persönlicher Engel. Ich bin verdutzt. "Na, mit dir hab ich ja heute fast noch gerechnet"...schönen Dank auch! Ich erzähle ihr von den Abständen und sie rät mir, jetzt los in die Klinik zu fahren. Bin verwirrt. Wir hatten doch ausgemacht, dass sie im Fall der Fälle erst einmal zu uns nach Hause kommt und wir dann gemeinsam in die Klinik fahren. Ja, sie ist bereits im Krankenhaus. Hat gerade ein Baby zur Welt gebracht. 4660g. Puh, was ein Brocken. Ich soll ruhig kommen, sie hat gerade richtig Lust auf noch eine Geburt. Öhm, ich aber nicht?

Wir packen also unsere Sachen, extra leise um den Gurkenhals nicht zu wecken, schleichen uns mit Babyfon in der Hand zur Tür...määääääh. Määäääh. Toll. Theo ist wach. Ich bete er möge wieder einschlafen, tut er natürlich nicht. Also verziehe ich mich ins Wohnzimmer zum Pusten und Männel dackelt mit der Nachtmilch ins Kinderzimmer. Es kommt mir vor wie eine Ewigkeit, schließlich kommt er zurück und meldet Erfolg. Wir klingeln bei den Nachbarn, die uns beide mit einem dicken Grinsen erwarten und überreichen ihnen Babyfon und Schlüssel. Dann geht es los Richtung Krankenhaus. Im Auto habe ich circa 4 Wehen, aber absolut aushaltbar. Glaube immer noch nicht an eine baldige Geburt. Rufe meine Mutter an und weise sie an, in den nächsten Zug zu steigen.

Wir parken auf dem gefühlt 100km entfernten KH-Parkplatz, ich watschel durch den Eingang und komme mir mehr als blöd vor als ich zur Empfangsdame sage "Wir wollen in den Kreißsaal". Ach ne. Um 5 Uhr klingeln wir schließlich an der Kreißsaaltür. Meine Hebamme empfängt uns mit einem breiten Grinsen. Sie ist ja jetzt so voller Adrenalin, das wird jetzt ganz toll, sagt sie. Na gut, dann glaube ich ihr das mal. Mein Mann darf schon mal in den Kreißsaal, ich gehe mit ihr ins Untersuchungszimmer. Als sie mich untersucht höre ich sie nur murmeln "3,4,5,6,7, oh 8 cm schon". Mir schläft das Gesicht ein. Bis vor kurzem dachte ich noch an einen Fehlalarm. Wir beziehen also den Kreißsaal, mir geht es so gut, dass ich in Ruhe mein Outfit wechseln kann und mir es auf dem Bett gemütlich mache. Das CTG wird angeschlossen. Da ich alles so natürlich wie möglich möchte, verzichten wir darauf, einen Zugang zu legen. Ich verpuste ein paar Wehen und meine Hebamme schimpft. Viel zu kurz und zu schwach, so kommt hier kein Baby zur Welt. Hmpf. Dachte ich mir schon, dass es nicht so kuschelig bleibt. Schade eigentlich. Sie möchte die Fruchtblase öffnen, ich will das aber nicht. Lieber noch ein wenig warten, vielleicht platzt sie noch von alleine.

Gegen 6 Uhr gehen mir die Argumente aus. In der nächsten Wehe öffnet sie die Fruchtblase und ich habe sofort das Bedürfnis, mitzuschieben. Aber erst einmal verpusten wir noch ein paar Wehen auf der Seite. Jetzt fällt mir plötzlich auch wieder ein, warum Kinder gebären so Scheiße ist. Es tut einfach nur höllisch weh. Aber da ich komplett schmerzmittelfrei bin, spüre ich genau, wie das Köpfchen immer tiefer rutscht und sich Richtung Ausgang schraubt. Ich erfahre, dass sie viiiiele Haare hat. Jipiie. Wenigstens etwas. Ich möchte dieses Baby jetzt wirklich gerne da raus haben, der Druck ist unerträglich und trotzdem bin ich blockiert. Immer wieder habe ich Theos Geburt vor Augen und schimpfe vor mich hin, dass das eh doch nicht durchpasst. Doch, doch, das passt schon, sagt meine Hebamme. Ich presse und schiebe also was das Zeug hält. Die Wehenpausen sind richtig angenehm und lang genug, um ordentlich Kraft für die nächste Wehe zu sammeln. Wie im Bilderbuch quasi. Mein Mann atmet mit mir und motiviert mich immer wieder weiter zu schieben und um 6.52 Uhr ist es endlich so weit. Unsere Tochter wird geboren. Eine kleine Sternenguckerin,

So winzig und hilflos liegt sie zwischen meinen Beinen, meine Hebamme hilft mir auf und ich kann sie mir alleine hochnehmen und auf meine Brust legen. Wir lassen die Nabelschnur noch auspulsieren und ich darf sie dann durchschneiden. Bei Theo hatte mein Mann die Ehre. Ich fühle mich wirklich, als wäre nie etwas gewesen, bin voller Adrenalin. Und einfach nur glücklich.

Wir frühstücken noch gemütlich im Bett, die Kleine wird vermessen und der Kinderarzt kommt zur U1. Ich wage einen ersten Aufstehversuch und es klappt super. Keine Kreislaufprobleme. Ich gehe mit Hilfe meiner Hebamme duschen, ziehe mich an und warte noch auf den Abschlussbericht des Krankenhauses. Um 11 Uhr, nur 6 Stunden nach Eintreffen im Krankenhaus, sitzen wir zu dritt im Auto Richtung nach Hause. Eine Drive-in-Geburt, wird mein Bruder später sagen. Wie recht er hat.



Baby Clara


Geboren am 24.03.2015
um 6:52 Uhr
3500g
52 cm
35 cm KU