Mittwoch, 1. April 2015

Geburtsbericht Baby Clara - Wir sind jetzt zu viert!

Ihr habt es euch bestimmt schon gedacht. Familie Gurkenhals ist endlich vollständig! Und damit melde ich mich zurück aus einer kleinen Blog-Auszeit, die vor allem aus Warten auf das Baby und nun mittlerweile 8 Tagen Wochenbett bestand. Unglaublich, über eine Woche ist die kleine Schwester nun schon alt und bevor die Erinnerungen an das große Ereignis verblassen, habe ich mich an den Geburtsbericht gesetzt, den ich an dieser Stelle mit euch teilen möchte. Er beginnt am errechneten Geburtstermin und endet in einer wunderbaren Geburt, die für vieles entschädigt, was bei Theos Geburt vorgefallen ist.
Viel Spaß beim Lesen!

18. März 2015:

Der errechnete Geburtstermin. Irgendwie rechnete ich gar nicht damit, bis zu diesem Tag zu kommen, denn Theo wurde bei 39+6 geboren und ich war so naiv zu glauben, dieses mal auch nicht zu übertragen. Termin bei meiner Hebamme, das erste CTG für diese Schwangerschaft, nach 5 Minuten bereue ich bereits, kein Buch mitgenommen zu haben *gähn*. Aber alles super, dem Baby geht es gut, vielleicht zu gut? Kein Hinweis auf baldigen Auszug. Muttermund weich aber noch verschlossen. Köpfchen schon kurz vorm Ausgang. Merke ich auch...nachts aller 30 Minuten pinkeln gehen ist echt kein Spaß. Und wer hat diese blöde Symphyse eigentlich erfunden? So langsam verlässt mich die Motivation, obwohl ich noch topfit bin und mein Söhnchen trotz Buckelwal-ähnlicher Plauze durch die Gegend schleppe kann.

20. März 2015:

Hallo Baby, wo bleibst du?? Ich weiß ja, du willst dich besonders hübsch machen für uns, aber wir lieben dich auch ohne Haare oder mit unlackierten Fingernägeln...je nach dem was du noch so treibst. Meine Hebamme begrüßt mich mit den Worten "Du siehst nicht so aus, als ob du heute oder morgen ein Kind bekommst". Wie recht sie hat...Fühle mich auch null nach Geburt, um nicht zu sagen, ich kann mir absolut nicht vorstellen, demnächst im Kreißsaal zu liegen. Das nennt man wohl Verdrängungstaktik. CTG wie immer top, Muttermund schauen wie dieses mal gar nicht nach. Ein bisschen hängt uns die Zeit im Nacken. Meine Mutter ist extra für die komplette Woche angereist, um im Fall der Fälle den Gurkenhals zu betreuen. Sonntag muss sie zurück. Wenn sich bis dahin nichts getan hat, müsste Herr Gurkenhals zu Hause bleiben und ich alleine in den Kreißsaal. Absolute Horror-Vorstellung nach dem letzten Geburtserlebnis. Aber es nützt alles nichts, wir können nur warten...

23. März 2015:

Das Wochenende war ruhig, keine einzige Wehe...nichts. Sonntag muss meine Mama wieder abreisen, was eine mittelschwere Depression meinerseits zur Folge hat. Verbringe den halben Sonntag heulend im Bett und bemitleide mich selbst. Abends dann die Erleichterung: Unsere liebste Nachbarin ist noch eine weitere Woche krank geschrieben...sollte es nachts oder abends los gehen, übernimmt sie das Babyfon und kümmert sich um unseren Sohn. Mir fällt ein riesen Stein vom Herzen...alleine hätte ich das nicht gepackt.

Um 10 Uhr habe ich wieder einen Termin bei meiner Hebamme. Sie möchte das Baby ein wenig locken...heißt, sie stimuliert den Muttermund. Was auch immer das bedeutet. Tut auch gar nicht weh...hust. 2 cm soll er bereits offen sein. Aber das hat ja nichts zu sagen. Fahre mit wenig Hoffnung wieder nach Hause und lege mich aufs Sofa, für den obligatorischen Mittagsschlaf. Werde gegen 12 Uhr von eine Wehe geweckt. Na huch, tut sich da etwa doch was? 2 Stunden zieht es lustig vor sich hin, gerade so, dass ich nicht schlafen kann. Dann ist es wieder vorbei. Bin nicht mal traurig darüber, will heute Abend einfach zeitig ins Bett gehen und schlaaaafen. Dann der Schock auf dem Klo...Blut. Und Schleim. Und das nicht wenig. Och nö...Was hat die doofe Hebi denn da gemacht? Naja, ich sitz das jetzt einfach aus...heute gibt es kein Baby mehr, basta!

Verbringe den Nachmittag mit meinem Prinzen, kurz nach dem er im Bett verschwunden ist, beginnt das tolle Ziehen wieder. Ich ignoriere es aber einfach und sage auch meinem Mann nichts davon. Es tut jedenfalls nicht weh, ist einfach ein stärkeres Mensziehen. Blöderweise bekomme ich jetzt auch noch Durchfall...na super. Aber bestimmt alles Zufall, man muss es sich nur schön reden. Gegen 22.00 Uhr werde ich aber doch unruhig und schaue mal auf die Uhr. Hm. Alle 7 Minuten. Ich informiere lieber mal meine Nachbarin, die vor lauter Aufregung gar nicht ins Bett gehen will. Beschließe schlafen zu gehen, mein Liebster folgt mir und jetzt setze ich ihn dann auch mal über die Wehen in Kenntnis . Alles klar Schatz, weck mich wenn wir los müssen, sagt er und verfällt in den Tiefschlaf.

Ich liege also so rum, kann nicht schlafen und verspüre immer noch alle 7 Minuten das leichte Ziehen. Ab und zu puste ich mal ein bisschen, nicht weil ich unbedingt müsste, fühlt sich aber ganz gut an. Meine Nachbarin wird bald verrückt vor Aufregung, ich bin mir immer noch unsicher, ob es wirklich los geht. Irgendwie warte ich die ganze Zeit darauf, dass die Fruchtblase platzt, wie bei Theo, aber nichts. Dafür muss ich nach fast jeder Wehe zum Klo pinkeln.

24. März 2015:

Es ist 3 Uhr nachts, an den Abständen hat sich nicht viel getan (so in etwa alle 5 Minuten), so wirklich Schmerzen kann man das aber auch nicht nennen. Ich bin einfach total unsicher. Wecke den Mann, der mich verdutzt fragt, ob ich schon die ganze Zeit hier so rumpuste. Joar...aber hauptsache du hast deinen Schönheitsschlaf Schätzelein. Er möchte, dass ich meine Hebamme anrufe, aber ich habe Hemmungen sie für einen Fehlalarm zu wecken. Greife aber schließlich doch zum Telefon und bereits nach dem ersten Klingeln meldet sich mein persönlicher Engel. Ich bin verdutzt. "Na, mit dir hab ich ja heute fast noch gerechnet"...schönen Dank auch! Ich erzähle ihr von den Abständen und sie rät mir, jetzt los in die Klinik zu fahren. Bin verwirrt. Wir hatten doch ausgemacht, dass sie im Fall der Fälle erst einmal zu uns nach Hause kommt und wir dann gemeinsam in die Klinik fahren. Ja, sie ist bereits im Krankenhaus. Hat gerade ein Baby zur Welt gebracht. 4660g. Puh, was ein Brocken. Ich soll ruhig kommen, sie hat gerade richtig Lust auf noch eine Geburt. Öhm, ich aber nicht?

Wir packen also unsere Sachen, extra leise um den Gurkenhals nicht zu wecken, schleichen uns mit Babyfon in der Hand zur Tür...määääääh. Määäääh. Toll. Theo ist wach. Ich bete er möge wieder einschlafen, tut er natürlich nicht. Also verziehe ich mich ins Wohnzimmer zum Pusten und Männel dackelt mit der Nachtmilch ins Kinderzimmer. Es kommt mir vor wie eine Ewigkeit, schließlich kommt er zurück und meldet Erfolg. Wir klingeln bei den Nachbarn, die uns beide mit einem dicken Grinsen erwarten und überreichen ihnen Babyfon und Schlüssel. Dann geht es los Richtung Krankenhaus. Im Auto habe ich circa 4 Wehen, aber absolut aushaltbar. Glaube immer noch nicht an eine baldige Geburt. Rufe meine Mutter an und weise sie an, in den nächsten Zug zu steigen.

Wir parken auf dem gefühlt 100km entfernten KH-Parkplatz, ich watschel durch den Eingang und komme mir mehr als blöd vor als ich zur Empfangsdame sage "Wir wollen in den Kreißsaal". Ach ne. Um 5 Uhr klingeln wir schließlich an der Kreißsaaltür. Meine Hebamme empfängt uns mit einem breiten Grinsen. Sie ist ja jetzt so voller Adrenalin, das wird jetzt ganz toll, sagt sie. Na gut, dann glaube ich ihr das mal. Mein Mann darf schon mal in den Kreißsaal, ich gehe mit ihr ins Untersuchungszimmer. Als sie mich untersucht höre ich sie nur murmeln "3,4,5,6,7, oh 8 cm schon". Mir schläft das Gesicht ein. Bis vor kurzem dachte ich noch an einen Fehlalarm. Wir beziehen also den Kreißsaal, mir geht es so gut, dass ich in Ruhe mein Outfit wechseln kann und mir es auf dem Bett gemütlich mache. Das CTG wird angeschlossen. Da ich alles so natürlich wie möglich möchte, verzichten wir darauf, einen Zugang zu legen. Ich verpuste ein paar Wehen und meine Hebamme schimpft. Viel zu kurz und zu schwach, so kommt hier kein Baby zur Welt. Hmpf. Dachte ich mir schon, dass es nicht so kuschelig bleibt. Schade eigentlich. Sie möchte die Fruchtblase öffnen, ich will das aber nicht. Lieber noch ein wenig warten, vielleicht platzt sie noch von alleine.

Gegen 6 Uhr gehen mir die Argumente aus. In der nächsten Wehe öffnet sie die Fruchtblase und ich habe sofort das Bedürfnis, mitzuschieben. Aber erst einmal verpusten wir noch ein paar Wehen auf der Seite. Jetzt fällt mir plötzlich auch wieder ein, warum Kinder gebären so Scheiße ist. Es tut einfach nur höllisch weh. Aber da ich komplett schmerzmittelfrei bin, spüre ich genau, wie das Köpfchen immer tiefer rutscht und sich Richtung Ausgang schraubt. Ich erfahre, dass sie viiiiele Haare hat. Jipiie. Wenigstens etwas. Ich möchte dieses Baby jetzt wirklich gerne da raus haben, der Druck ist unerträglich und trotzdem bin ich blockiert. Immer wieder habe ich Theos Geburt vor Augen und schimpfe vor mich hin, dass das eh doch nicht durchpasst. Doch, doch, das passt schon, sagt meine Hebamme. Ich presse und schiebe also was das Zeug hält. Die Wehenpausen sind richtig angenehm und lang genug, um ordentlich Kraft für die nächste Wehe zu sammeln. Wie im Bilderbuch quasi. Mein Mann atmet mit mir und motiviert mich immer wieder weiter zu schieben und um 6.52 Uhr ist es endlich so weit. Unsere Tochter wird geboren. Eine kleine Sternenguckerin,

So winzig und hilflos liegt sie zwischen meinen Beinen, meine Hebamme hilft mir auf und ich kann sie mir alleine hochnehmen und auf meine Brust legen. Wir lassen die Nabelschnur noch auspulsieren und ich darf sie dann durchschneiden. Bei Theo hatte mein Mann die Ehre. Ich fühle mich wirklich, als wäre nie etwas gewesen, bin voller Adrenalin. Und einfach nur glücklich.

Wir frühstücken noch gemütlich im Bett, die Kleine wird vermessen und der Kinderarzt kommt zur U1. Ich wage einen ersten Aufstehversuch und es klappt super. Keine Kreislaufprobleme. Ich gehe mit Hilfe meiner Hebamme duschen, ziehe mich an und warte noch auf den Abschlussbericht des Krankenhauses. Um 11 Uhr, nur 6 Stunden nach Eintreffen im Krankenhaus, sitzen wir zu dritt im Auto Richtung nach Hause. Eine Drive-in-Geburt, wird mein Bruder später sagen. Wie recht er hat.



Baby Clara


Geboren am 24.03.2015
um 6:52 Uhr
3500g
52 cm
35 cm KU

Kommentare:

  1. Ein bisschen sieht die kleine Clara da aus wie unsere Karla ♥
    Sehr schön hast du das geschrieben!

    AntwortenLöschen
  2. Herzlichen Glückwunsch und was für eine wunderschöne Geburt! So wünscht man sich das doch, vor allem nach einer traumatischen ersten Geburt! Das klingt alles so toll und ist mit Sicherheit ein positiver Start ins Leben. Ich wünsche euch eine schöne Kennenlernzeit, gute Erholung für Dich und ein entspanntes Zusammenwachsen als Familie. Und seid gnädig und verständnisvoll mit dem Großen, für ihn ist es eine riesen Umstellung.
    Meine 2. Geburt war übrigens auch eine Traumgeburt, nachdem ich die 1. als furchtbar und traumatisch empfunden habe.
    Liebe Grüße!

    AntwortenLöschen
  3. Herzlichen Glückwunsch! Wow, toll, ich bin sprachlos und sehr feucht in den Augen. Es ist wunderbar, wie du dich für dein Bauchgefühl entschieden hast und belohnt worden bist. Genießt die Zeit, sie vergeht so schnell!
    Liebste Grüße
    Anett

    AntwortenLöschen
  4. Herzlichen Glückwunsch zu so einer süßen Maus ♡♥♡und einer anscheinend widererwartend schönen Geburt. Das lässt auch mich hoffen, dass eine weitere Schwangerschaft/Geburt nicht genauso verlaufen muss, wie die erste. ;)
    Eine schöne Kuschelzeit zu viert und schön, dass du wieder da bist.

    AntwortenLöschen
  5. Oh Herzlichen Glückwunsch zu diesem kleinen neuen Wunder <3

    AntwortenLöschen
  6. oh wie schön! !!!! herzlichen Glückwunsch und eine wundervolle kuschel-und kennenlernzeit für euch! *hachz*

    Frau Badeente

    AntwortenLöschen
  7. Mensch, was für ein traumhafter Geburtsbericht. Das klingt einfach nur wuuunderschön! Hach. So würde ich mir das doch glatt auch wünschen :)

    Herzlichen Glückwunsch noch an dieser Stelle. Eine bezaubernde Maus habt Ihr da! ♥

    AntwortenLöschen