Samstag, 30. Mai 2015

Wie ist das eigentlich so mit zwei Kindern?

Diese Frage bekommen wir in letzter Zeit sehr oft gestellt, also dachte ich mir, ich beantworte sie einfach mal auf dem Blog. Besonders neugierig sind natürlich die Eltern, die schon ein Kind haben und damit auch beide Hände voll zu tun, ein zweites aber nicht ausschließen. Aber auch kinderlose Paare fragen häufig, wie wir das denn gebacken bekommen, besonders bei dem geringen Altersabstand von gerade einmal 21 Monaten.

Die letzten Tage habe ich also mal darüber nachgedacht wie das so ist, mit 2 Kindern unter 2 Jahren. Und ich muss sagen, es ist nicht viel anders als vorher. Enttäuschend was? Ich nehme an, die meisten hätten jetzt ein Jammerkonzert erwartet, wie anstrengend, stressig, nervenaufreibend und zum Haare raufen das Ganze ist. Diese Momente gibt es durchaus. Zum Beispiel wenn beide Kinder gleichzeitig Hunger haben, das eine Kind ist motorisch noch nicht in der Lage alleine Nahrung zu sich zu nehmen, das andere hat ganz plötzlich vergessen, wie man Gabel und Löffel benutzt und schreit nach Mama. Oder wenn das eine Kind ins Bett soll, das andere aber gerade brüllt wie kurz vor der Schlachtung. Dann bekomme ich gerne mal Schweißausbrüche, besonders wenn ich alleine mit der Situation bin. Dann hilft nur noch tief einatmen und los.

Strahlemaus

Aber diese Momente sind wirklich selten. Denn das Positive ist, wie haben zwei Kinder und vier Hände. Niemand von uns ist alleine. Füttere ich Clara, spielt der Mann mit Theo Verstecken und ich höre sie nur leise am anderen Ende der Wohnung kichern. Gehe ich mit dem Gurkenhals auf den Spielplatz, wiegt der Mann das kleine Mäuschen in den Schlaf. Und so funktioniert das einfach super. Natürlich hatte ich mir die ganze Schwangerschaft über Gedanken gemacht, wie das alles klappen wird, ob ich einen Nervenzusammenbruch erleiden werde oder eines Tages von der Decke baumel. Aber diese Sorgen waren unbegründet. Man wächst mit seinen Aufgaben, sagt man so schön, und so ist es tatsächlich. Wir haben hier alles ziemlich gut im Griff, trotz Bauchweh und Trotzphase.

2 Monate Baby sein

Wir sind als Familie noch viel enger zusammen gewachsen, jeder weiß was er zu tun hat und wo er am dringendsten gebraucht wird. Ich habe sogar das Gefühl, Theo versteht ganz genau, wie der Hase läuft. Seit Clara auf der Welt ist, nämlich genau seit der Nacht ihrer Geburt, schläft er durch. Das hat er vorher nur sporadisch getan. Er ist jetzt ein richtiges Papa-Kind, vorher nur Mama Mama Mama und nun sind die zwei unzertrennlich. Er geht wieder ohne Probleme in die Kita, keine einzige Träne wird vergossen, wenn er zu Hause mit Papa losmacht, winkt er mir, wirft mir einen Luftkuss zu und weg ist er. Wenn ich ihn abhole, strahlt er über beide Ohren und läuft ohne Umwege zum Auto, denn Clara friert sonst, so habe ich es ihm erklärt. Auch mittags reicht es aus, ihn in sein Bett zu legen und nach einer dicken Umarmung und vielen Küssen kann ich aus dem Zimmer gehen und er schläft. Einfach so. Das erleichtert mir den Alltag ungemein.

Überhaupt hat der Gurkenhals seine Schwester sofort akzeptiert. Weint sie, heißt es "Clara weint" und er bringt ihr einen Schnuller. Er ordnet Dinge zu, die ihr gehören, schleppt Socken, Spielzeug und eben alles, was "dem Baby" gehört, an. Wird er gewickelt, möchte er, dass wir sie neben ihn legen und dann hält er ihre Hand. Natürlich ist er auch eifersüchtig, das bleibt nicht aus. Wenn sie an seinem angestammten Platz liegt zum Beispiel oder wenn sein Fuchs auch nur in ihrer Nähe liegt. Dann heißt es "nein nein" und "meine!". Recht hat er, teilen ist zwar wichtig aber er soll immer noch seinen eigenen Bereich und seine eigenen Spielsachen haben, damit das Baby eben nicht seine komplette Welt auf den Kopf stellt.

Geschwisterplüsch

Eine große Erleichterung im Alltag mit zwei Kindern ist das Tragetuch. Ohne diese praktischen Tücher wäre ich oftmals verloren. Kinderwagen schieben und gleichzeitig dem Kleinkind hinterher sprinten, wenn es mal wieder meint auf die Straße rennen zu müssen? Für mich undenkbar. Zu Hause nehme ich Clara auch ins Tuch und hab so beide Hände frei, um für Theo zu kochen oder mit ihm zu malen. Auch als Theo vor zwei Wochen eine schlimme Magen-Darm-Grippe hatte, war ich so dankbar über diese Erfindung. Denn da brauchte er ganz viel Liebe und Kuscheleinheiten, aber die braucht Clara mit ihren zwei Monaten eben auch.

Unterwegs mit Gurkenhals und Tragetuch

Ihr seht also, es läuft ganz gut. Klar sind auch wir nur Menschen und die ein oder andere Träne habe auch ich schon vergossen, besonders wenn ich nicht so viel Zeit mit Theo verbringen kann, wie ich gerne möchte. Und auch die Partnerschaft bleibt momentan ein wenig auf der Strecke, wie sind gerade eben hauptsächlich Eltern und das fordert uns genug. Abends fallen wir todmüde ins Bett, wenig Zeit für Gespräche oder Zärtlichkeiten. Aber es kommen ja wieder andere Zeiten und spätestens wenn die Mäuse miteinander spielen und lachen können, ernten wir die Früchte der harten Anfangszeit. Bereut haben wir unsere Entscheidung bisher jedenfalls keineswegs. Unser Glück ist einfach noch viel größer geworden.

Übrigens...momentan habe ich nicht so viel Zeit, um regelmäßig zu bloggen. Wer trotzdem wissen will, was wir so treiben, sollte uns unbedingt bei Instagram folgen! Dort findet ihr uns unter "familiegurkenhals"!